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PKV: Aktuarieller Unternehmenszins unter 3,5 Prozent

19.02.2018 – Zins_by_Thorben Wengert_pixelioAls Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat das Bundesfinanzministerium die Geheimhaltung von Daten, welche die privaten Krankenversicherer an die Bafin übermitteln müssen, gelockert. Das BMF teilte auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mit, dass der so genannte aktuarielle Unternehmenszins (AUZ) in allen PKV-Unternehmen 2017 erstmals unter 3,5 Prozent gelegen habe.

Eine Differenzierung nach Unternehmen lehnte das Ministerium aber ab. Der linke Gesundheitspolitiker Harald Weinberg hatte nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil vom November vergangenen Jahres erneut einen Fragenkatalog erstellt. Die damals verwehrten öffentlichen Einblicke in Bezug auf Mitgliederentwicklung bei 36 PKV-Unternehmen, der Beitragsentwicklung je Krankenvollversicherten sowie die jährlichen Beitragssteigerungen hob das Finanzministerium jetzt den Vermerk “VS – Vertraulich” auf.

Andere Fragen, bei deren Veröffentlichung das Ministerium Eingriffe in den Wettbewerb befürchtete, bleiben unter Verschluss. Hier können die Fragesteller lediglich in der Geheimdienststelle Einblick nehmen, ohne aber Kopien, Fotografien oder Notizen machen zu dürfen. Auch eine Unterrichtung der Öffentlichkeit ist ausgeschlossen. Der PKV-Verband erklärte auf Nachfrage mit Blick auf das Gerichtsurteil, das teilweise Entgegenkommen des Ministeriums sei “vertretbar”.

PKV entwickelt sich in der Vollversicherung sehr unterschiedlich

Das Ministerium listete die Entwicklung in der Krankenvollversicherung für 36 PKV-Unternehmen zwischen 2010 und 2016 im Detail auf. Branchenschwergewischt Debeka konnte in diesem Zeitraum seine Mitgliederzahl kontinuierlich von 2,149 Millionen im Jahr 2010 auf 2,336 Mio. in 2016 ausweiten, während zugleich über alle 36 Unternehmen die Versichertenzahl auf 8,63 (8,92) Millionen sank.

Stetig bergauf bei den großen PKV-Versicherern ging es auch bei der Huk-Coburg Krankenversicherung auf 411.000 (374.000). Auch bei der Axa Krankenversicherung und der Signal Krankenversicherung zeigt die Entwicklung über die sieben Jahre mit Schwankungen nach oben. Zu den Verlierern zählen die DKV AG (von 911.300 auf 795.600) und die Allianz private Krankenversicherung (694.000 auf 618.300). (brs)

Bildquelle: Thorben Wengert / PIXELIO (www.pixelio.de)

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