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Versicherer legen ein Drittel in Fonds an

23.08.2017 – Investment_FotoliaDer Anteil der Kapitalanlagen, die von Versicherern indirekt über Fonds gehalten werden, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und hat zum Jahresende 2016 einen Anteil von 33,6 Prozent an den Gesamt-Kapitalanlagen erreicht. Das Gros dieser Anlagen wird in konzern- bzw. brancheneigenen Kapitalverwaltungs-Gesellschaften gemanagt, berichtet der GDV.

Im Jahr 2016 haben deutsche Lebensversicherer Brutto-Kapitalneuanlagen in Höhe von 170 Mrd. Euro getätigt. Dass dabei mit rund 74 Mrd. Euro der bei weitem größte Einzelposten auf Investmentanteile entfiel, spiegelt einen Trend der letzten Jahre wider, wonach Versicherer in zunehmendem Maße in Investmentfonds investiert sind. Betrugen die Kapitalanlagen der Erstversicherungsunternehmen in Fonds Anfang 2012 noch 274,8 Mrd. Euro, waren es Ende 2016 bereits 455,5 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Dabei dominieren mit rund 97 Prozent Spezial-Alternative Investmentfonds (AIF), also Spezialfonds, die vornehmlich institutionellen Anlegern vorbehalten sind.

Lebensversicherer haben darüber hinaus im Rahmen fondsgebundener Versicherungen in Höhe von rund 100 Mrd. Euro für Rechnung und Risiko der Versicherungsnehmer fast ausschließlich in Publikumsfonds investiert. Damit haben sich Fondsinvestments für die Kapitalanlage institutioneller Investoren in dem historisch einzigartigen Investmentumfeld der letzten Jahre nicht nur bewährt, sie konnten sogar erhebliche Zuwächse verzeichnen. Als reguliertes, transparentes und flexibles Vehikel vereinen Fonds Vorteile in sich, die sie aus Sicht der Versicherungswirtschaft in besonderem Maße geeignet erscheinen lassen, den gewandelten Anlagebedürfnissen gerecht zu werden. Die aktuellen Marktbedingungen verstärken den Trend institutioneller Anleger hin zu einer noch deutlicheren Portfoliodiversifizierung und weiteren Neuanlagen in Fonds.

Selbst wenn die Kapitalmarktzinsen sich in den letzten Monaten von ihren historischen Tiefständen gelöst haben, stellt das niedrige Zinsniveau insbesondere für viele Lebensversicherer eine Herausforderung dar und erhöht sukzessive den Handlungsdruck. Traditionelle Investitionsmodelle werden zunehmend angepasst und auf der Suche nach einer möglichst guten Rendite bei vertretbarem Risiko verstärkt alternative Ertragsquellen als Ergänzung zu den klassischen Anlagen gesucht.

Hierfür bedarf es individualisierter und spezialisierter Lösungen, wobei sich insbesondere Spezialfonds anbieten, um Diversifizierungseffekte auf Portfolio-Ebene zu erzielen. Insbesondere kleinere Häuser, die zur Portfoliodiversifizierung alternative Anlagen wie Infrastruktur oder Erneuerbare Energien tätigen möchten, profitieren bei entsprechenden Fondsanlagen von der Expertise spezialisierter und professioneller Fondsmanager.

Auch die zunehmende Abkehr vom kapitalgedeckten Lebensversicherungsgeschäft dürfte die Bedeutung von Fondsinvestments für Versicherer weiter verstärken. Diese richten im Niedrigzinsumfeld ihre angebotene Produktlandschaft neu aus und wenden sich vermehrt alternativen, etwa fondsgebundenen oder hybriden Produkten zu, die beispielsweise Garantieversprechen erst für die Auszahlungsphase geben. (vwh/wo)

Bildquelle: Fotolia

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