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PEPP: Michael Heinz warnt vor überflüssiger Regulierung

06.07.2017 – Europaeische Flagge_Lupo_pixelio.de“Wir bezweifeln, dass die standardisierten PEPP attraktiver für die Bürger sind als bereits bestehende Angebote über Riester, Rürup und private Renten- sowie Lebensversicherungen”, sagt Michael H. Heinz. BVK-Präsident kritisiert den Vorschlag der EU-Kommission, durch sogenannte Pan European Pension Products die private Altersvorsorge europaweit anzukurbeln. PEPP würde komplexe Durchführungswege verkomplizieren.

Dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute erschließt sich nicht, warum die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) die 1994 erfolgte sinnvolle Deregulierung im Produktbereich wieder zurückdrehen will. Schließlich war diese durchgeführt worden, weil sie nicht mehr der gewachsenen Vielfalt an individuellen Lebensformen und damit verbundenen Risiken entsprach.

Mit den PEPP werde dieser richtige Schritt teilweise wieder rückgängig gemacht, betont Heinz. EU-Bürgern würden dann standardisierte Produkte angeboten, und das auch noch ohne eine qualifizierte Beratung durch Versicherungsvermittler. “Damit werden gleich zwei Sünden begangen, Rückfall zu überflüssiger Regulierung und mangelhafter Verbraucherschutz durch fehlende Beratung”, unterstreicht Heinz. Der BVK bemängelt zudem, dass dieser neu zu schaffende paneuropäische Pensionsfonds seinen Deckungsstock in der momentanen Niedrigzinsphase zunächst nur mit staatlichen Zuschüssen aufbauen kann. Dies wäre aber ordnungspolitisch und wettbewerbsrechtlich bedenklich, zumal ein gut funktionierender Markt für Altersvorsorge existiert.

Auch das Argument der Portabilität der PEPP in andere EU-Staaten lässt Heinz nicht gelten. Schließlich verfügten die 28 EU-Staaten über völlig unterschiedliche Steuer- und Sozialversicherungssysteme, so dass eine einheitliche Behandlung der PEPP-Altersvorsorge nur schwer vorstellbar sei. Der BVK sieht daher eine Einführung von PEPP kritisch und warnt davor, dass individuelle Absicherung eingeschränkt werde. Kunden sollten weiterhin die Wahloptionen zur Altersvorsorge zur Verfügung stehen, die ihrer besonderen und individuellen Lebenssituation entsprechen würden. (vwh/wo)

Bildquelle: Lupo / PIXELIO / www.pixelio.de

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