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Profitieren Versicherer vom Kunstboom?

13.11.2017 – Kunst_Helene Souza_pixelioKunst stellt heute als alternatives Investment einen wachsenden Anteil an den Portefeuilles von HNW Familien, nicht zuletzt auch wegen der Wertentwicklung der erworbenen Kunstwerke. So beziffert Deloitte den Wert der 2016 von UHNWIs gehaltenen Kunst und Sammlungsgegenständen auf 1,622 Mrd. US-Dollar. In kommenden zehn Jahren prognostizieren die Experten einen weiteren Anstieg auf 2,706 Mrd. US-Dollar.

Dabei verfolgen die Kunstsammler mit dem Investment in entsprechende Luxusgüter wie Oldtimer, Wein oder auch Kunstwerke recht unterschiedliche Ziele:

  • Zunächst einmal geht es um die Werterhaltung und Wertsteigerung fernab der Börsenentwicklung. Dabei gilt der internationale Kunsthandel aktuell als wenig transparent. So sind beim Erwerb und beim Wiederverkauf derzeit jeweils Margen von 20 bis 40 Prozent sind üblich. Allerdings war die Wertsteigerung bei alten Kunstwerken in den letzten zehn Jahren mehr als bescheiden.
  • Neben dem schnöden Streben nach Wohlstandsmehrung kommt jedoch auch eine echte Kunstbegeisterung hinzu. Die Passion kann am Anfang eines solchen Investments stehen, kann sich aber auch erst im Lauf der Jahre einstellen.
  • Zunehmend wird Fine Art als ein Lifestyle Product verstanden, welches dem Besitzer einen Hauch der Exklusivität (Veblen Effekt) und gar der quasi-religiösen Transzendenz vermittelt.
  • Zudem dient die Gründung einer auf Kunst ausgerichteten Familienstiftung auch der langfristigen Sicherung des öffentlichen Ansehens der Stifterfamilie, insbesondere wenn diese nach wie vor unternehmerisch tätig ist, etwa im Bereich von Luxusartikeln oder Mode.

Die Verbindung mit Kunst verhilft zudem vielen Firmen dazu, ihre Marke noch prominenter in der Öffentlichkeit platzieren zu können. Bei vielen prominenten Firmen fungieren deren Corporate Collections als Teil des eigenen Brandings, darunter beispielsweise die Deutsche Bank, Crédit Suisse und insbesondere auch Mode- und Prestigemarken wie Prada und LVMH.

1967 verwendete Yves St. Laurent das Design eines Mondrian-Bildes für einen Kleiderentwurf. Dies war in der Folge ein wichtiges Element seines Erfolgs als Mode-Designer. Ein weiteres Beispie: die spanische Stadt Bilbao verdankt ihre touristische Attraktivität einer Dépendance des Guggenheim Museums.

Versicherer mischen auf dem Kunstmarkt mit

Das sich Versicherer oder Makler der Kunst widmen, ist kein neues Phänomen. So fördert der Düsseldorfer Versicherungsmakler Best Gruppe regelmäßig lokale und überregionale Kunstprojekte, wie zuletzt die Ausstellung des afrikanischen Künstlers Peter Uka .

Natürlich verändert sich auch der Kunstmarkt, sodass eine laufende Beobachtung und gegeben falls Investitionen nötig sind. Die Axa Art hatte zuletzt in “fineartmultiple” investiert , das ist nach Eigenaussage “Europas größte Online-Plattform für zeitgenössische Kunst”.

Kai Kuklinski von Axa Art definierte die Funktion der Kunstversicherer jüngst auf Art & Finance in der ehemaligen Mailänder Börse breiter als sie meist verstanden wird: “Die Rolle des Kunstversicherers ist es nicht nur im Ernsfall versicherte Schäden zu bezahlen sondern den Kunden als Risikomanager beratend zur Seite zu stehen, etwa auch was konservatorische und Sicherheitsfragen angeht. Bislang erscheint uns bei vielen Kunstinvestitionen das Risikomanagement noch etwas unzureichend. Dies gilt nicht nur für Kunst im engeren Sinn sondern auch für ‘collectibles’ wie vintage cars, Wein und gar baseball cards”.

Allerdings sehen die Kunstversicherer die Entwicklung auch mit einem weinenden Auge: “Den Wettbewerbs- und Margendruck hatten wir bereits erwähnt, der in manchen Bereichen inzwischen zu nicht mehr bedarfsgerechten Prämien führt. Dies kann im Schadenfalle für den Kunden zu unerfreulichen Entwicklungen führen. Dies beobachten wir als führender Spezialversicherer, der die Kundenbedürfnisse und den Erhalt von Kunst und Kulturgut in den Vordergrund stellt, durchaus mit Sorge”, betonte Kuklinski jüngst gegenüber VWheute.

Die R+V hat dies jedenfalls nicht daran gehindert, gezielt in den Kunstversicherungsmarkt einzusteigen. Der Wiesbadener Versicherer will sich von seinen Konkurrenten vor allem dadurch unterscheiden, dass er als erster Anbieter auf dem deutschen Markt eine Kunstversicherung über das Internet anbietet – bis zu einem Sammlungswert von 50.000 Euro. (cpt)

Bildquelle: Helene Souza / PIXELIO (www.pixelio.de)

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