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Unterschätztes Risiko: Wenn E-Zigaretten explodieren

13.11.2017 – E-Zigarette_Juergen Weidlich_pixelio.deRauchen kann zu Explosionen in ihrer Hosentasche führen. Das sollte als Warnhinweis auf die Verpackungen von E-Zigaretten stehen, denn mit zunehmendem Absatz steigt das Risiko von Verletzungen durch die elektrischen Verdampfer. VWheute hat und unter anderem mit Markus Wulfert, Schadenexperte der Gothaer gesprochen.

Das Rauchen tödlich ist, weiß jedes Kind. Nur wenige wissen dagegen, dass neben den Nikotinschäden auch Explosionen von E-Zigarette verehrende Schäden anrichten können. Kürzlich explodierte einem Mann eine E-Zigarette in der Hosentasche, was zu Verbrennungen an Oberschenkel und Hand inklusive Aufenthalt in einer Spezialklinik führte. In Amerika detonierte der Rauchspender einem Mann im Mund, was zu Splitterverletzungen im Mund- und Rachenraum führte. Die Explosionen haben für die Größe des Akkus eine erstaunliche Kraft.

Die Gründe für den Boom

Ursachen für die Explosionen sind laut dem E-Zigaretten-Hersteller Innocigs fehlende Sicherheitsvorkehrungen bei Hochspannung oder Entladung sowie fehlende Entgasungsvorrichtungen. Oftmals würden Nutzer die Geräte auch selbst manipulieren, was die Sicherheit herabsetze. Sicherlich kann jedes elektrische Gerät bzw. Akku explodieren, aber nur wenige werden so nah am Mann geführt wie eine E-Zigarette, die sich entweder in der Hosentasche oder dem Mund befindet.

Also wer haftet bei Verletzungen durch E-Zigaretten, die wie bei einem Mann in Iowa zum Verlust von Zähne und der chirurgischen Entfernung von Plastik- und Metallteile aus dem Mundraum führte.

Unfallversicherung und Importeur

Der Schadenexperte der Gothaer Markus Wulfert erklärt: “Es ist ein Fall für die Unfallversicherung, die würde in einem solchen Fall leisten. Die Krankenversicherung würde dies auch tun und könnte beim Schädiger Regress fordern, was die Unfallversicherung als Summenversicherer nicht tun könnte.”

Jetzt werden E-Zigaretten aber meist in Asien hergestellt, was einen Rechtsstreit verkompliziert, doch auch hier weiß Wulfert Rat: “Sie können sich an den Hersteller oder den Importeur wenden. Wenn ein Importeur gewerblich Produkte aus dem nicht EU-Ausland an Privatkunden vertreibt, übernimmt er nach deutschem Recht die Haftung. Damit wird dem Geschädigten erspart, seinen Schaden im Ausland geltend zu machen.”

Wie groß ist die Gefahr?

Trotz steigendem Absatz der Verdampfer, eine Versechsfachung des Umsatzes seit dem Jahr 2011 hatte die Gothaer noch keine Schäden durch die elektrischen Verdampfer zu bearbeiten.

umsatz-mit-e-zigaretten-in-deutschland-bis-2017_Statista

“Nein, dazu haben wir keine Fälle. Medial sehr präsent waren im vergangenen Jahr aber beispielsweise die Samsung-Akkus, die in Brand gerieten”, erklärt Wulfert und ergänzt abschließend, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung durch eine explodierende E-Zigarette “eher gering” sei. (mv)

Bild: E-Zigarette (Quelle: Jürgen Weidlich / www.pixelio.de / PIXELIO)

Grafik: Statista

Video: N-F-G-11 / Youtube

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