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Versicherer suchen den “Hacker von morgen”

06.10.2017 – insurehack_zurichHacker erfreuen sich bekanntlich nicht gerade besonderer Beliebtheit. Dennoch sind kreative Programmierer in den heiligen Hallen der Versicherungskonzerne durchaus gefragt. Um diese Potenzial für sich auszunutzen, spielen sogenannte “Hackathons” eine immer größere Rolle. An diesem Wochenende geht die Zurich mit einer Neuauflage des Programmiermarathons an den Start.

“Der Einfluss der Digitalisierung auf die Assekuranz wurde in den letzten Jahren immer deutlicher. Sich wandelnde Kundenbedürfnisse und der technologische Fortschritt haben in der Branche große Transformationsprozesse in Gang gesetzt. Durch innovative Produktangebote möchte man neue Kundengruppen erschließen. In Deutschland bemüht man sich unter anderem verstärkt um die Automatisierung der Vertriebswege”, schreibt Tobias Hildebrandt, New Business Associate bei Sollers Consulting, zum Hackathon.

“Die Prozesse und Services müssen an die Erwartungen der Generation Y angepasst werden, die schnelle und nutzerfreundliche Dienste der digitalen Riesen gewohnt sind. Die richtige Schnittstelle zum Kunden wird entscheidend sein, um die Chancen der Digitalisierung erfolgreich zu nutzen”, ergänzt Hildebrandt. So ist der Hackathon der Zurich bereits die zweite Veranstaltung dieser Art im Kölner Rheinenergiestadion.

Bereits im vergangenen Jahr hatten 30 Teams beim bis dato größten und speziell für die Versicherungsbranche ausgelegten legalen Hacking-Event in Deutschland um die kreativsten Anwendungsideen gerungen. Die Zurich gewährte den Programmieren dabei einen exklusiven Einblick auf das Zurich Application Programming Interface, wo mit fiktiven Kundendaten gearbeitet wird.

Auch an diesem Wochenende sollen Entwickler, Designer, Programmierer und Ideengeber die Möglichkeit erhalten, binnen 48 Stunden neue Softwarelösungen und Geschäftsideen jenseits des klassischen Versicherungsgeschäfts entwickeln. Dem Siegerteam winkt ein Preisgeld von 75.000 Euro. “Mit dem Preisgeld wollen wir eine Anschubhilfe für Gründer bieten, die die besten InsurHack-Ideen möglicherweise in einem Start-up weiterentwickeln möchten”, kommentiert Marcus Nagel, Vorstandsvorsitzender der Zurich Deutschland.

VWheute sprach zudem mit Klaus Endres, COO der Zurich Deutschland zum Hackathon:

VWheute: Was genau verspricht sich Zurich vom Hackathon?
Klaus Endres: Mit dem InsurHack suchen wir zusammen mit Codern aus aller Welt nach neuen Softwarelösungen und kundenorientierten Anwendungen für eine Assekuranz der Zukunft. Dabei widmen sich die Teilnehmer der DNA neuer Kundenbeziehungen im digitalen Zeitalter und entwickeln 48 Stunden ohne Unterbrechung digitale Versicherungsideen, um die veränderten Kundenbedürfnisse zukünftig besser bedienen zu können. Es geht letztlich darum, den besten Service für Kunden zu bieten. Damit auf dem InsurHack entsprechende digitale Lösungen entwickelt werden können, öffnen wir unsere IT Schnittstellen (Open API) und ermöglichen es Teilnehmern exklusiv Ideen direkt an unsere System-Welt anzudocken. Damit bauen wir unsere neue IT Plattform weiter aus und können durch direktes Feedback der Teilnehmer die Systeme weiter unter dem Aspekt der Kundenorientierung optimieren.

VWheute: Erklären sie doch bitte die Kategorien “Open Data” und “Everyday Insurance” in einfachen Worten und kurz.
Klaus Endres: Während täglich enorme Massen an Daten generiert werden, fällt es Versicherungen nicht immer leicht diese zum besseren Kundenverständnis zu sortieren und zu analysieren. In der Kategorie ‚Open Data‘ ermitteln die Teilnehmer aktuelle und zu erwartende Kundenbedürfnisse indem sie vorhandene Daten mit Methoden wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Chatbots auswerten und daraus neue Services entwickeln. Zudem sollen die Teilnehmer in der Kategorie ‚Everyday Insurance’ Versicherungslösungen gestalten, die als alltägliche Begleiter jederzeit den passenden Schutz für unsere Kunden bieten und Bedürfnisse von morgen vorhersehen. Dabei ist den Teilnehmern großer Spielraum gegeben: Das können Ideen zur Customer Experience mit Augmented Reality Anwendungen sein, oder gar ganz neue Service Angebote mittels z.B Blockchain.

VWheute: Wurde vom letztjährigen Hackathon Ideen ins Geschäft übernommen?
Klaus Endres: Auf Basis des wertvollen Feedbacks vom letzten InsurHack konnten wir unsere IT Plattform erfolgreich verifizieren und optimieren. Darüber hinaus haben wir die vorgestellten Top5-Prototypen nach dem Hackathon im Anschluss evaluiert und als Grundlage für die Weiterentwicklung von Ideen und Lösungen genutzt. Vieles von dem Esprit findet sich bereits in vorgestellten Lösungen und Prototypen wieder. Darüber hinaus bietet uns der InsurHack eine interaktive Plattform, um mit aufstrebenden InsurTech-Vordenkern und potentiellen Start-up Gründern in Kontakt zu kommen. Die positiven Ergebnisse des letzten Jahres ließen keine andere Entscheidung zu als das Erfolgskonzept InsurHack fortzusetzen.

Nachahmer hat der Zurich-Hackathon jedenfalls bereits gefunden: Vom 17. bis 19. November 2017 veranstaltet die Debeka am Koblenzer Hauptsitz den zweiten Hackathon in der Unternehmensgeschichte mit einem Preisgeld von 8.500 Euro. “Wir wollen mit der Veranstaltung nicht nur Innovationen fördern und eine Plattform für Netzwerker schaffen, sondern auch konkret Ideen erleben, die wir anschließend zukunftsweisend in unserem Unternehmen ein- und umsetzen können”, erläutert Debeka-Vorstandschef Uwe Laue. (vwh/td)

Bildquelle: Zurich

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