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Osteuropäer erwarten schlechtere Zahlungsmoral

24.05.2017 – Eco_Outlook_AtradiusDie Unternehmen in Osteuropa erwarten in den kommenden zwölf Monaten ein schlechteres Zahlungsverhalten ihrer B2B-Kunden. Demnach nennen drei von fünf befragten Firmen vor allem Liquiditätsprobleme als Hauptgrund für den Zahlungsverzug bei inländischen Rechnungen. Dies geht aus dem aktuellen Zahlungsmoralbarometer des Kreditversicherers für Osteuropa hervor.

So rechnet laut Studie ein Viertel der befragten Unternehmen (26 Prozent) mit einer schlechteren Zahlungsmoral ihrer Kunden. Lediglich 16 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 58 Prozent erwarten hingegen keine Veränderungen. Allerdings leiden laut Barometer vor allem die Unternehmen in Ungarn unter einem Zahlungsverzug ihrer Kunden. Demnach sind 78 Prozent der Befragten von den Liquiditätsproblemen ihrer Kunden betroffen.

Zudem sind nach Angaben des Kreditversicherers etwa 45 Prozent der inländischen Rechnungen in Osteuropa nach dem Fälligkeitsdatum noch nicht bezahlt. In Westeuropa liegt der Wert laut Atradius nur bei 42 Prozent. Wesentlich höher als im restlichen Osteuropa sind hingegen die Forderungen in der Türkei. Demnach sitzen 61 Prozent der türkischen Unternehmen auf fälligen Rechnungen. Bei 20 Prozent der Befragten sind die Forderungen sogar überfällig. In zwei Prozent der Fälle können die geforderten Beträge jedoch gar nicht geltend gemacht werden.

“Die Wachstumsprognose in einigen Regionen und Ländern rund um den Globus scheint optimistischer als bisher zu sein, allerdings bestehen weiterhin erhebliche Risiken. Die politische Unsicherheit in der Eurozone hat Auswirkungen auf die mittelfristige Wachstumsprognose für die Region. Im sich entwickelnden Asien sind die Zahlen für die chinesische Wirtschaft, trotz des hohen Wachstums von 6,7 Prozent im letzten Jahr, mit 6,5 Prozent rückläufig. In Osteuropa hemmen die Strukturschwäche und die negativen Auswirkungen der Sanktionen weiterhin das Wachstum in Russland”, erläutert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius.

“Die weltweit engen Handelsverbindungen tragen dazu bei, dass eine Verschlechterung des geschäftlichen und wirtschaftlichen Klimas auf einem oder mehreren Märkten negative Auswirkungen auf andere Märkte hat, mit möglicherweise negativen Folgen für das weltweite Insolvenzumfeld. Vor diesem Hintergrund ist ein starker Fokus auf das Management des Handelskreditrisikos unerlässlich für die finanzielle Rentabilität eines Unternehmens”, ergänzt der Experte.

Allerdings scheint nicht nur die Zahlungsmoral der Kunden den Unternehmen in Mittel- und Osteuropa Probleme zu bereiten. So leiden die Firmen laut einer aktuellen Untersuchung des Kreditversicherers Coface zudem an einem deutlichen Anstieg der Lohnkosten. Grund dafür sei der zunehmende Fachkräftemangel. Demnach seien die Bruttolöhne seit 2010 in Rumänien und Bulgarien um mehr als 30 Prozent sowie in Ungarn und Polen um mehr als 20 Prozent gestiegen.

“Die regionalspezifischen Lohnkosten sind dennoch deutlich niedriger als in den meisten westeuropäischen Ländern, wo sie durchschnittlich dreimal so hoch sind wie in Mittel- und Osteuropa”, betont jedoch Michael Tawrowsky, Country Manager Coface Austria. “Diesen Vorteil aus niedrigen Lohnkosten sowie geographischer und kultureller Nähe zur Eurozone sollte auch weiterhin einen Wettbewerbsvorsprung bedeuten, wenngleich diese Vorteile beeinträchtigt werden, sofern sich die Abwanderung der jungen und qualifizierten Menschen fortsetzt.” (vwh/td)

Bildquelle: Atradius

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