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“Smart Homes haben enormes Entwicklungspotenzial”

13.11.2017 – Cyberattacke, Hacker, Cyber - quelle GDVSind Smart Homes die Zukunft der Sachversicherung oder ein Einfalltor für Cyberkriminelle? Es hängt davon ab, wen man fragt, ob die Vorteile oder Gefahren überwiegen. VWheute hat mit Experten der Schadenverhütung und Cyber über das Thema Sicherheit gesprochen, um zu ermitteln, wie die Versicherungswirtschaft am Trend partizipieren kann.

Nach Schätzungen sollen bereits zweieinhalb Millionen Haushalte vernetzt sein, auch immer mehr Lampen, Küchengeräte oder Heizungssysteme. Damit ergeben sich für Versicherer neue Geschäfts- und Kommunikationsfelder. Justyna Mekler, Senior Consultant bei Sollers Consulting erklärt: “Für Versicherer ergeben sich neue Kundenschnittstelle durch die Möglichkeit, per App kundenspezifische Zusatzleistungen zu bieten.”

Nach Ansicht von Mekler werde durch Smart Homes ein “enormes Entwicklungspotenzial”, insbesondere für die Hausrats- und Gebäudeversicherung entstehen. Die entsprechenden Versicherungen würden das Geschäftsmodell der Assekuranz auf den Kopf stellen. Anstatt wie bislang üblich einen Schaden zu regulieren, werde in Zukunft Schadensfällen proaktiv entgegengewirkt. Sinnvoll sei es, Smart Home-Versicherungen mit günstigen Tarifen attraktiv zu machen oder die Technik kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Mehrere Versichere sind bereits auf den Zug aufgesprungen, so kooperieren die Ergo mit Telekom, die Gothaer mit Abus, die Allianz mit Panasonic und die Cosmos Direkt mit Nest Labs. Laut Mekler werden die Versicherer “mit neuen flexiblen Angeboten auf den Markt drängen”. Die Unternehmen, die mit den technologischen Entwicklungen “Schritt halten”, würden künftig “enorm profitieren”. Die Branche muss allerdings realisieren, dass dafür eine “leistungsfähige IT-Landschaft unabdingbar” ist.

Die Sicherheit von Smart Homes

Niemand möchte, dass das eigene Heim das Testfeld von Cyberkriminellen wird. Die VdS Schadenverhütung GmbH hat daher gemeinsam mit Experten von Industrie, Verbänden, Behörden, Versicherungswirtschaft und zertifizierenden Instituten jetzt Kernfragen zum Thema Sicherheit diskutiert. Auf der Smart Home Security-Konferenz haben sie die “Bad Sodener Erklärung” verfasst, die “Bürgern, Medien, Politik und Verwaltung wichtige Fakten rund um sichere Smart Buildings aufzeigen und konkrete Hilfestellungen für Entscheidungen” aufzeigen soll. Unter anderem sollten Smart Home-Produkte durch unabhängige Prüfstellen zertifiziert werden, insbesondere wenn sie sicherheitstechnische Funktionen übernehmen. Weiter wird von Eigeneinbau der komplexen Anlagen abgeraten. Bei allen Problemen seien Smart Homes aber sicherer als unabgeschlossene Häuser.

Sebastian Brose, Einbruchschutzexperte bei VdS: “Smarte Gebäude sind grundsätzlich sicherer als konventionelle – wenn die vernetzten Produkte fachgerecht installiert und durch die weiter unverzichtbare mechanische Sicherungstechnik ergänzt werden. Dann kann das Gebäude sich sogar gegen einen erkannten Einbruchversuch `wehren´, indem es den Täter durch das Einschalten von Lichtern sowie mit Sprachansagen verunsichert und einen Sicherheitsdienstleister herbeiruft.”

Möglichkeiten für Versicherer und Gefahrenabwehr sind nur einige Aspekte von Smart Home. Der Anwalt Udo Kornmeier hat sich mit dem Thema Datenschutz bei Smart Homes beschäftigt, IT-Berater Mariusz Janczewski, kritisiert die Zurückhaltung der Versicherer und Hiscox hat die Gefahr eines Cyberangriffs in einem Workshop dargestellt – mit verehrenden Ergebnissen für die Teilnehmer. (vwh/mv)

Bildquelle: GDV

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