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Schlechte Zahlungsmoral beansprucht Kreditversicherer

10.02.2017 – Mahnung__Stephanie  Hofschlaeger_pixelioPolitische Risiken, Kursverfall, zurückgehender Konsum: Immer häufiger bezahlen Kunden ihre Geschäftspartnern mit Verzögerung oder gar nicht mehr. Immer häufiger springt deshalb ein Kreditversicherer ein, um den Ausfall abzufedern. Die OeKB Versicherung veröffentlichte ihre Top 10 der Exportländer, die im letzten Quartal 2016 unzuverlässig zahlten. Der einst boomende türkische Markt belegt Platz Eins.

Verglichen wurden die Zahlen zum Jahresende 2016 mit denen des dritten Quartals im vergangenen Jahr. Laut Kreditversicherer OeKB folgt auf einen Zahlungsverzug in 75 Prozent der Fälle auch ein Schadenfall. Das restliche Viertel der Ausfälle resultiert aus der Insolvenz von Arbeitnehmern. Verzüge geben daher einen wichtigen Hinweis auf die weitere Entwicklung: “Wenn unsere Versicherungsnehmer steigende Verzüge melden, dann ist das für uns ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung eines Landes. Denn genau in diesen Ländern werden erfahrungsgemäß auch die Schäden steigen”, erklärt Karolina Offterdinger, Vorstand der OeKB Versicherung.

Den Spitzenplatz belegt dabei erneut die Türkei. “Die Verzüge steigen bei unseren Versicherungsnehmern etwas stärker als ihre Umsätze. Insgesamt werden unsere Erfahrungen mit offenen Forderungen türkischer Abnehmer tendenziell schlechter”, stellt Offterdinger fest. Die konjunkturelle Entwicklung werde gebremst durch die schwerfällige Bürokratie, die hohe Importabhängigkeit der Industrie sowie den Kursverfall der Lira, glaubt der Versicherer. Auf Platz zwei rangiert Indien, dessen Volkswirtschaft weltweit zu den am schnellsten wachsenden zählt. Hier registrierte die OeKB einen starken Anstieg der Verzüge. Einen Grund vermutet Offterdinger in der Bargeldreform, die für kurzfriste Verwirrung sorge. Soweit noch kein Anlass zur Sorge.

Auch Brasilien belegt einen Platz unter den Top Ten der Säumigen. “Trotz durchaus positiver Aussichten lassen brasilianische Abnehmer unsere Versicherungsnehmer immer häufiger auf ihr Geld warten”, erklärt Offterdinger. “Das für 2017 verbesserte Risikoprofil Brasiliens bedeutet daher noch lange nicht, dass Exporteure jetzt einfach drauflos liefern sollten. Wie man sieht, sorgen die politischen und die wirtschaftlichen Risiken immer wieder für offene Rechnungen”, ergänzt sie.

Bei Kunden aus den USA steigen die Säumnis-Schäden, selbst wenn die Verzüge weniger werden. Auch hier reichte es für einen Platz unter den Exportkunden mit der schlechtesten Zahlungsmoral. “Die steigenden Schäden waren zu erwarten – sie sind eine direkte Auswirkung der hohen Verzüge vom Vorquartal”, erläutert Karolina Offterdinger. Mögliche Ursachen seien unter anderem der rückläufige Privatkonsum, sinkende lokale Investitionen sowie politische Unsicherheit nach der Vereidigung Donald Trumps als Präsident. (vwh/jh)

Bildquelle: Stephanie Hofschläger / pixelio.de

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