Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 
- Anzeige -

Reisekrankenversicherung: Ratingagentur sieht Nachholbedarf

12.07.2017 – Urlaub_RainerSturm_pixelio.deZum Start der Urlaubssaison veröffentlicht die Ratingagentur Franke und Bornberg erstmals ein Produktrating für Reisekrankenversicherungen (RKV) sowie Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen. Das Fazit fällt recht ordentlich aus: Breites Mittelfeld und noch Luft nach oben in der RKV, Top-Niveau beim Reiserücktritt.

Für das neue Rating haben Franke und Bornberg typische Jahrespolicen für beliebig viele Auslandsaufenthalte von jeweils maximal zehn Wochen Dauer untersucht. Dazu Geschäftsführer Michael Franke: “Wir legen die Bedingungen in Zweifelsfällen stets zum Nachteil des Versicherten aus. Das gilt selbst dann, wenn der Versicherer mit der Formulierung vermutlich etwas anderes bezwecken wollte. Gute Absichten allein reichen nicht.”

Rücktransport problemlos

Die Tarifexperten haben insgesamt 54 RKV-Tarife nach jeweils 35 Kriterien geprüft. Wichtigste Merkmale sind dabei die Leistungen bei Krankheit im Ausland sowie die Regelungen für einen Krankenrücktransport zurück nach Deutschland. Hier steckt der Teufel oft im Detail. So übernimmt ein kundenfreundlicher Tarif beispielsweise Mehrkosten für einen Rücktransport zum nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus in Wohnortnähe der versicherten Person, wenn dieser medizinisch sinnvoll und vertretbar ist, die Behandlung im Ausland länger als 14 Tage dauern würde oder die Behandlung im Ausland teurer wäre als der Rücktransport.

Leistungszusage vorher einholen

Ein schlechter Tarif versichert hingegen nur Mehrkosten eines medizinisch notwendigen und ärztlich angeordneten Rücktransports an den ständigen Wohnsitz oder ein Krankenhaus in Deutschland. Vor dem Rücktransport muss zudem eine Leistungszusage beim Versicherer eingeholt werden. Bei guten Bedingungen werden Kosten der stationären Heilbehandlung einschließlich Operationen, Operationsnebenkosten sowie Verpflegung und Unterkunft bezahlt, in anderen Tarifen nur die stationäre Heilbehandlung ohne weitere Präzisierung.

An gut die Hälfte der untersuchten RKV konnte die Note „FF“ (Gut) vergeben werden. Nicht einmal jeder zehnte Vertrag erreichte die Bestnote „FFF“ (Hervorragend). Diese schafften die Envivas Krankenversicherung AG, die R+V Versicherung AG und die Würzburger Versicherungs-AG vergeben.

Viele Urlaubsreisen werden schon lange im Voraus gebucht. Wenn die Reise dann storniert werden muss, kann das sehr teuer werden. Eine Reisrücktrittsversicherung (RRV) übernimmt die vertraglichen Reisekosten bei Reisestorno aufgrund eines vereinbarten Ereignisses.

Für das neue Rating haben Franke und Bornberg ausschließlich Tarife herangezogen, die Leistungen bei Reiserücktritt und Reiseabbruch bieten. Untersucht wurden insgesamt 17 Tarife nach 47 verschiedenen Kriterien.

Neben Standards wie Todesfall, Erkrankung oder Unfall von Reisenden oder nahen Angehörigen haben mittlerweile weitere Anlässe Eingang in die Bedingungen gefunden. So leisten gute Tarife beispielsweise auch bei Verlust oder Wechsel des Arbeitsplatzes, konjunkturbedingter Kurzarbeit oder zu wiederholenden Prüfungen. Weitere Kennzeichen für Toptarife sind der Verzicht auf eine Begrenzung der Reisedauer und Abschlussfristen.

Hohes Leistungsniveau

Insgesamt ist das Leistungsniveau der RRV erfreulich hoch. Tarife dieser Anbieter haben die Höchstnote (FFF) erreicht: Allianz Global Assistance International S.A., Barmenia Krankenversicherung a.G., ERV (Europäische Reiseversicherung AG), HanseMerkur Krankenversicherung AG, SIGNAL IDUNA Allgemeine Versicherung AG, TravelProtect und Union Reiseversicherung AGA.

RKV digital

Franke und Bornberg unterstützt auch die digitale Beratung. Deswegen haben die Analysten untersucht, ob Versicherer Lösungen für einen Online-Abschluss von Reiseversicherungen bieten. Im Ergebnis verzichten nur noch fünf von 36 untersuchten Versicherern auf Onlinegeschäft und haben keinen digitalen Abschluss für ihre RKV über ihre Homepage im Angebot. Das sind die Debeka, die LVM, die PAX Familienfürsorge, die R+V sowie die uniVersa. Sechs Gesellschaften stellen die RKV-Bedingungen allerdings nicht vor dem Abschluss online bereit (Allianz PKV, Arag, Debeka, ERGO, Münchener Verein, PAX Familienfürsorge).

Online ist Standard

Bei der RRV ist die Möglichkeit für einen Online-Abschluss Standard – inklusive Bereitstellung der Versicherungsbedingungen vor Vertragsabschluss. Michael Franke begrüßt die Entwicklung: “Der Vertrieb muss sich dem veränderten Verbraucherverhalten anpassen. Im standardisierten Massengeschäft führt an digitalen Angeboten kein Weg mehr vorbei.” (vwh/wo)

Bildquelle: RainerSturm / PIXELIO / www. pixelio.de

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten