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Pokémon Go sorgt für Milliardenschäden und Tote

29.11.2017 – Pikachu - Wikimedia CommonsSie sehen jemanden, der bei der Suche nach einem animierten gelben Wesen mit blitzähnlichem Schwanz auf sein Smartphone starrend vor einen Bus läuft. Was denken Sie? Richtig, wie viele Schäden verursachen diese Menschen bei der Suche nach Pokémons. Forscher haben sich des Themas angenommen: Pokémon Go verursacht Milliardenschäden – und sogar Tote.

Fall sie nicht wissen sollten, wovon hier die Rede ist: Pokémon, etwa Taschenmonster, sind Fantasiewesen, die auf und in Videospielen, TV-Shows, Spielkarten und Filmen sowie vielen weiteren Elementen der Unterhaltungswelt beheimatet sind. Die oft verniedlichten Tieren nachempfundenen Wesen mit Spezialfähigkeiten werden gefangen, ausgebildet und gegen andere Pokémon in den Kampf geschickt, was nicht nur die Kleinsten aufregend finden.

Problem Realität

Bei Pokémon Go gibt es die Besonderheit, dass die Fantasiewesen in der wirklichen Welt gefangen werden (augmented reality) müssen. Aufgespürt werden sie durch Smartphone oder Tablet, was oft zu Lasten der Aufmerksamkeit im Straßenverkehr geht. Das haben Forscher der Purdue Universität (Indiana/USA) in einer Untersuchung herausgefunden, für die polizeiliche Meldungen in einem begrenzten Gebiet in Indiana ausgewertet wurden, die in direkter Verbindung mit Pokémon Go stehen. Die Ergebnisse aus dem Testgebiet wurden dann auf die USA hochgerechnet.

Alleine in Indiana kam es innerhalb von fünf Monaten zu 134 Unfällen mit 31 Verletzungen und zwei Todesfällen. Die Autounfallschäden beliefen sich summiert auf eine halbe Million US-Dollar. Die Unfälle geschahen vermehrt dort, wo die Wesen zu finden waren, was die Zuordnung erleichterte. Hochgerechnet auf die gesamten Vereinigten Staaten ergibt sich ein Gesamtschaden von bis zu 7,5 Mrd. US-Dollar, auch wenn die Forscher zugeben, dass genaue Zahlen “spekulati” seien.

Das Spiel wird aber nicht nur in den USA gespielt, sondern ist ein weltweites Phänomen, alleine in den ersten 60 Tagen nach Veröffentlichung überstiegen die Downloads die 500-Millionen-Grenzen. Natürlich hat das Spiel auch in Deutschland längst Fuß gefasst hat.

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Versicherer sind mit an Bord

Die Barmenia und Knip hatten den mittlerweile abgekühlten Hype im Sommer 2016 aufgegriffen und eine spezielle Pokémon-Versicherung angeboten. Auf Nachfrage von VWheute konnte die Barmenia “kurzfristig keine Antwort” geben und auch Knip äußerte sich nicht, wie viele Versicherungen abgeschlossen wurden und welche Schäden zu beklagen waren. Mittlerweile haben sich die Hersteller des Spiels, Nintendo und Niantic, des Problems selbst angenommen und verhindern, dass Pokémons eingesammelt werden können, wenn die normale Gehgeschwindigkeit überschritten wird.

Laut der Studie ist damit aber nur ein Teil des Problems gelöst, nämlich unaufmerksame Fußgänger. Viele Schäden entstehen durch Autofahrer, die bei der Suche auf das Auto zurückgreifen und so gebannt auf ihr Mobilgerät blicken, dass sie zur Gefahr von allen anderen Verkehrsteilnehmern oder auch immobiler Infrastruktur werden. Die geschätzten 7,5 Mrd. Pokémon-Go-Kosten fallen Amerika stärker zur Last als die Ausgaben für manche Kriegsjahre im letzten Jahrzehnt.

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(vwh/mv)

Bildquelle: Junger Mann mit Pickachu-Mütze (Quelle: Ash Ketchum / Wikimedia Commons)

Grafikquellen: Statista
Download-Statistik Deutschland
Kriegskosten USA

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