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Millennials schieben Altersvorsorge vor sich her

12.07.2018 – Jugend_Klaus-Uwe Gerhardt_pixelioDie Altersvorsorge spielt für die Millenials derzeit keine große Rolle. So ist sich die junge Generation zwar bewusst, dabei aktiv werden zu müssen – allerdings lieber in der Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Nürnberger und des F.A.Z-Instituts. Dabei verfolgen 30,6 Prozent der Befragten aktuell andere Prioritäten und wollen zum jetzigen Zeitpunkt nicht in die Absicherung ihres Ruhestands investieren.

Zudem haben die rund 1.000 befragten Jugendlichen zwischen 18 und 29 Jahren nur wenig Vertrauen in die klassischen Altersvorsorgeprodukte. So macht sich mehr als ein Drittel (39,2 Prozent) Sorgen darüber, dass die staatliche Rente nicht ausreichen wird, um ihren Lebensabend zu finanzieren. Ähnlich sieht es hier auch bei der Lebensversicherung oder der Betriebsrente aus. Laut Studie glauben 28,7 Prozent, dass diese Produkte nicht genug Ertrag bringen. 26,9 Prozent investieren daher im aktuellen Niedrigzinsumfeld lieber in renditestärkere Geldanlagen wie Wertpapiere oder Immobilien.

Außerdem scheint das Vertrauen in das jetzige Rentensystem immer weiter zu schwinden. So meinen 26,3 Prozent, der Generationenvertrag in seiner jetzigen Form funktioniere nicht mehr – die eigenen Abzüge bei der staatlichen Rente seien bereits aus heutiger Sicht zu hoch. 20,5 Prozent der befragten Jugendlichen glauben zudem, dass diejenigen, welche gar nicht vorsorgen, am Ende über das Sozialsystem genauso viel Leistung bekommen würden wie sie selbst. 18,5 Prozent vertrauen laut Umfrage sogar darauf, dass bis zu ihrem Ruhestand neue Rentenkonzepte gefunden würden, die sie im Alter finanziell absichern. 16,5 Prozent der Jugendlichen denken hingegen noch gar nicht an ihre Altersvorsorge, während sich 16,7 Prozent für zu jung halten, um sich mit diesem Thema zu befassen.

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“Die junge Generation droht das Vertrauen in die gesetzliche und private Altersvorsorge zu verlieren. Neben einer Reform der gesetzlichen Rente müssen wir als Versicherungswirtschaft weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, die Altersvorsorge für Millennials attraktiver zu machen. Hierzu bedarf es neben Aufklärung vor allem auch neuer Produktansätze, die sich an den geänderten Lebensverhältnissen der jungen Menschen orientieren. Und die ihnen die Möglichkeit geben, ihre Lebensphasenplanung langfristig aber auch flexibel zu gestalten”, kommentiert Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger, die Studienergebnisse.

Allerdings scheint das Thema Geldanlage im Familienkreis immer offener thematisiert zu werden, wie eine Umfrage der DVAG belegt. Dabei ist dies umso häufiger der Fall, je jünger die Befragten waren. Jedem zweiten der jungen Befragten unter 30 Jahren wurde Finanzwissen vom Elternhaus aktiv vermittelt. Überhaupt nur über Geldanlage geredet wurde bei 68 Prozent der unter 30-jährigen. Bei den älteren Jahrgängen ab 50 Jahren aufwärts dagegen kann dies nur eine Minderheit von sich behaupten, lautet ein Ergebnis der Umfrage.

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Dennoch hat der deutsche Nachwuchs mit Finanzen nicht sonderlich viel im Sinn. Dabei fühlen sich die Teens und Twens schon bei Mietverträgen und Ratenzahlungen nicht ausreichend informiert. Noch schlechter sieht es dabei beim Wissen über verschiedene Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld, Sparbuch oder Aktien aus. Hier gibt sich die Mehrheit der befragten Jugendlichen laut aktuellem “W² Jugend-Finanzmonitor” eine Note von vier bis sechs. Auch bei der Altersvorsorge und den Immobilienkrediten scheint das Fachwissen miserabel zu sein. (wvh/td)

Link: Die vollständige Millennials-Studie der Nürnberger

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO (www.pixelio.de)

Grafikquellen: Nürnberger / Statista

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