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Versicherte kennen oftmals ihre Gebäudewerte nicht

23.03.2017 – Buerohaus_Wolfgang Dirscherl_pixelio.de.jpg - Windows-FotoanzeigeDie deutschen Wohngebäudeversicherer machen seit 15 Jahren wieder Gewinn. Lag es daran, dass es kaum Naturkatastrophen mit hohen Versicherungsschäden gab?  Karl-Heinz Rohlfing, Geschäftsführer der BVSV Sachverständigen GmbH, Sachverständiger für das Versicherungswesen, schreibt für VWheute, dass es auch an der falschen Berechnung der Versicherungssummen liegt.

Das Kerngebiet der Arbeit der BVSV Sachverständigen für das Versicherungswesen liegt in der Begutachtung der Versicherungsbestände bei Kommunen, kommunalen Unternehmen und Unternehmen der freien Wirtschaft. Die Gutachten bilden dabei die IST-Situation des Versicherungsbestandes ab und können dann als Basis für die Einführung eines Risikomanagementsystems durch die verantwortlichen Personen in diesem Bereich herangezogen werden. Nach den gesetzlichen Regelungen (§ 53 HGrG, § 91 Abs.2 AktG, GmbHG, KonTraG etc.) haben die verantwortlichen Personen geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft zu unterstützen durch die Einführung eines solchen Risikomanagementsystems weitest gehende Risikovermeidung in den Unternehmen zu erreichen.

Bei der Erstellung der Gutachten und den dazu erforderlichen Untersuchungen wurde immer wieder festgestellt, dass im Zusammenhang mit der Gebäudeversicherung dem Kunden die exakten Neubauwerte/Gebäudewerte der versicherten Immobilien oft nicht bekannt sind. Vielfach werden die Werte einfach aus alten Verträgen und Unterlagen übernommen. Dazu stimmen die Unterlagen häufig, da sie im Laufe der Zeit nicht angepasst wurden, nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort überein.

Als Ursache hierfür ist zu sehen, dass eine genaue Ermittlung der Gebäudewerte in der Vergangenheit nicht vorgenommen wurde, oder die angewandten Berechnungsmethoden nicht zu den echten Gebäudewerten führen. In der Regel werden die Kosten je Quadratmeter Wohnfläche, Brutto – Grundrissfläche oder Kubikmeter Brutto – Rauminhalt zur Kostenschätzung, Kostenberechnung oder Sachwertermittlung von Gebäuden verwendet. Problem ist hierbei schon, dass die Versicherungsnehmer die Bruttogrundfläche gar nicht kennen und dann oft die ihnen bekannte Nutzfläche angeben.

Die entsprechenden Kosten für z.B. die Bruttogrundfläche werden für unterschiedliche Gebäudetypen statistisch ermittelt und in Normalherstellungskosten 2000, 2011, 2012 veröffentlicht. Diese werden dann zur Ermittlung der Gebäudekosten herangezogen. Nachteil dieser Methode ist darin zu sehen, dass eine große Anzahl von Gebäudetypen vorherrscht und bestimmte Gebäudetypen in den Veröffentlichungen ganz fehlen.

Auch können gemischt genutzte Gebäude in den angewendeten Verfahren so nicht erfasst werden, die Geometrie des Gebäudes wird nicht berücksichtigt und es werden keine Angaben zu den im einzelnem verwendeten Baumaterialien gemacht. Die reine Angabe der Bruttogeschossfläche oder des Bruttorauminhaltes lässt allerdings keine zuverlässigen Rückschlüsse über die Anteile einzelner Bauteile im Gebäude zu.

Das wäre nicht weiter tragisch, wenn die Kostenanteile z.B. der Baugrube, Gründung, Außenwand, Decken und Dächer eine untergeordnete Rolle spielen würden. In der Realität machen aber gerade diese genannten Bauteile in den meisten Fällen über 50 Prozent der reinen Baukosten aus. Als Folge liegen so in vielen Fällen deutlich zu niedrige Gebäudewerte als Grundlage für die Bestimmung der Versicherungssummen vor.

Bildquelle: Wolfgang Dirscherl / PIXELIO (www.pixelio.de)

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