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Terrordeckung unter Autohaftpflichtpolicen?

27.03.2017 – Autovermiertung_Thorben Wengert_pixelio.deNach dem Terrorangriff auf der Londoner Westminister Bridge am 22. März werden auch britische Kraftfahrt-Erst und -rückversicherer ihre Exponierungen neu einschätzen müssen. Die Wahrscheinlichkeit eines unter Verwendung eines zugelassenen Fahrzeugs unternommenen Terrorakts wächst.

Dies gilt insbesondere für zwecks Tatbegehung eigens angemietete schwere Geländewagen und Lastwagen. Während in London drei Verkehrstote und circa 40 Verletzte zu beklagen waren, hatte das Nizza Ereignis vom 14. Juli des Vorjahres 86 Passanten das Leben gekostet und 434 verletzt. Bei einem Angriff der 50 Tote oder Schwerverletzte fordert, können leicht 50 Mio. Pfund oder mehr an Kosten auf die Versicherer zukommen. Das ist eine bislang nicht kalkulierte zusätzliche Exponierung für hohe Schadenexcedentenlayer.

Es scheint, als kenne die EU-Rats-Richtlinie 2009/103/EG vom 16. September 2009 keine Ausnahme von der Pflichtversicherung für den Fall, dass ein KFZ als Terrorwaffe missbraucht wird. Generell sind kaum Ausnahmen vom Anwendungsbereich vorgesehen. Bisherige Policen-Ausschlüsse bei unberechtigten oder führerscheinlosen Fahrern sowie bei Autos in einem nicht verkehrssicheren Zustand gelten als nicht geschrieben. Einzig bei gestohlenen oder unter Anwendung von Gewalt erlangten KFZ kann eine Schadenübernahme durch eine Verkehrsopferstelle vorgesehen werden.

Section 145 des Road Traffic Act 1988 definiert den gesetzlich vorgeschriebenen Deckungsumfang. Auch dort ist keine Rede von einer möglichen Terror-Ausnahme. Die AIG Autohaftpflichtpolice beispielsweise enthält zwar einen generellen Terrorausschluss, schränkt diesen aber wieder ein, was die gesetzliche geforderte Einhaltung des Mindest-Deckungsumfangs angeht.

Autoversicherer und Autoverleiher müssten wohl über erhöhte Sorgfaltsprüfungen bei Anmietungen nachdenken (nur noch an Kreditkartenbesitzer beziehungsweise Firmen mit relevanter wirtschaftlicher Tätigkeit) und technische Vorrichtungen, die nach einer Kollision die Kraftstoffzufuhr unterbrechen oder zumindest drosseln. Da die Flotten von Vermietern alle zwei oder drei Jahre erneuert werden wären derartige Maßnahmen recht schnell zu implementieren. (vwh/mv)

Bild: Autovermietung (Quelle: Thorben Wengert / PIXELIO / www.pixelio.de)

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