Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

- Anzeige -

ZZR macht den Lebensversicheren zu schaffen

03.08.2017 – Lebensversicherung_uschi dreiucker_pixelioDie Zinszusatzreserve (ZZR) macht den deutschen Lebensversicherern schwer zu schaffen. Welche Wirkung die Reserve als Stärkungsmittel für die langfristige Erfüllbarkeit der Garantieversprechen und dadurch der bilanziellen Widerstandsfähigkeit der Unternehmen hat, soll eine aktuelle Analyse der Rating-Agentur Assekurata aufzeigen.

“Wir gehen davon aus, dass die sich die Höhe der Zinszuführungen künftig weiter von den noch erzielbaren Rohüberschüssen entfernt und deren Verhältnis im Geschäftsjahr 2016 bei rund 160 Prozent liegt”, prognostiziert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung der Assekurata. Noch wesentlich gravierender fällt dieses Verhältnis nach den Berechnungen für das laufende Jahr 2017 aus. Hier rechnet Assekurata gar mit einem Verhältnis von etwa 525 Prozent.

Die Experten der Rating-Agentur sehen daher dringenden Nachholbedarf: “Unter den aktuellen Rahmenbedingungen werden die ZZR-Anforderungen in der Breite kaum vollständig zu stemmen sein”, warnt Heermann. “Es ist daher dringend erforderlich, die Berechnungsmethodik, der ZZR zu überdenken. Doch letztlich liegt die Verantwortung hier beim Gesetzgeber, der nach der Bundestagswahl zeitnah für klare und zukunftsfähige Verhältnisse sorgen sollte”, ergänzt der Experte von Assekurata.

Bafin kontert Kritik

Die Finanzaufsicht Bafin gibt sich hingegen auf Anfrage von VWheute gelassen. “Die Zinszusatzreserve stellt, wie der Präsident der Bafin bei der Jahrespressekonferenz erneut betont hat, ein wesentliches Sicherheitspolster in der Zinsflaute dar. Die deutschen Lebensversicherer haben bis Ende 2016 rund 44 Milliarden Euro für die dauerhafte Sicherstellung der eingegangenen Garantien in der Zinszusatzreserve zurückgelegt. Die Bafin beobachtet die Entwicklung der deutschen Lebensversicherer und einen möglichen Anpassungsbedarf der Zinszusatzreserve sehr genau.

Die von Assekurata genannten Prozentsätze beruhen auf einer Schätzung, die exakten Zahlen kann die Bafin daher nicht kommentieren. Die Tendenz erscheint aber nicht unplausibel. Die Prozentsätze stellen das Verhältnis der Zuführung zur ZZR zum danach verbleibenden Rohüberschuss dar. Werte von über 100% bedeuten, dass mehr als die Hälfte des Rohüberschusses ‘vor ZZR“’ für die ZZR-Zuführung verwendet werden muss. Der Anstieg von 2016 auf 2017, von dem auch die BaFin ausgeht, bedeutet, dass 2017 ein noch größerer Anteil der ZZR zugeführt werden muss. Die Schätzung impliziert aber auch, dass auch nach ZZR-Zuführung 2017 im Branchendurchschnitt noch ein Rohüberschuss verbleibt”, heißt es in einer Stellungnahme. (vwh/td)

Bildquelle: Uschi Dreiucker / PIXELIO (www.pixelio.de)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten