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Versicherer-IT ist nicht fit für die Zukunft

27.06.2017 – Platine_by_Dieter Schuetz_pixelio.deDeutschlands Versicherer haben Strategien entwickelt, um dem Megatrend Digitalisierung zu begegnen, zu diesem Schluss kommt eine Studie von Unternehmensberatung EY Innovalue. Allerdings verknüpften sie diese bislang nicht ausreichend mit ihren langfristigen IT-Planungen und ihrem Geschäftsmodell. Die operative Umsetzung der Strategien und das Erzielen möglicher Wettbewerbsvorteile werden so erschwert.

Die Studie “Die Chancen der IT in der Digitalisierung von Versicherern” des Beratungshauses EY Innovalue und des Instituts für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen, mit Guidewire Software als Sponsor, zeigt den Status Quo der Digitalisierung bei 15 Versicherern und die Auswirkungen für deren IT-Abteilungen. Demnach müssen sich die Rolle der IT und die Arbeitsabläufe in den Unternehmen für langfristigen Erfolg fundamental wandeln. Außerdem müssen Qualifizierungsrückstände bei den Belegschaften aufgeholt werden.

Laut der Studie schätzen Versicherer zentrale Themen der Digitalisierung wie Big Data oder künstliche Intelligenz zwar als sehr relevant ein, sehen diese auch als Teil ihrer Digitalisierungsstrategien. Diese effektiv in ihre Abläufe einzubinden, gelänge ihnen hingegen nicht. Gründe sind laut EY Ressourcen- und Kapazitätenmängel in den IT-Abteilungen. Dies bedrohe die Wettbewerbsfähigkeit der Versicherer.

IT ist Digitalisierungsbremse statt Triebfeder

“Es gibt verschiedene strategische Ansätze, wie Versicherer der Digitalisierung begegnen können. Unabhängig vom gewählten Weg kommt der IT eine Schlüsselposition bei der Umsetzung zu. Dieses Grundverständnis ist oftmals nicht ausreichend vorhanden”, sagen Stephan Maier, Partner und Managing Director bei EY Innovalue, und Hans Eder, Executive Director bei EY Innovalue. Die beiden ergänzen: “Die IT-Abteilung wird zum Flaschenhalts, wo sie eigentlich antreiben sollte. Versicherer sollten eine individuelle Roadmap von der Strategie bis zu konkreten Umsetzungsschritten aufsetzen, in der Business, IT und Digitalisierung eng miteinander verzahnt werden.”

Die Mehrheit der IT-Experten bei den Versicherern rechnet in Zukunft mit einer wesentlich zentraleren Rolle ihrer Abteilungen als Innovationstreiber für das gesamte Unternehmen. Allerdings seien sie für diese neue Rolle nicht ausreichend gerüstet. Entwicklerkapazitäten und Spezialisten fehlen demnach bei knapp der Hälfte der befragten Unternehmen. Zwei Drittel sehen sich aufgrund veralteter Systeme im Tagesgeschäft hochausgelastet, weshalb die Übernahme zusätzlicher Funktionen derzeit kaum möglich sei. Ein Umbau zu neuen Systemen wäre wichtig, wird aus Sicht der Mehrheit der Experten in ihren Unternehmen aber derzeit nicht priorisiert. (vwh/mv)

Bild: Platine (Quelle: Dieter Schütz / www.pixelio.de / PIXELIO)

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