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Tefaf: Kunstversicherer klagen über Ratenverfall

10.03.2017 – Kunst_Tefaf_Harry_HeutsHeute öffnet die jährliche Kunstmesse Tefaf in Maastricht ihre Tore, wo 282 Galerien und Händler für drei Mrd. Euro Kunstobjekte anbieten – ein erhebliches Kumulrisiko für die Assekuranz. Doch die Marktwerte der Kunstwerke stagnieren. Vor Ort spricht VWheute über den fortlaufenden Ratenverfall mit einer Reihe von Kunstversicherern und spezialisierten Maklern, darunter auch mit der Axa Art, dem Hauptsponsor.

Die Zinsen steigen wieder, die Börsen machen unerwartete Sprünge. An alternativen Asset-Klassen wie Kunst könnte das Interesse bald erlahmen. Mit ein Grund, warum die Provinzial Rheinland diese Woche bei Christie’s in London  für fast 13 Mio. Pfund (14,6 Mio Euro) eine Winterlandschaft des schottischen Malers Peter Doig aus der Unternehmenssammlung verkaufte. Das Werk, das in den vergangenen Jahren auch in Museumsausstellungen gezeigt wurde und zu den wertvollsten Gemälden der Provinzial-Sammlung gehörte, ging an einen anonymen Bieter. Man trenne sich nur schweren Herzens von Doigs Bild, aber strategisch sei es der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf, erklärte die Provinzial Rheinland.

Bereits 2016 waren die Auktionsergebnisse häufig nicht allzu berauschend gewesen. Weniger rasch ansteigende Marktwerte bedeuten gleichzeitig ein geringeres Wachstum der zu versichernden Werte. Spezialversicherer haben bereits mit einem fortlaufenden Ratenverfall zu tun. Auch die Wohnsitzverlagerung vieler Millionäre beeinflusst den Kunsthandel. Nach einem allerdings auf wohl recht groben Schätzungen und Extrapolationen beruhenden Bericht der südafrikanischen Consulting Firma New World Wealth verließen im vergangenen Jahr etwa 12.000 (2015: 10.000) Millionäre ihre Heimat Frankreich. Gründe sind eine zunehmend konfiskatorische Besteuerung auf allen Ebenen sowie eine generelle Unsicherheit, wohin das Immigrationsland wohl driften mag. Kein Land hat so viele Millionäre eingebüßt wie Frankreich. Aber auch aus Deutschland scheint ein Exodus der Begüterten vonstattenzugehen: 2016 kehrten 5.000 Millionäre Deutschland den Rücken, 2015 waren es noch 1.000.

Die Tefaf präsentiert heute einen Jahresbericht zum internationalen Kunstmarkt. Die bisherige Verfasserin Claire McAndrews ist zum Konkurrenten ART Basel abgewandert, die Nachfolgerin Rachel Pownall verwendet anscheinend eine konservativerer Methodologie und sieht den Markt 20 Prozent kleiner. Sie kommt auf einen Weltmarkt 2016 von nur noch 45 Mrd. US-Dollar und stellt eine Verlagerung wieder weg von den Auktionshäusern (2015: 20,8 Mrd. Dollar an Umsatz, 2016: 16,9 Mrd. Dollar) zu den Galerien fest. Die Gegenwartskunsthabe im Schnitt um vier Prozent zugelegt, chinesische Kunst um elf Prozent. Aber über alle Kunstgattungen sei der Wert der auktionierten Kunst um 8,6 Prozent zurückgegangen. Die Umsätze der Auktionshäusern (einschließlich von diesen vermittelten Privatverkäufen) verteilten sich in etwas zu je einem Drittel auf China, Nordamerika und Europa. (cpt/dg)

Bildquelle: Tefaf / Harry Heuts

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