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Wenning: “Die klassischen Werttreiber bleiben bestehen”

25.10.2017 – Wenning_Munich RE_ Bayrischer Finanzgipfel_550_kasparWie lässt sich nach der digitalen Transformation Geld verdienen – das besprachen über 100 CEOs, Manager und Finanzwissenschaftler in München. Weitere Fragen waren das Assetmanagement durch Roboter und die Zukunft des Vertriebs. Überraschende Antworten darauf gab es aus Versicherersicht von Munich Re-Chef Joachim WenningVWheuteTV war vor Ort.

Bei Amazon einen Artikel bestellen oder online eine Banküberweisung ausführen, das ist für Wenning kein Problem. Eine Versicherung rein digital recherchiert, geprüft und abgeschlossen hat der CEO jedoch noch nicht. Damit steht er im Gegensatz zu rund 30 Prozent der Teilnehmer des Bayerischen Finanzgipfels, der zum elften Mal in der Allerheiligsten Hofkirche in der Münchener Residenz stattfand. Das Ergebnis ermittelte Wenning in einer Spontanumfrage zu Beginn seiner Keynote “Die digitale Transformation der Finanzindustrie”.

Das knappe Drittel war deutlich mehr als der Manager erwartet hatte, zumal das Publikum nicht unbedingt als “Digital Natives” bezeichnet werden konnte. So schlecht scheint es also um die Transformation, zumindest die der Kunden, nicht bestellt zu sein. Aber es gibt gravierende und wohl begründete Unterschiede zwischen dem Tempo der Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft und dem der Bankenwelt. Welche, pointierte Wenning in seiner mit viel Applaus bedachten Rede. Hier sein “Warm-up”:

Bewährtes Können bleibt gefragt

Die klassischen Werttreiber bleiben nach Wennings “ganz festen Überzeugung” bestehen, und zwar unabhängig von der Transaktionsfrequenz und den den noch zu entwickelnden “komplementären Services”. Dabei unterscheidet der Manager zwischen fünf Werttreibern: Betrieb, Vertrieb, Risikoverständnis, maßgeschneiderte Angebote und schließlich die Kapitalanlage. Egal ob analog oder digital, alle diese Funktionen werden auch nach der digitalen Transformation wirksam bleiben, ist sich Wenning sicher.

Daten und die sie dechiffrierende Technologien sind für den Vorstandsvorsitzenden lediglich die “digitale Zutaten”, die allerdings systematisch eingeführt und umgesetzt werden müssen. Als Lohn lockt die Geschäftsausweitung und am Ende die Marktführerschaft. Das hört sich zwar einfach an, ist aber, angesichts der ein oder anderen “Lehmschicht” im Unternehmen, wie Beharrungs- und Verhinderungskräfte im mittleren Management gerne genannt werden, eine Herkulesaufgabe.

Das Wenning’sche Fazit dürfte damit nicht nur Mitarbeiter der Munich Re, deren Mitbewerber am weltweiten Rückversicherungsmarkt und Finanzwissenschaftler interessieren, sondern auch die klassische Industrie. Schließlich verfügen die Münchener über einen risikogeschulten Blick und Querschnittserfahrung. Im folgenden Video erläutert Wenning seine Vorstellungen.

Der Computer übernimmt die Anlage

An den Gedanken, dass Computer schon bald die Rechnungslegung übernehmen werden oder bereits tun, haben sich die CFOs hierzulande schon gewöhnt. Das wurde jüngst auf dem gegangenen Digital Summit des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) deutlich. Weniger angenehmen empfinden die CFOs die Vorstellung, dass man Automaten, Robotern und einer Software das Asset Management anvertraut. Gleichwohl konnten sich das, ebenfalls nach einer schnellen Umfrage festgestellt, rund 40 Prozent der auf dem Finanzgipfel versammelten Spitzenmanager vorstellen. Wenn dies mal keine Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Vermögensverwaltung war. Hintergründe dazu hier im Video:

(vwh/ak)

Bild: Munich Re-Chef Joachim Wenning gibt auf dem Bayerischen Finanzgipfel die digitale Marschrichtung vor. (Quelle: Alexander Kaspar)

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