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Pensionsverwalter schwächeln beim Neugeschäft

03.04.2017 – la_caixa_rehDas Geschäftsergebnis der spanischen Pensionsfondsverwalter in 2016 ist enttäuschend. Die vom Branchenverband Inverco vorgelegten Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr zeigen eine schwache Neugeschäftsdynamik trotz guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Das verwaltete Vermögen erreichte in 2016 laut Inverco 106,8 Mrd. Euro mit einer Wachstumsrate von lediglich 2,2 Prozent.

Die spanischen Lebensversicherer bauten demgegenüber die technischen Rücklagen bei der kapitalbildenden Lebensversicherung im gleichen Zeitraum um 5,9 Prozent auf 171,7 Mrd. Euro aus. Damit konnten die Versicherungskonzerne spürbar mehr von der boomenden Wirtschaftsentwicklung profitieren.

Die schwache Wachstumsdynamik der Pensionsfondsverwalter zeigt sich vor allem bei den Netto-Neuzuflüssen. Nach Inverco erreichten die Leistungen an Kunden in 2016 eine Höhe von 4,7 Mrd. Euro, während die zugeflossenen Beitragszahlungen bei 4,9 Mrd. Euro lagen. Die Netto-Neuzuflüsse beliefen sich damit auf die ernüchternde Größe von nur 244 Mio. Euro.

Das ist noch einmal um mehr als die Hälfte weniger als im ebenfalls enttäuschenden Geschäftsjahr 2015, als die Netto-Neuzuflüsse noch bei 512 Mio. Euro lagen. Vor der Wirtschaftskrise ab 2008 flossen jährlich bis zu fünf Mrd. Euro netto in die Pensionspläne. Aktuell erreicht die Summe der vergangenen fünf Geschäftsjahre gerade einmal eine Höhe von zwei Mrd Euro. Die spanischen Lebensversicherer steigerten im Vergleich dazu ihr Beitragsvolumen in 2016 um 21,7 Prozent auf 31,1 Mrd. Euro.

Pensionsverwalter leiden unter Rendite

Eine der Ursachen ist die Rendite. Die von Inverco veröffentlichte jährliche Netto-Rendite bewegt sich bei gerade einmal zwei Prozent. Im Fokus der Kritik stehen die hohen Verwaltungsgebühren, wodurch das Renditeniveau spürbar sinkt. Die Pensionsfondsverwalter wurden deshalb von der Aufsichtsbehörde DGSFP bereits aufgefordert, die maximal zulässigen Gebühren zu senken.

Ausschlaggebend für die Schwäche der Pensionsfonds dürfte aber auch der Anlagehorizont sein, denn sie sind größtenteils bis zum Rentenbeginn illiquide. Die Analyse der Geschäftsentwicklung der spanischen Lebensversicherer in 2016 unterstreicht diesen Standpunkt, da auch dort nicht alle Sparprodukte gleich erfolgreich waren. Kräftig wachsen konnten nur Produkte, bei denen die Möglichkeit eines Rückkaufs leichter möglich ist, als bei den Pensionsplänen.

Die Großbank CaixaBank mit ihrer Kernmarke La Caixa etabliert sich als der unbestrittene Branchenprimus. In 2016 konnte sie ihren Marktanteil spürbar auf 22,9 Prozent ausbauen. Es folgen mit der BBVA (20,3 Prozent), Santander (9,1 Prozent), Bankia (6,4 Prozent) und Ibercaja (5,8 Prozent) weitere Kreditinstitute, die das Pensionsfondsgeschäft eindeutig dominieren. Erst auf dem sechsten Platz rangiert mit der Mapfre ein Versicherungsunternehmen mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent. (reh)

Bild: La Caixa ist Spaniens größter Pensionsverwalter. (Quelle: reh)

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