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“Traditionelle Versicherer haben digitalen Zug verpasst”

02.06.2017 – dominik_bark_simplesuranceVon Dominik Bark. Die Versicherungsbranche befindet sich im Umbruch. Das erkennen zunehmend auch die Vorstände der weltweit größten Versicherer, wie Munich Re und Allianz, die sich vor der Herausforderung sehen, neue Kunden im digitalen Zeitalter zu akquirieren. War vor wenigen Jahren noch die Kfz-Versicherung das Einstiegsprodukt in die Welt der Versicherungen, entfällt der Bedarf heute weitgehend beispielsweise durch Car-Sharing-Modelle und einen umweltbewussten Lebensstil.

Kostendruck und Regulierung wachsen in der Branche. Traditionelle Versicherer haben den Zug in die Digitalisierung schlichtweg verpasst und laufen heute anderen digitalen Geschäftsmodellen hinterher. Kunden sind heute technikaffin; sie wissen, wo sie Informationen finden und vergleichen Angebote auf ihren mobilen Endgeräten. Kein Produkt ist heutzutage so komplex, dass es nicht online verstanden werden kann. Um diese Kunden anzusprechen, müssen Versicherungen tief in die Tasche der Werbekosten greifen und zielgerechte Werbung platzieren. Viel zu oft ist die Ansprache insbesondere der jungen Zielgruppe, also der Generation Y und der Millienials nicht zeitgemäß.

Das können junge, dynamische Start-ups besser! Simplesurance hat eine innovative Cross-Selling-Software-Solution entwickelt, die in E-Stores integriert wird. Fünf Jahre nach der Gründung sind es über 2.000 Partnershops, die ihren Kunden am digitalen Verkaufspunkt Versicherungen anbieten, die mit nur einem Klick im Warenkorb hinzugefügt werden können. Besonders beim Kauf von Smartphones, die für mehr als jeden zweiten Menschen zum Alltag dazugehören und immer teurer werden, ist das Angebot einer Versicherung direkt am digitalen Verkaufspunkt – im Warenkorb – besonders attraktiv. Da wir den Distributionskanal von Versicherungen in den Warenkorb legen, entfallen auch die Kundenakquisekosten. Werbung wird somit obsolet und technikaffine sogenannte “Digital Natives” werden angesprochen. Das Durchschnittsalter unseres Kundenstamms liegt bei 30 Jahren, also können wir eine langjährige Verbindung mit dem Kunden aufbauen.

Wir arbeiten als Vermittler und arbeiten eng mit Versicherern, darunter Allianz, Munich Re, Gjensidige in Skandinavien und Assurant in den USA zusammen. Obwohl wir den Verkauf, das Schadenmanagement und den Reparaturprozess völlig automatisiert und digital und dadurch kostenneutral managen, fungieren unsere Versicherungspartner als Risikoträger.

Von Kooperationen zwischen Insurtechs und Versicherern profitieren beide Seiten. Insurtechs lernen von der Expertise der traditionsreichen Häuser, erhalten Einblick in historische Daten, den Kundenstamm und das langjährige Know-How über Produkte und Life-Cycles. Natürlich spielt auch die Markenbekanntheit und die finanziellen Ressourcen eine wichtige Rolle. Versicherungen gewinnen von der Flexibilität und den technologischen Innovationen von Insurtechs, die sich schneller auf sozio-ökonomische Veränderungen einstellen können. Start-ups haben einen Mut zur Innovation, den sich Versicherungen abgucken müssen.

Digitale Versicherungen sind ein wachsender Trend. Aus einer Umfrage von mehr als 158.000 Kunden in 18 Ländern geht hervor, dass der Anteil der digital aktiven Versicherungs-Kunden bei 70 Prozent liegt. Deshalb sollte man weniger von Disruption und vielmehr von neuen Möglichkeiten sprechen: Wenn Insurtechs und Versicherungen kooperieren und gemeinsam neue Produkte entwerfen und dabei für alle Seiten Kosten einsparen, haben wir eine klassische Win-Win-Situation, in der am Ende der Kunde aus digitalen und transparenten Prozessen und günstigen Angeboten am meisten profitiert und damit mehr Vertrauen in die Branche gewinnt.

Bild: Dominik Bark, CIO der simplesurance GmbH, spricht heute auf der Digisurance zum Thema “Kooperation zwischen Insurtechs und Versicherungen – Chance oder Risiko?”. (Quelle: simplesurance)

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