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Rückruf wird für Produkthaftung immer wichtiger

20.01.2017 – weimann_sgkMehr denn je ist die Versicherungswirtschaft von externen Veränderungen geprägt. Dieses Gefühl bestimmte am Vortag der Vereidigung von Donald Trump als 45. Präsident der USA den ersten Tag der Euroforum-Jahrestagung Allgemeine Haftpflicht. Ein klarer Trend ist nach Einschätzung von Daniel Weimann, Hauptbevollmächtigter von Swiss Re Corporate Solutions München, die Zunahme der Rückrufe in der Automobil- und Nahrungsmittelindustrie.

“Der Produkthaftungsbereich verschiebt sich in den Rückrufbereich”, konstatierte er. Dazu komme der Enterprise Act von 2016 aus den USA, der zu einer schnelleren Schadenregulierung zwingt. Generell verändere sich das rechtliche Umfeld auf internationaler Ebene sehr schnell und auch der technologische Fortschritt sorge dafür, dass das bisherige Wording nicht mehr mithalten könne. In der Regel würden die Wordings bei den allgemeinen Haftpflichtbedingungen einfach durchgeschrieben – das könne dazu führen, dass im Schadenfall die Fälle nicht komplett geklärt werden können. “Mittlerweile hat jeder Makler sein eigenes Wording, das er versucht, bei den Versicherungsunternehmen durchzusetzen”, so Weimann.

Diese müssen sich aber nicht nur mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Wordings auseinandersetzen, sondern auch mit neuen Playern, die auf den Haftpflicht-Markt drängen. Die Teilnehmer einer Diskussionsrunde zu diesem Thema sahen dies nicht grundsätzlich als Bedrohung an – “Konkurrenz belebt das Geschäft“, stellte Sandra Dammalacks, Leiterin Haftpflicht deas Deutsche Assekuranz-Makler GmbH, fest. Außerdem würden die neuen Player nicht zwingend nur sich am bereits vorhandenen Kuchen bedienen, sondern auch viele Zusatzkapazitäten schaffen – “die Kunden sind signifikant unterversichert“, wie Gregor Köhler, President Northern Europe, Berkshire Hathaway Specialty Insurance beobachtet hat.

Nicht ganz einig war sich die Runde darüber, ob durch Veränderungen wie die Digitalisierung die menschlichen Beziehungen wirklich zurückgedrängt werden – “das Bauchgefühl des Underwriters lässt sich nicht ersetzen”, war sich Alexander Mack, Chief Claims Officer, Allianz Global Corporate & Specialty SE, sicher. (sgk)

Einen ausführlichen Bericht über die Haftpflicht-Tagung lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Business- und Managamentmagazins Versicherungswirtschaft.

Bild: Daniel Weimann (Quelle: sgk)

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