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Versicherer hoffen auf Beitragswachstum

27.01.2017 – alexander_erdland_gdvDie deutschen Versicherer haben eine erste Bilanz für 2016 gezogen und eine vorsichtige Prognose für das laufende Jahr gewagt. GDV-Präsident Alexander Erdland sieht die Branche als Hort der Stabilität in Zeiten des Umbruchs. Für 2017 rechnete er mit einem nominalen Beitragswachstum von “mindestens einem Prozent” nach plus 0,2 Prozent im Vorjahr.

Real dürfte dies ein leichtes Minus bedeuten, wenn sich die Inflationsrate der Marke von zwei Prozent annähern oder übertreffen sollte. Angesichts des weiterhin schwierigen Umfelds – ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht in Sicht – rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit einem weiteren Personalabbau, der sich aber sozialverträglich vollziehen sollte. Zur Höhe des Beschäftigungsrückgangs wollte sich Erdland nicht äußern. Klar ist für Erdland auch, dass es auf der übrigen Kostenseite – insbesondere bei den Abschlusskosten – zu weiteren Einsparungen kommen muss.

Beitragsrückgang in Leben soll deutlich reduziert werden

In der wichtigsten Sparte der Lebensversicherung gingen im vergangenen Jahr die Bruttobeiträge von 92,7 Mrd. Euro in 2015 um 2,2 Prozent auf 90,7 Mrd. Euro zurück. Im laufenden Geschäftsjahr wird ein Minus von noch etwa 0,5 Prozent erwartet, wobei die neuen Produkte bei den Kunden weiterhin gut ankommen sollten. Immer mehr Kunden würden sich für abgewandelte Garantieprodukte mit höheren Renditechancen entscheiden, sagte Erdland Ihr Anteil habe 2016 bereits 46 Prozent (2015: 37 Prozent) erreicht (siehe KÖPFE & POSITIONEN).

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Die Schaden- und Unfallversicherung erweist sich in der Branche zunehmend als Stabilitätsanker. Allerdings dürfte Erdland zufolge das Beitragswachstum in diesem Jahr mit 2,1 Prozent hinter dem des Vorjahres von 2,9 Prozent zurückbleiben als Beitragseinnahmen von 66,3 Mrd. Euro realisiert worden waren. Dabei dürfte das Beitragswachstum in der Kraftfahrtversicherung auf 1,5 Prozent (2015: 2,5 Prozent) zurückgehen. Dagegen wird in der privaten Sachversicherung ein neuerlich hohes Wachstum von jetzt 5,2 Prozent (2015: 5,0 Prozent) erwartet.

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Hat die PKV die Wende nachhaltig geschafft?

Die privaten Krankenversicherer stehen weiter hart im Wind: die Niedrigzinsphase trifft auch sie und die Diskussionen über stark gestiegene Beiträge zum Jahreswechsel 2016/2017 finden starke mediale Beachtung und schließlich taucht das Gespenst der Bürgerversicherung immer wieder auf, für die ja auch die Regierungspartei SPD wirbt. PKV-Verbandsvorsitzender Uwe Laue räumte zwar auf der GDV-Pressekonferenz ein, dass es wegen der SPD-Blockade keine Änderungen am Mechanismus zu Beitragsanhebungen geben wird. Trotz dieses heftigen Gegenwinds sei es im zweiten Quartal 2016 in der Krankenvollversicherung aber gelungen netto einen Bestandszuwachs in der Krankenvollversicherung zu erzielten, sagte Laue am Rande der Pressekonferenz.

Das hohe Leistungsversprechen der privaten Krankenversicherung (PKV) zeige seine Wirkung. Im Ergebnis stiegen die Einnahmen der PKV insgesamt um 1,1 Prozent auf 37,2 Mrd. Euro. Dabei sei die Gesamtzahl der Versicherungen auf 33,87 Mio. gestiegen. Bei den Zusatzversicherungen sei im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 25 Millionen übertroffen worden. Laue erwartet auch hier weitere Zuwächse, obwohl die Leistungserbringer in der gesetzlichen Krankenversicherung Patienten mit Igel-Angeboten (Individuelle Gesundheitsleistungen, die vom Patienten bezahlt werden) verstärkt locken würden. (brs)

Bild: GDV-Präsident Alexander Erdland auf der Jahrespressekonferenz des Branchenverbandes (GDV)

Grafikquellen: GDV

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