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“Vitality”: Neuer Weg in der Kundenakquise?

08.02.2017 – Biometrietage 2017_Vitality_gDie Tür für eine marktverändernde Philosophie in der privaten Vorsorge will die Dialog Lebensversicherung mit ihren Vitality-Angeboten aufstoßen, so in etwa lautet der vollmundig vorgetragene Anspruch des Maklerversicherers der Generali-Gruppe.

Auf sogenannten Biometrie-Tagen in sieben deutschen Großstädten wird derzeit Maklern Vitality für ihre Kundenkreise schmackhaft gemacht. Insbesondere junge Menschen, die sich sportlich betätigen, gesund ernähren und zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, sollen begeistert werden. Vitality sei keine Versicherung, sondern ein Programm, das für fünf Euro monatlich an Risikolebens- und demnächst auch an Berufsunfähigkeits-Versicherungen angehängt werden kann, heißt es. Versicherungen werden also um eine Spaßvariante mit hehrem Anspruch erweitert. Die Dialog, die nach eigenen Angaben bei Risikoversicherungen einen Marktanteil von 23 Prozent aufweist, fühlt sich berufen, Lebensqualität verbessern zu helfen.

Das müsste doch gerade in der jungen Generation ziehen, zumal junge Leute Lebensversicherungen sehr distanziert gegenüber stehen. Um den Mitmacheffekt für einen sportlichen Drive zu steigern, werden nach Eingabe bestimmter Daten und Vorsorgeuntersuchungen in eine App ein Vitality-Alter ermittelt sowie dringend notwendige Fitness-Maßnahmen vorgeschlagen. Das dürfte in dem einen oder anderen Fall durchaus einen (gewollten) Schock auslösen. Aber auch Freude dürfte aufkommen: Bis zu 40 Prozent Rabatt – je nach Punktestand – u.a. auf Sportschuhe von Adidas, Reisen bei Expedia, Einkäufen bei Galeria Kaufhaus und anderen bekannten Marken- werden als Belohnung für gesundheitsbewusstes Verhalten ausgelobt.

Die locker vorgetragenen Präsentationen durch die Dialog-Experten und den Geschäftsführer der Generali Vitality GmbH, Peter Stockhammer, beeindruckten durchaus, erinnerten aber entfernt auch ein wenig an reine Verkaufsveranstaltungen für andere Produkte. So gab es durchaus Stirnrunzeln bei dem einen anderen der rund 60 anwesenden freien Vermittler, was in der Kaffeepause kundgetan wurde. Auch die Datenschutzproblematik aufgrund der gezielten Sammlung sehr sensibler Gesundheitsdaten wurde als sehr ernst bewertet.

Demgegenüber versicherten die Dialog-Repräsentanten, dass die vielfältigen Gesundheitsdaten der Kunden ausschließlich bei einer unabhängigen Gesellschaft gesammelt werden. Außerdem werde bei vielen Gelegenheiten die Zustimmung des Teilnehmers zur Datenweitergabe abgefragt. Da habe man sich rechtlich abgesichert. Die Dialog erhalte lediglich aufgrund der Punktezahl den jeweiligen Status von Bronze über Silber bis Platin übermittelt. Denn danach richtet sich die Rabattierung der Versicherungsverträge, die natürlich wegfällt, wenn der Proband seine selbst verordneten oder empfohlenen Maßnahmen wieder einstellt.

Ob mit Vitality der Dialog und der Generali-Gruppe der große Durchbruch gelingt, jungen Menschen über freie Vermittler biometrische Versicherungen näher zu bringen, wird sich erst zeigen, wenn Abschlusszahlen vorliegen. Ein guter Ansatz ist es allemal. Aber das große Geschäft können Makler damit sicher nicht machen. Eher ist das ein Bestandspflegeprogramm oder ein Türöffner in Richtung junge Leute für die eigene Vertreter-Mannschaft. Ach ja, ein gutes hatte die Teilnahme für Makler dann auch noch: Es gab drei Weiterbildungspunkte für “Gut beraten”. (wo)

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