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Versicherern sterben die Kunden weg

13.01.2017 – Kundenbuero_Rainer Sturm_pixelio.de.Den deutschen Versicherern droht bis zum Jahr 2050 ein deutlicher Kundenschwund. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) werden die Hausrat-, sowie die Privat- und Kfz-Haftpflichtversicherer mehr als vier Millionen Kunden verlieren. Einen wesentlichen Grund sehen die Studienautoren in der demografischen Entwicklung – sprich: weniger Neukunden und steigende Schadenquoten.

Laut Studie weist die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen die höchste Zahl an Versicherten auf. Allerdings werde deren Zahl von derzeit 13,2 Millionen auf rund 9,9 Millionen im Jahr 2050 sinken. Die meisten potenziellen Neukunden sehen die Autoren des IMWF hingegen naturgemäß in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Allerdings werde laut Prognose auch hier die Zahl der Versicherten bis 2050 um ein Viertel von aktuell 9,7 auf 7,8 Millionen Twens sinken. Einen gegenläufigen Trend sehen die Experten hingegen bei der Generation Ü60: Demnach soll die Zahl der Versicherten in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen um 6,1 Prozent von derzeit 9,9 Millionen auf 10,5 Millionen in 2050 steigen.

Besonders deutlich werde der Kundenverlust zudem in der Sparte der privaten Haftpflichtversicherung ausfallen. Hier gehen die Studienautoren des IMWF von einem Kundenverlust von 4,61 Millionen aus. Ebenfalls stark zurückgehen wird laut Prognose die Anzahl der Kfz-Haftpflichtversicherungen (minus 4,33 Millionen) und der Hausratsversicherungen (minus 4,15 Millionen). Äußerst gering dürfte der Abrieb hingegen in der Sparte der Aussteuer- und Ausbildungsversicherungen mit einem Minus von 0,15 Millonen aus. Allerdings ist diese Versicherungsart mit 0,86 Millionen Versicherten zwischen 14 und 69 Jahren vergleichsweise eher gering verbreitet.

Gleichzeitig gehen die Exprten des IMWF von einer steigenden Schadenquoten bei versicherten Risiken aus, die im Alter zunehmen – allen voran in der Kranken- oder Pflegeversicherung. Um dies auzugleichen, müssten hingegen die Beiträge steigen. Das wiederum dürfte die Schwierigkeiten bei der Neugeschäftsakquise verschärfen, prognostizieren die Experten.

“Dieser Spirale der Risikoverschlechterung sollten Versicherer frühzeitig begegnen, denn die Basis für die zukünftige Versichertenstruktur wird schon heute gelegt”, erläutert Wilhelm Alms, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des IMWF. “Nur wer heute mit einer klugen Produkt-, Marken- und Vertriebsstrategie jüngere Zielgruppen gezielt bindet, wird in dem sich stetig verschärfenden Verdrängungswettbewerb im Versicherungsmarkt langfristig überleben”, betont der Experte. (vwh/td)

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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