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Weniger Raucher und mehr Drogentote

21.08.2017 – zigarette_pixelioAlkohol und Nikotin zählen weiterhin zu den Volksdrogen Nummer eins in Deutschland. Laut aktuellem Drogen- und Suchtbericht 2017 der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), gab es mehr als 121.000 Tabak- und 74.000 Alkohol-Tote. So ist der Konsum von Alkohol und Tabak zwar weiter zurückgegangen. Die Zahl der Drogentoten stieg auf 1.333.

Tabak- und Alkoholkonsum seien tief in der Gesellschaft verwurzelt, betonte die Unionspolitikerin bei der Vorstellung des aktuellen Berichtes. Deswegen werde man hier auch “nicht mit Riesenschritten vorankommen”. So konsumieren in Deutschland derzeit etwa 7,8 Millionen Menschen Alkohol in riskanten Mengen.

Besonders unterschiedlich verlief die Entwicklung hingegen beim Phänomen des Rauschtrinkens. Während der Konsum von Reinalkohol bei den Männer von 22,7 Gramm pro Tag im Jahr 1995 auf 16,2 Gramm im Jahr 2015 zurückging, blieb die durchschnittliche Konsummenge der Frauen im gleichen Beobachtungszeitraum auf geringerem Niveau nahezu konstant (von 8,9 auf 8,5 Gramm pro Tag).

Und dennoch: Trotz eines insgesamt rückläufigen Alkoholkonsums in der Allgemeinbevölkerung zählt Deutschland im Vergleich zum weltweit geschätzten Durchschnitt von 6,04 Litern pro Erwachsenem und Jahr mit einem geschätzten Pro-Kopf-Konsum von 12,14 Litern zu den sogenannten Hochkonsumländern, heißt es in dem Bericht weiter.

Die volkswirtschaftlichen Kosten aus direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland werden demnach je nach Berechnungsansatz auf 26 bis 40 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Die medizinischen Kosten für den schädlichen Alkoholkonsum für die gesetzliche Krankenversicherung beziffern die Experten demnach pro Quartal und Fall auf einen Betrag zwischen 660 und 800 Euro.

Zudem hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) im Jahr 2016 insgesamt 57.475 Entwöhnungsbehandlungen (einschließlich ambulanter Rehabilitation, ohne Nachsorge) für ihre Versicherten bewilligt. Davon entfielen laut Bericht insgesamt 67,3 Prozent auf die Indikation Alkoholabhängigkeit.

Deutlicher Rückgang beim Tabakkonsum

Gesundheitswarnungen auf Zigarettenpackungen, Tabaksteuererhöhungen und Rauchverbot in Gaststätten scheinen zudem in Deutschland immer mehr Wirkung zu zeigen. Demnach sank der Anteil der Raucher im Jahr 2015 auf 28,7 Prozent (31,2 Prozent der Männer und 26,1 Prozent der Frauen). Den weitaus größten Anteil darunter stellen de Zigarettenraucher. Gleichzeitig haben die Tabakkonzerne ihre Werbemaßnahmen in den letzten sieben Jahren beinahe verdoppelt. Allein 2015 beliefen sich die Kosten für Tabakwerbung auf 232 Mio. Euro. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 128,9 Mio. Euro.

Nach aktuellen Schätzungen belaufen sich die direkten Kosten für die Versorgung von Krankheiten und Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit dem Rauchen auf jährlich 25,4 Mrd. Euro, heißt es im Bericht weiter. Die direkten Kosten einschließlich Erwerbsunfähigkeit, Frühberentung und Todesfällen wurden demnach auf 53,7 Mrd. Euro jährlich geschätzt. Somit geht die Bundesregierung von einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von insgesamt 79,1 Mrd. Euro aus.

Mehr Medikamentenmissbrauch und Drogenkonsum

Eine gegenläufige Entwicklung verzeichnet die Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung hingegen beim Medikamentenmissbrauch sowie beim Drogenkonsum. So nahmen allein 2015 vier Prozent der Männern zwischen 18 und 59 Jahren sowie sechs Prozent der Frauen regelmäßig Medikamente ein. Besonders weit verbreitet ist demnach die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln.

Auch beim Drogenkonsum zeigt der Trend nach oben. So stieg die Zahl der Drogentoten im Jahr 2016 auf insgesamt 1.333, was einem Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: 1.226). Die meisten Drogentoten wurden erneut in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Bayern (321 Tote) und Nordrhein-Westfalen (204 Tote) registriert. Die meisten Todesfälle hingen demnach mit der Einnahme von Heroin oder Heroinmischungen zusammen. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Drogentoten nach dem Konsum von Kokain im vergangenen Jahr auf insgesamt 71. Dies entspricht laut Bericht einem Anstieg um 79 Prozent im Vergleich zum Jahr 2015. (vwh/td)

Bildquelle: Illustration Marcus Stark / PIXELIO (www.pixelio.de)

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