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Närrischer Versicherungsschutz für fast alle Lebenslagen

08.02.2018 – fastnachtsbrunnen_mainz_pixelioPünktlich um 11.11 Uhr beginnt heute in den närrischen Hochburgen entlang des Rheins wieder die heiße Phase des Straßenkarnevals. Mittendrin befinden sich auch wieder die Versicherer mit einem bunten Blumenstrauß an Policen. Während die Provinzial Rheinland wie immer den Düsseldorfer Rosenmontagszug versichert, lanciert die Bayerische erneut ihre Kurzzeit-Unfallversicherung. Die Arag hingegen will den gesamten Vereinsbetrieb abdecken.

So stattet die Provinzial Rheinland bereits seit mehr als 35 Jahren das Comitee Düsseldorfer Carneval mit einer eigens entwickelten “Närrischen Police”. Dabei umfasst der Versicherungsschutz laut Versicherer mehrere Bausteine. Während die Veranstalter-Haftpflichtversicherung die Risiken rund um den Rosenmontagsumzug, den Kinderkarnevalsumzug, den Kö-Karneval und Altweiber abdeckt, greift Tierhalter-Haftpflichtversicherung für die im Umzug eingesetzten Tiere. Im Rahmen einer eigenen Unfallversicherung sind dabei auch die aktiven Teilnehmer am Rosenmontagzug versichert. Für die Bagagewagen während des Rosenmontagszuges greift eine eigene Kfz-Versicherung.

Darüber hinaus beinhaltet das närrische Paket auch eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung aus der Anmietung der Gebäude “Merowingerstraße 86-88″ für den Zeitraum der Session. Versichert sind dabei nach Angaben der Provinzial der Einsatz von nicht versicherungspflichtigen Kraftfahrzeugen sowie der Auf- und Abbau der Mottowagen. Der Umfang der Beteiligung umfasst dabei 5.500 aktive Teilnehmer, 100 Tiere / Pferde, sowie 116 Gesellschafts-, Motto- und Bagagewagen. Neu ist hingegen, dass der Versicherer in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Mottowagen im “Zoch” vertreten sein. Entworfen wurde der Wagen von Jaques Tilly. Begleitet wird er von einer 50-köpfigen Fußgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Terror ist übrigens “ein unkalkulierbares Risiko, was man mit Blick auf Schäden bei Teilnehmern und Zuschauern nicht über einen herkömmlichen Versicherungsschutz abdecken kann. Daher ist das Terrorrisiko über den Haftpflichtversicherungsschutz ausgeschlossen”, betonte Udo Krumbiegel, Abteilungsleiter Haftpflichtversicherung bei der Provinzial Rheinland, bereits vor einem Jahr im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Bayerische setzt auf Jecken und Narren

Die Bayerische hingegen fokussiert sich in diesem Jahr traditionell wieder auf den Versicherungsschutz für die Narren und Jecken. Versichert sind nach Unternehmensangaben unter anderem Unfälle während der Teilnahme an Straßen- und Kneipenkarneval und während Karnevals- oder Faschingsveranstaltungen samt direkter An- und Abreise, die zu bleibenden Schäden führen. Außerdem sind unfallbedingte kosmetische Operationen, Kosten für einen Krankenrücktransport im Inland oder für die Wiederbeschaffung verlorener Papiere ebenfalls abgedeckt. Überdies sei eine Zahnzusatzversicherung in der Kurzzeitpolice enthalten.

Dabei sollen die Versicherten den Zeitraum des Versicherungsschutzes beim Abschluss der Police beliebig wählen können. Allerdings setzt die Bayerische eine Mindestlaufzeit von 24 Stunden voraus. Die Police soll 5,99 Euro pro Tag kosten. Eine Vorlaufzeit sei nicht nötig. Der Vertrag endet laut Konzern nach Beendigung des gewünschten Zeitraumes (maximal bis zum Aschermittwoch) automatisch und müsse nicht extra gekündigt werden. Mitversichert seien dabei auch die Unfallfolgen unter Alkoholeinfluss. Die Kurzzeit-Police kann via App abgeschlossen werden. Dafür arbeitet die Bayerische mit dem Düsseldorfer Unternehmen Situative zusammen.

Arag versichert Karnevalsvereine

Der Düsseldorfer Versicherungskonzern Arag konzentriert sich derweil auf den Versicherungsschutz für Vereine, die im Bund Deutscher Karneval zusammengeschlossen sind. Dieser umfasst unter anderem einen pauschalen Versicherungsschutz für Veranstalter von Sitzungen und Umzügen, eine Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Vertrauensschadenversicherung für den Verein und seine Mitglieder, sowie einen Unfallschutz für alle Mitglieder und Helfer bei Veranstaltungen einschließlich Wegerisiko und einer “besonderen Absicherung für den karnevalistischen Tanzsport”. Darüber hinaus sollen auch Brauchtumswagen, Anhänger und Zugmaschinen im Rahmen einer eigenen Anhänger-Haftpflichtversicherung versichert werden können.

Im Rahmen einer Garderobenversicherung sollen sich die Veranstalter bei Verunreinigung, Beschädigung oder dem Abhandenkommen von Garderobenstücken bis zu einer Versicherungssumme von 1.000 Euro absichern können. Versichert seien dabei laut Arag auch weitere Garderobenstücke wie Halstücher, Handschuhe und Brillen, ferner Schirme, Stöcke sowie Handtaschen und ähnliche Behältnisse und deren Inhalt.

Mit einer Instrumentenversicherung können sich die Jecken laut Arag zudem die Reparaturkosten nach einer Beschädigung des Instruments erstatten lassen. Ebenfalls in der Police enthalten sind laut Versicherer auch die Ersatzbeschaffungskosten nach einem Verlust, wie zum Beispiel durch Diebstahl.

Närrische Hochburgen am Rhein

Närrische Ballungszentren sind in diesem Jahr jedenfalls wieder die Metropolen entlang des Rheins. So finden allein in Köln und Mainz die mit Abstand größten Rosenmontagsumzüge statt. Allein in der rheinischen Millionenstadt nehmen Schätzungen des Online-Vergleichsportals Check24 zufolge zwischen 10.000 und 12.000 Jecken teil. In Mainz sollen es bis zu 9.500 Teilnehmer am Rosenmontags-Festumzug sein.

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Kein Wunder, geht der Brauch doch bereits in die Zeit der Römer zurück. Demnach sollen bereits die Germanen in dieser Jahreszeit mit Masken, Verkleidungen und besonders viel Lärm die bösen Geister vertrieben und die guten Geister geweckt haben. Später wurde der Brauch von den Christen übernommen, um damit die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern einzuläuten.

Doch ganz gleich ob Fastnacht, Karneval oder Fasching: Erlaubt ist während des närrischen Frohsinns zwar alles, was Spaß macht – solange sich dies in den klaren Grenzen des gesetzlich zulässigen bewegt. In diesem Sinne – Helau und Alaaf! (vwh/td)

Bild: Fastnachtsbrunnen auf dem Schillerplatz in Mainz. (Quelle: Dieter Schütz / PIXELIO / www.pixelio.de)

Grafikquelle: Statista

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