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100 Milliarden Reserven in der Sachversicherung in Abwicklung

07.04.2014 – runoffDie öffentliche Übernahme des Bestandes des Lebensversicherers Skandia durch die Heidelberger Leben sorgte vor ein paar Tagen für Aufsehen im Markt. In Zukunft dürfte es dazu und zu diskreten Formen von Übertragungen noch häufiger kommen, denn Solvency II wird Reserven zusätzlich mit Kapital belasten.

Eine Chance für Run-off-Spezialisten, durch Pooling Skaleneffekte zu erzielen. Allerdings lauern beim Transfer von Altbeständen viele Fallen im Detail. Wie diese zu vermeiden sind und welche Strategien den meisten Erfolg versprechen, war Thema des German Run-Off Forums in Köln am 4. April.

Die Veranstaltung mit Schweizer Einschlag – Veranstalter ist das Züricher Unternehmen Refocus, auch einige Referenten waren Eidgenossen – war trotz Lufthansa-Streik sehr gut besucht. Eine Woche vorher fand eine ähnliche Veranstaltung für den Schweizer Markt in Zürich statt.

In deutschsprachigen Märkten sind nach einer Schätzung der Hamburger Internationalen Rückversicherung etwa 100 Mrd. Euro an Reserven in der Sachversicherung in der Abwicklung. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten aus Segmenten, in denen kein Neugeschäft mehr gezeichnet wird. Verschiedene Möglichkeiten bieten sich Versicherern an, die mit Altbeständen verbundenen Aufwand reduzieren möchten: Verkauf (Portfoliotransfer), Ablösung (einvernehmliche Aufhebung von Versicherungsschutz), Rückversicherung oder verstärkter Einsatz von eigenen oder fremden Kapazitäten in der Schadenabwicklung. Beim Verkauf von Rückversicherungsverträgen entledigt sich die abgebende Partei meist aller Verpflichtungen. Rückversicherung von Altverträgen erzielt zwar wirtschaftliche ‘Finalität’, rechtlich bleibt aber der Erstversicherer dem Kunden zur Leistung verpflichtet.

Neugeschäft einzustellen trägt schon das Stigma des Rückzugs in sich, was im notorisch wachstumsfixierten Versicherungsmarkt nicht gut ankommt. Insbesondere Sparten mit wenig Wachstum und geringer Marge sind dennoch Kandidaten für den kontrollierten Absprung. Versicherer sind mit dem Verkauf von Portfolien eher zurückhaltend, um nicht in den Ruf zu kommen, sich unerwünschter Exposures entledigen zu wollen. Meist kommen dann mehrere Gründe zusammen die Abwicklung nicht bis zum Ende auszusitzen: Der Wunsch nach Kapitalfreisetzung, Risikoreduzierung und administrativen Erleichterungen.

Run-off-Lösungen sind vor allem für kleine und mittelgroße Versicherer attraktiv, die sich eigene spezialisierte Abteilungen für die Abwicklung nicht leisten können. Insgesamt gilt der deutsche Markt noch als auf allen Seiten – Versicherer, Run-off-Spezialisten und Aufsicht – entwicklungsfähig. Mehr lesen Sie dazu in der Mai-Ausgabe der Versicherungswirtschaft(wm)

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