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Naturkatastrophen kosten die Versicherer mehr Geld

29.03.2017 – Hurrikane_MatthewDie Versicherer haben im vergangenen Jahr wieder mehr Katastrophen-Schäden zahlen müssen. Laut einer aktuellen sigma-Studie des Schweizer Rückversicherers Swiss Re stieg der gesamtwirtschaftliche Schaden aus globalen Katastrophenereignissen um 85 Prozent 175 Mrd. US-Dollar (2015: 94 Mrd.). Die versicherten Schäden stiegen demnach laut Swiss Re um 43 Prozent auf 54 Mrd. US-Dollar (2015: 38 Mrd.).

Die hohe Anzahl der versicherten Schäden führt Swiss Re vor allem auf Naturkatastrophen in jenen Gebiete mit hoher Versicherungsdurchdringung zurück. Insgesamt verzeichnete der Rückversicherer im Jahr 2016 327 Katastrophenereignisse, davon 191 Naturkatastrophen und 136 Man-Made-Katastrophen. Rund 11.000 Menschen kamen dabei ums Leben oder gelten seither als vermisst. Regionaler Schwerpunkt war laut Studie vor allem Asien mit 128 Katastrophenereignissen, die einen Gesamtschaden von 60 Mrd. US-Dollar verursachten.

Jedoch gab es in allen Regionen rund um den Globus schwerwiegende Katastrophen, darunter die Erdbeben in Japan, Neuseeland, Italien, Ecuador und Tansania. Teuerstes Beben war der Erdstoß auf der japanischen Insel Kyushu im April 2016 mit einem ökonomischen Schaden von 25 bis 30 Mrd. US-Dollar und einem versicherten Schaden von 4,9 Mrd. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 20 Prozent. Das Beben in Ecuador am gleichen Tag verursachte einen wirtschaftlichen Schaden von etwa vier Mrd. US-Dollar, von denen nur etwa 0,5 Mrd. versichert waren.

Hälfte der versicherten Schäden entfällt auf Nordamerika

Als größtes Schadensereignis in Kanada erfasst die Sigma-Studie die Waldbrände, die im Mai und Juni 2016 in weiten Teilen der kanadischen Provinzen Alberta und Saskatchewan wüteten. Die wirtschaftlichen Schäden betrugen laut Swiss Re etwa 4 Mrd. US-Dollar, von denen rund 2,8 Mrd. versichert waren. Laut sigma-Statistik handelt es sich dabei auch um den zweitteuersten Waldbrand weltweit. Teuerstes Schadenereignis in den USA war ein Hagelsturm im US-Bundesstaat Texas im April 2016 mit einem wirtschaftlichen Schaden von etwa 3,5 Mrd. US-Dollar, von denen etwa 86 Prozent – also rund drei Mrd. – versichert waren.

Hurrikan Matthew verzeichnete Swiss Re als ersten Sturm der Kategorie Fünf seit 2007. Mit etwa 700 Toten – überwiegend in Haiti – war es in 2016 das Einzelereignis mit den meisten Todesopfern. Die gesamtwirtschaftlichen Schäden beliefen sich dabei auf rund zwölf Mrd. US-Dollar, von denen etwa vier Mrd. versichert waren.

Wenig Versicherungsschutz bei Überschwemmungen

Überschwemmungen machten den Versicherern laut Statistik im vergangenen Jahr besonders zu schaffen. So führten im Mai und Juni 2016 heftige Niederschläge und Gewitter zu sintflutartigen Überschwemmungen vor allem im Süden und der Mitte Deutschlands, sowie in Belgien und Frankreich zu einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von 3,9 Mrd. US-Dollar, wovon etwa 2,9 Mrd. versichert waren.

Mit einem Gesamtschaden von 22 Mrd. US-Dollar waren die Überschwemmungen am chinesischen Jangtse im Juli 2016 das teuerste Hochwasserereignis der Region seit 1998. Der Anteil versicherter Schäden lag hingegen nur bei 0,4 Mrd. US-Dollar. Ähnlich schwer traf es auch die US-Bundesstaaten Lousiana und Mississippi: Hier führten Überschwemmungen im August 2016 zu einem gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund zehn Mrd. US-Dollar, von denen laut Swiss Re nur etwa 3,1 Mrd. versichert waren.

Die von Menschen verursachten Katastrophen beliefen sich im vergangenen Jahr nach Angaben des Rückversicherers im Übrigen auf einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund neun Mrd. US-Dollar (2015: zwölf Mrd.). Dies entspricht einem Rückgang von 28 Prozent. Die versicherten Schäden gingen dabei um 19 Prozent auf acht Mrd. Euro (2015: zehn Mrd.) zurück.

“Im Jahr 2016 lagen der wirtschaftliche und der versicherte Schaden nahe an ihrem jeweiligen Zehnjahresdurchschnitt, wobei die versicherten Schäden rund 30 Prozent des Gesamtschadens ausmachten. Allerdings erging es den Regionen, die eine höhere Versicherungsdurchdringung aufzuweisen haben, viel besser”, kommentiert Kurt Karl, Chefökonom bei Swiss Re, die Schadenbilanz für 2016.

Bild: Rekord-Hurrikan Mathew im Norden Kolumbiens (Quelle: Nasa)

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