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Verbraucherschützer fordern Haftpflicht für Leihräder

13.04.2017 – leihraeder_china-hyTypisch China: eine Idee ist bestechend gut, bei der Umsetzung droht jedoch sogleich das Chaos. Von Leihrädern soll hier die Rede sein. In vielen chinesischen Städten haben Investoren die Ausleihe auf der Straße eingeführt. Nach einer einmaligen Kaution von umgerechnet etwa 40 Euro kann man für 14 Cent ein Rad für 24 Stunden ausleihen. Chinas Verbraucherschützer fordern nun Haftpflichtversicherung für Leihräder.

Das Besondere an der chinesischen Variante von “Call a bike”: Leihräder gibt es überall in der Stadt, abgeben kann man sie an jedem beliebigen Ort. Für die Ausleihe bzw. Rückgabe muss lediglich der QR-Code am Leihfahrrad mit einer App gescannt werden. Die Idee des Leihrades, welche das Leben in den Metropolen erleichtern und obendrein noch den Umweltschutz fördern soll, stößt jedenfalls in ganz China auf eine positive Resonanz. In der Wirtschaftsmetropole Shenzhen in Südchina drängeln sich inzwischen etwa 500.000 Leihräder auf den Straßen und Gassen. In Peking wurden allein in diesem Jahr bereits mehr 50 Millionen Ausleihen getätigt. In Schanghai stehen den Kunden rund 450.000 Fahrräder auf den Straßen zur Verfügung.

Doch Masse bedeutet jedoch nicht zwangsläufig auch Klasse. Die überall wild herum stehenden bzw. liegenden Leihräder machen den städtischen Verwaltungen schwer zu schaffen. Denn viele Nutzer stellen ihre Leihräder gedankenlos auf dem Gehweg ab, sobald diese ihren Zweck erfüllten. Die Folge: Fußgänger stolpern über die Leihräder und verletzen sich. Zudem ist es keine Seltenheit, dass Autos durch Leihräder beschädigt werden – mit Folgen für die Versicherer. Die Geschädigten suchen Rat bei Ihren Unfall- oder Kfz-Versicherungen, diese verweisen jedoch auf die Haftpflicht von Zweirad-Verleih-Anbietern bzw. -Kunden.

Dennoch haben in China nur die allerwenigsten Menschen eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Der Verbraucherverband von Schanghai schlägt daher eine spezifische Haftpflichtversicherung für Leihradkunden vor, was jedoch auf reichliche Proteste stößt. Die Radfahrer fragen sich, wer die Verantwortung dafür trägt, wenn aufgrund von Qualitätsmängeln der Bikes Fußgänger verletzt oder Autos beschädigt werden.

Die Fragen zur Haftpflicht beschäftigen zwar derzeit die Verwaltungen: Schlüssige Lösungen sind jedoch bislang Fehlanzeige. Immerhin haben der Zeitung Shenzhen News zufolge bereits zwei Leihrad-Anbieter, nämlich HelloBike und ofo, mit den beiden Versicherern Ping An und Zhong An für Ihre Kunden Unfallversicherungen abgeschlossen. (hy)

Bilder: Leihräder in Schanghai (Quelle: hy)

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