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Wachsendes Risikobewusstsein bei Datenklau

06.10.2017 – datenschutz_PIXELIODatendiebstahl und Hackerattacken mit Millionenschäden wie zuletzt beim US-Finanzdienstleister Equifax sind bislang eher noch die Ausnahme. Dennoch geraten auch deutsche Unternehmen zunehmend ins Visier von virtuellen Datendieben. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsberatung Ernst & Young wurden bereits 44 Prozent der Firmen nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Jahren ausspioniert.

Dennoch haben aktuell nur 27 Prozent der befragten Firmen eine Cyberversicherung abgeschlossen. In der Finanzbranche sind es immerhin 48 Prozent. Demnach se der Anteil der Banken und Versicherungen, die von Attacken betroffen waren, mit 30 Prozent relativ niedrig, konstatieren die Experten von Ernst & Young. Dafür sei hingegen das Problembewusstsein in dieser Branche besonders stark ausgeprägt: 68 Prozent der Unternehmen sehen demnach laut Studie ein hohes Risiko, attackiert zu werden. Und 60 Prozent rechnen mit einer steigenden Bedeutung von Cyber-Angriffen für das eigene Unternehmen.

“Die zunehmende Bedeutung digitaler Technologien und Geschäftsmodelle erhöht die Verwundbarkeit von Unternehmen. Denn wer seine internen Abläufe und die Kundenbeziehungen schon umfassend digitalisiert hat, bietet gleichzeitig Angreifern mehr Angriffsfläche für Online-Attacken. Die Digitalisierung zwingt Unternehmen also zu einem stärkeren Schutz ihrer Systeme – aber mit den aktuellen Maßnahmen sind viele deutsche Unternehmen nicht ausreichend für die anstehenden weiteren Digitalisierungsschritte gerüstet. Gerade mittelständische Unternehmen wiegen sich vielfach in falscher Sicherheit. Dabei muss das Thema Datensicherheit Chefsache sein – denn wer keine hohen Sicherheitsstandards implementiert, macht sich massiv verwundbar”, erläutert Bodo Meseke, Leiter Forensic Technology & Discovery Services bei EY.

Zudem scheint sich auch die Art der virtuellen Gefahren in den vergangenen Jahren verändert zu haben. “Die Gefährdung hat in jüngster Zeit nochmal rapide zugenommen – und kommt von unterschiedlichster Seite. Neben Geheimdiensten und Wettbewerbern tritt verstärkt die Organisierte Kriminalität als Angreifer auf. Gleichzeitig gehen aber immer noch viele Unternehmen viel zu sorglos mit dem Thema Datensicherheit um. Heute kann jedes Unternehmen Ziel krimineller Attacken werden – ob weltweit tätiger Großkonzern oder regional operierender Mittelständler”, betont Meseke.

Dennoch sehen laut Umfrage sehen lediglich 18 Prozent ein sehr hohes Risiko, selbst Opfer eines Cyber-Angriffs zu werden, und immerhin gut acht von zehn Unternehmen halten ihren aktuellen Schutz gegen Datenklau, Spionage und Sabotage für ausreichend. Dennoch setze sich bei den befragten Managern nach Angaben der Studienautoren zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Bedrohung stetig zunimmt. So rechnen 46 Prozent der Manager mit einer deutlich wachsenden Bedeutung von Angriffen auf ihr Unternehmen. Bei den Großunternehmen mit mehr als einer Mrd. Euro Umsatz liegt der Anteil sogar bei 67 Prozent.

Die größte Gefahr geht aus Sicht der Manager von Russland aus, lautet ein weiteres Ergebnis der EY-Studie: 45 Prozent nennen das Land als Region mit dem höchsten Risikopotenzial, dahinter folgen China (40 Prozent) und die USA (27 Prozent).

Unternehmen und Politiker fürchten sich um Infrastruktur

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der aktuelle Cyber Security Report der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. Demnach bewerten drei Viertel der Studienteilnehmer die Gefährdung der Infrastruktur als größtes Risiko. Allerdings glauben nur zwölf Prozent der Befragten, dass die Angriffsopfer gut auf entsprechende Attacken vorbereitet seien. Laut Report halten immerhin 97 Prozent der Befragten groß angelegte Hackerangriffe für mindestens bis sehr wahrscheinlich. Jeweils drei Viertel der Befragten sehen laut Report elementare Risiken im Hinblick auf die Infrastruktur sowie eine “Verseuchung” durch Computerviren. Zudem befürchten 68 Prozent einen Datenbetrug im größeren Stil.

“Das Meinungsbild der Erhebung zeigt viele offene Fragen – bei Verantwortlichkeiten genauso wie bei rechtlichen Belangen. Es gilt, bundesweit klare Definitionen als Voraussetzung für konkrete Abwehrstrategien zu erarbeiten. Dabei scheinen gerade die Unternehmen deutlich mehr Informationen über die Materie zu benötigen. Generell sollte der Austausch zwischen Staat und Privat hier intensiviert werden. Nicht zuletzt gilt es, einen supranationalen Rahmen zu schaffen. Nationale Lösungen reichen hier nicht aus”, erläutert Katrin Rohmann, Partnerin und Leiterin Public Sector bei Deloitte. (vwh/td)

Link: EY-Studienergebnisse im Überblick (PDF)

Bildquelle: C. Klinkenberg / PIXELIO (www.pixelio.de)

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