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Stowasser: “Uns steht eine digitale Revolution bevor”

20.10.2017 – stowasser_agv_akKaum ein anderes Thema in der Versicherungswirtschaft, von Niedrigzins und Regulierung einmal abgesehen, beschäftigt Führungskräfte und Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft wie das Thema der Digitalisierung. Eine unmittelbar bevorstehende Revolution hat gar der Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa), Sascha Stowasser, ausgemacht.

Auf der Sonderveranstaltung des Arbeitgeberverbandes der Versicherungswirtschaft (AGV) in München warf der Wissenschaftler einen Blick in die gar nicht mehr so ferne Zukunft. “Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten in der Versicherungswirtschaft” hatte Stowasser seinen Vortrag im Haus der Bayerischen Wirtschaft überschrieben.

Und was die knapp einhundert Zuhörer von fast genauso vielen Vertretern der Branche zu hören bekamen, war der Blick in die Zukunft, einer Zukunft in der neue Begriffe wie “Roboter-Steuer” oder “Menschen-Quoten” die Diskussionen in Politik und Gesellschaft beherrschen könnten.

Zukünftig wird noch viel mehr Flexibilität auf Seiten der Versicherungsunternehmen und deren Führungskräfte, wie auch auf Arbeitnehmerseite notwendig sein. Vertrauen auf der einen und Zuverlässigkeit auf der anderen Seite werden wichtige Sozialkompetenzen, die aber, bei aller Flexibilisierung die Ordnungsfunktion von Tarifverträgen z.B. nicht grundsätzlich in Frage, die Sozialpartnerschaft aber gleichwohl auf die Probe stellen können.

Kunde ist wichtigster digitaler Treiber

Als wichtigste Einflussfaktoren und Treiber der Digitalisierung hat Stowasser auch die Kunden identifiziert, denn die machen ihre Smartphones und Tablets zum Vademecum, mithin zum eigenen Büro in der Westentasche, nutzen immer mehr Finanz-App-Angebote und legen damit die Latte für den Dienstleister immer höher. Ein weiterer Einfluss kommt direkt aus der eigenen Arbeitsumgebung bzw. entlang der kompletten Wertschöpfungskette, denn Digitalisierung heißt Vernetzung, so Stowasser weiter.

Auch wenn die Medien beim Stichwort Digitalisierung immer wieder den Teufel an die Wand malen, Technologisierung führt eben nicht zu Massenarbeitsplatzverlusten, wie die Forschungsergebnisse des Ifaa in einer Übersicht seit dem Jahr 1952 belegen. Allerdings sind die Kompetenzen andere, der Arbeitsplatz ist anders und die Managementansätze neu in der digitalen Arbeitswelt 4.0. Die Einführung von flexibler Arbeit erfordert erstens eine bedarfsgerechte und maßgeschneiderte Arbeitsorganisation und zweitens betriebsindividuelle Vereinbarungen zur Gestaltung des Arbeitsplatzes, welche in drei Dimensionen stattfindet: Mit einer Flexibilität des Arbeitsortes, der Flexibilität der Arbeitszeit und schließlich der Flexibilität der Arbeitsstruktur.

Im Video-Interview analysiert Stowasser die Frage nach dem Stand der Digitalisierung in den Unternehmen, welche Herausforderungen in diesem Zusammenhang auf Führungskräfte und Beschäftigte zukommen und wie die Beteiligten Player am besten damit umgehen sollten:

(vwh/ak)

Bild: Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa), bei seinem Vortrag in München. (Quelle: Alexander Kaspar)

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