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Verbraucherschützer wollen Allianz verklagen

06.03.2017 – gericht_I-vista_pixelio.deDie Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg will die Allianz verklagen. Anlass sei laut einem Bericht des Finanzmagazins Euro am Sonntag eine angeblich irreführende Werbung für die private Rentenversicherung “Indexselect”. Nach Ansicht der Verbraucherschützer nutze der Versicherer das “gute Ansehen von Indexfonds“, ohne tatsächlich die vollen Vorteile dieser Produktgattung zu bieten. Die Allianz weist den Vorwurf zurück.

Nach Aussage der Verbraucherschützer werde auf der Internetseite der Allianz suggeriert, dass das eingezahlte Geld der Versicherten von der Entwicklung des europaweiten Index Eurostoxx 50 profitiere. Tatsächlich fließe lediglich die Überschussbeteiligung, die ähnlich wie bei klassischen Policen nur einen Bruchteil des Kundengeldes ausmache, in Optionen auf den Eurostoxx 50, kritisiert die Verbraucherzentrale. Zudem sei für den Kunden nicht erkennbar, dass angesichts der kontinuierlich sinkenden Überschussbeteiligungen der investierte Prozentsatz immer weiter schrumpfe, heißt es laut Bericht des Finanzmagazins weiter.

Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte die Verbraucherschutzzentrale die Allianz diesbezüglich zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert. Der Versicherer selbst hatte diese Forderung jedoch zurückgewiesen. Zudem wies ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von VWheute hin, dass die Allianz trotz der angekündigten Klage bei ihrer Stellungnahme bleibe.

So habe die Allianz “die Information ihrer Kunden zum Vorsorgekonzept IndexSelect der Allianz Lebensversicherungs AG (Allianz Leben) im Sinne der Kunden gestaltet”. Daher sehe man “darin keine irreführenden Aussagen”. Zudem verweist die Allianz nach eigenen Angaben darauf, dass “die Darstellung des Vorsorgekonzepts ‘IndexSelect’… keine irreführenden Angaben” enthalte. Dabei verwies der Versicherer in seiner Stellungnahme “auf eine umfassende Beratung beim Vermittler und eine über die Kurzdarstellung im Internet hinausgehende, umfassende Produktinformation”.

Kein Interesse an der OLB

Eine weitere Baustelle der Allianz ist in diesen Tagen zudem die Oldenburgische Landesbank, an welcher der Versicherer zu 90 Prozent beteiligt ist. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, ist die Commerzbank aus dem Bieterrennen um das Kreditinstitut ausgestiegen. Ein mögliches Szenario ist nun die Übernahme durch einen Finanzinvestor.

Die Allianz verwies auf Anfrage von VWheute auf ihre ad hoc-Mitteilung vom 27. September 2016. Demnach “wurde der Vorstand der Oldenburgische Landesbank AG (OLB) durch die Allianz Deutschland AG und die Allianz SE darüber informiert, dass die Allianz verschiedene strategische Alternativen für die teilweise oder vollständige Reduzierung ihres Anteilsbesitzes an der OLB prüft und in diesem Zusammenhang auch Gespräche mit interessierten Parteien über einen möglichen Verkauf führt”, so ein Allianz-Sprecher. Weitere Informationen wolle die Allianz “aufgrund rechtlicher Pflichten zum jetzigen Zeitpunkt” nicht geben. (vwh/td)

Bildquelle: i-vista / pixelio.de

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