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NatCat: Munich Re meldet Milliardenschäden

19.07.2017 – Unwetter, Gewitter, Blitz by_Raphael Reischuk_pixelio.deDie Launen der Natur machen den Versicherern auch in diesem Jahr zu schaffen. Laut einer aktuellen Statistik der Munich Re für das erste Halbjahr 2017 blieben die Schäden aus Naturkatastrophen zwar unter dem Durchschnitt. Dennoch sorgten sechs schwere Gewitter in den den USA für Milliardenschäden. Insgesamt beziffert der Rückversicherer die Schäden durch die Naturereignisse auf rund 41 Mrd. US-Dollar.

Davon waren nach Angaben der Munich Re lediglich 19,5 Mrd. US-Dollar versichert. Insgesamt waren die versicherten Schäden jedoch deutlich geringer als noch im Vorjahr mit 32 Mrd. US-Dollar. Auch die Gesamtschäden durch Naturkatastrophen lagen nach Angaben des Rückversicherers deutlich unter dem Vorjahreswert von 111 Mrd. US-Dollar und dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 102 Mrd. US-Dollar. Die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen lag nach Angaben der Munich Re im ersten Halbjahr dieses Jahres mit insgesamt 3.200 deutlich unter dem Vorjahreswert (5.100 Todesopfer) und dem Zehn-Jahres-Schnitt von etwa 47.000 Opfern.

US-Markt mit teuerstem Versicherungsschaden

Teuerstes Ereignis – gemessen am ökonomischen Schaden – war im ersten Halbjahr dieses Jahres gravierende Überschwemmungen in Peru im Februar/März 2017 mit mehr als 70 Toten und einem Gesamtschaden von 3,1 Mrd. US-Dollar. Allerdings waren laut Munich Re lediglich 380 Mio. US-Dollar versichert. Hauptursache für die Überschwemmungen waren nach Angaben des Rückversicherers der Küsten-El-Niño, dessen hohe Meerestemperaturen und damit einhergehenden Verdunstungsraten in Peru zu sintflutartigen Regenfällen führten, die zahlreiche Erdrutsche und Überschwemmungen an Flüssen auslösten. Betroffen waren dabei die Region um die Hauptstadt Lima und auch nördlich gelegene ländliche Regionen. “Gerade in Schwellenländern könnte eine höhere Versicherungsdichte dazu beitragen, dass finanzielle Folgen von Naturkatastrophen erheblich schneller bewältigt werden”, betont Vorstand Torsten Jeworrek.

Das teuerste versicherte Schadenereignis war laut Statistik ein schwerer Gewittersturm in den USA mit einem versicherten Schaden von 1,8 Mrd. Euro bei einem Gesamtschaden von 2,2 Mrd. Euro. “In der ersten Jahreshälfte haben wir erneut deutlich gesehen, welche Schäden Tornados und Hagelstürme an Wohngebäuden und bei Unternehmen anrichten können, die in direkte und indirekte Belastungen für die Volkswirtschaft münden. Munich Re ist an Forschungsvorhaben beteiligt, die Wohn- und Geschäftsgebäude widerstandsfähiger gegen Unwetter machen sollen. Vorbeugende Maßnahmen können die Vulnerabilität verringern, und Vorbereitung auf Schadenereignisse kann die Resilienz erhöhen. Diese Maßnahmen bewahren Werte und retten Menschenleben”, erläutert Tony Kuczinski, Präsident und CEO der Munich Reinsurance America, Inc.

“Die ungewöhnlichen atmosphärischen Bedingungen in den USA im ersten Halbjahr begünstigten speziell die starken so genannten Superzellen-Gewitter, die häufig mit schwerem Hagel und Tornados einhergehen. So war auch die Zahl der beobachteten Tornados im ersten Quartal doppelt so hoch wie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre”, ergänzt Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung.

In Europa lagen die Gesamtschäden laut Munich Re mit fünf Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 4,4 Mrd.) und versicherten Schäden von 1,9 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 1,7 Mrd.) noch deutlich unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 13,4 Mrd. bzw. 4,7 Mrd. US-Dollar. Dabei sorgten in Deutschland und Frankreich vor allem eine Serie von Sturzfluten und Hochwasser für erhebliche Schäden. In der Region Asien/Pazifik und Australien verursachten Naturkatastrophen in der ersten Jahreshälfte einen Gesamtschaden von 9,2 Mrd. US-Dollar, von dem etwa 2,1 Mrd. US-Dollar versichert waren.

Debbie wirbelt Australien durcheinander

Mit einem Gesamtschaden von 2,7 Mrd. US-Dollar (davon versichert 1,4 Mrd. US-Dollar) schlug nach Angaben der Munich Re Zyklon Debbie als zweitteuerste Naturkatastrophe des ersten Halbjahres zu Buche. Debbie war am 28. März als Sturm der zweithöchsten Kategorie mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 Stundenkilometern (in Böen 260 Stundenkilometern) in der dünn besiedelten Region bei Airlie Beach an Land gegangen. Zahlreiche Gebäude wurden durch den Sturm und den begleitenden starken Niederschlag beschädigt.

“Asien und Australien wurden diesmal gemessen an den Schadenssummen weniger stark von Naturkatastrophen getroffen als sonst. Das Schadenbild durch Debbie in Australien zeigt allerdings die weiterhin hohe Exponierung einzelner Gebiete, der die Industrie mit Verbesserung baulicher Maßnahmen sowie professionellem Versicherungsschutz begegnen muss”, betont Hermann Pohlchristoph, Vorstand von Munich Re für Asien/Pazifik. (vwh/td)

Bildquelle: Raphael Reischuk / PIXELIO (wwww.pixelio.de)

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