Versicherungswirtschaft-heute

          Mobilversion

 

PKV will mehr Spielraum für Prämienerhöhungen

10.08.2017 – Thorben Wengert_pixelio.deDebeka-Vorstand Roland Weber sind die derzeitigen Regelungen zur Beitragserhöhung ein Dorn im Auge. Nun fordern die privaten Krankenversicherer mehr Spielräume bei Prämiensteigerungen. Damit sollen die sprunghaften Anstiege der Beitragszahlungen künftig vermieden werden. Nach Ansicht des Debeka-Managers erweckt die aktuelle Praxis den Anschein, dass die PKV besonders teuer sei.

Momentan können private Krankenversicherer ihre Beiträge bekanntlich nur nach sogenannten selbstauslösenden Faktoren anheben. Diese liegen dann vor, wenn die Leistungen in einem Tarif nachweislich mindestens zehn Prozent höher liegen als kalkuliert. Das Ergebnis: Nachdem manch privater Krankenversicherer zeitweise über mehrere Jahre hinweg auf Beitragserhöhungen weitgehend verzichten musste. Überstiegen die höheren Ausgaben dann den jeweiligen Wert, führte dies zu einer sprunghaften Beitragssteigerung für die Versicherten.

Eine Studie des IGES Instituts im Auftrag der Debeka will nun herausgefunden haben, dass langfristig privat Krankenversicherte im Alter nicht zwangsläufig höhere Prämien als Jüngere zahlen müssten. Dazu haben die Wissenschaftler nach eigenen Angaben rund 716.000 Versicherte der Geburtenjahrgänge 1974 und früher untersucht. Die Voraussetzung: Die betroffenen Personen mussten zwischen 1995 und 2015 durchgehend privat vollversichert sein.

Das Ergebnis: Laut IGES zahlten demnach die 41- bis 50-Jährigen beihilfeversicherten Männer 2015 durchschnittlich eine Prämie in Höhe von 168 Euro monatlich für ihren Versicherungsschutz. Bei Männern in der Alterskategorie 71 bis 80 Jahre waren es demnach 182 Euro. Bei den Nicht-Beihilfeversicherten – wie etwa Selbstständigen und Angestellte – beliefen sich die durchschnittlichen Prämien laut Studie für einen 71- bis 80-Jährigen auf 413 Euro und für einen 41- bis 50-Jährigen auf 359 Euro.

Demnach betrug die mittlere jährliche Prämienveränderung für alle Versicherten zwischen 1995 und 2015 durchschnittlich rund 2,9 Prozent, so das IGES Institut weiter. Für die Nicht-Beihilfeberechtigten kam es 2015 nur zu durchschnittlichen Steigerungen in Höhe von 0,7 Prozent, 1997 allerdings zu Erhöhungen in Höhe von 14,6 Prozent. Bei 16 Prozent der Beihilfeversicherten konstatierten die Wissenschaftler hingegen vergleichsweise starke Prämiensteigerungen von jährlich etwa 4,6 Prozent. Bei den Angestellten und Selbstständigen waren dies fünf Prozent Prämiensteigerung pro Jahr, wovon aber lediglich sechs Prozent betroffen waren, schränken die Studienautoren jedoch ein.

Ein Sprecher des PKV-Verbandes betonte auf Anfrage von VWheute: “Umfragen bestätigen, dass die Versicherten kleine, regelmäßigere Beitragsanpassungen im Vergleich zu seltenen, dann aber deutlich größere Sprüngen, bevorzugen würden. Der PKV-Verband fordert daher eine bessere gesetzliche Regelung, die eine stetigere Beitragsentwicklung ermöglicht.” (vwh/td)

Link: Die vollständige Studie des IGES Institut (PDF)

Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)

- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

 

VVW | Kontakt | AGB | Datenschutzerklärung | Impressum | Mediadaten