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“Meine Kunstwerke sind nicht versichert”

20.02.2017 – Artima_ Karlsruhe Art“Wunderschön, aber jetzt bin ich geschafft.“ Dieser Satz einer Messebesucherin fasst die Kunstmesse art Karlsruhe in einem Satz gelungen zusammen. Nur wenige der müde-zufriedenen Besucher werden sich beim Streifzug durch die Hallen gefragt haben, wie die Kunstwerke eigentlich versichert sind. VWheute hat genau das getan und erstaunliches erfahren.

So vielfältig wie die Kunstwerke war auch der Kenntnisstand der Künstler, Aussteller und Galeristen über ihren Versicherungsschutz. Einige waren genauestens über Transport-Wert und Schutz ihre Kunstgegenstände informiert, andere verwiesen auf ihre Versicherung oder verzichteten einfach auf jegliche Absicherung. Thomas Mark von der Artmark Galerie in Wien, setzt bei der Versicherung ganz auf Professionalität: “Die Kunstgegenstände wurden von einer Kunstspedition hierher transportiert und im Fall des Nichtverkauf auch wieder zurückgebracht. Versichert sind sie durch eine Austellungsversicherung von Nagel zu Nagel [Anmerkung: Von der Galerie an die Wand der Messe und zurück]. Die Versicherung deckt die Messen ab, aber auch Präsentationen in Privaträumen. Ich bin bis zu einem gewissen Betrag versichert und brauche nicht jedes einzelne Werk aufzulisten.”

Do-it-yourself ist bei Künstlern weit verbreitet

Komplett auf eine Versicherung verzichtet die Künstlerin Angelika Summa. Obwohl ein 7,5 Tonnen-Hubwagen-Lastkran und viel Muskelkraft nötig waren, um die Kunstwerke nach Karlsruhe zu transportieren. Überhaupt ist die Do-it-yourself-Praktik bei den Künstlern weit verbreitet: Rosali Schweizer verpackt ihre kinetischen Objekte selbst und würde diese “nur sehr ungern” anderen Menschen überlassen. Die Objekte werden nach einem Verkauf von der Künstlerin eigenhändig für den Kunden verpackt, die Versicherung übernimmt die Galerie. Diese wenden sich für den Schutz der Objekte oft direkt an Spezialversicherer wie die Artima Kunstversicherung.

VWheute hat bei Helene Hiblot-Karg und Astrid Grittern von Artima, einer Kunstversicherung der Mannheimer nachgefragt, wie bei Kunstobjekten der Wert festgelegt wird. “Bei privaten Sammlern erfolgt die Einschätzung gemeinsam mit der Versicherung”, wie die Kunsthistorikerin Grittern erläutert. Anders sei es beim Galeristen, der meist eine zu versichernde Summe und eine Objektliste angibt. “Im Schadenfall wird dann geschaut, ob der Wert stimmig ist. Der Galerist ist praktisch in der Nachweispflicht”, erläutert Grittern die Vorgehensweise.

Frau Hiblot-Karg, ebenfalls Kunsthistorikerin und Versicherungsfachwirtin, ergänzt: “Wichtig ist der ständige Kontakt mit dem Kunden, nur so können Werte von Objekten abgeglichen und angepasst werden. Die Kunstversicherung ist ein ständiger Dialog mit dem Kunden.”

Das ausführliche Interview mit den beiden Kunsthistorikerinnen von Artima lesen Sie am Dienstag bei VWheute. (mv)

Bild: Artima-Stand auf der art-Karlsruhe (Quelle: mv)

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