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Markt für Cyber-Policen boomt

02.03.2017 – Cybersicherheit_by_Rudolpho Duba_pixelio.deCyber-Risiken stellen eine immer größere Bedrohung für Unternehmen dar. Profiteure sind die Cyber-Versicherer: “Derzeit entwickelt sich ein spezieller Markt für Cyber-Versicherungen mit einer wachsenden Zahl von Versicherern, die sich in dieser Nischensparte weiter etablieren wollen”, konstatiert Kurt Karl, Chefökonom der Swiss Re, in einer neuen Sigma-Studie.

So bieten spezielle Cyber-Versicherungen bieten in der Regel einen grundlegenden Schutz vor Daten- und Netzwerkverletzungen sowie damit verbundenen Schäden mit Kapazitätsgrenzen auf dem Markt von derzeit rund fünf bis 100 Mio. Euro, konstatiert der Schweizer Rückversicherer. Dennoch bleiben laut Swiss Re einige bedeutende Cyber-Risiken weitgehend unversichert. Zudem sei der bestehende Deckungsumfang im Vergleich zur möglichen Gesamtexposition der Unternehmen zu gering.

Ein weiteres Hindernis liegt laut Swiss Re in den Eigenschaften von Cyber-Policen. Diese seien komplex und nur schwer zu quantifizieren – vor allem angesichts des sich schnell verändernden technologischen Umfelds und des Mangels an historischen Daten zu Cyber-bedingte Schäden, so der Rückversichere. In einem Versuch, die potenziellen Schäden von Cyber-Ereignissen abzuschätzen, experimentieren Versicherer und Risikoanalysten mit verschiedenen Ansätzen zur Modellierung von Cyber-Risiken, darunter auch deterministische Szenarioanalysen und probabilistische Modelle, so der Schweizer Konzern.

So treiben die Versicherer die Entwicklung von weniger komplexen und flexibleren Versicherungsprodukten voran. Im Fokus liege dabei vor allem die Entwicklung spezieller Produkte für kleinere und mittlere Unternehmen, die versicherungstechnisch bislang benachteiligt waren und bei der Bewältigung von Cyber-Risiken oft weniger gut aufgestellt sind als größere Konzerne.

Ein aktuelles Beispiel: eine kombinierte Cyber- und Sachpolice für niedergelassene Ärzte des Spezialversicherers Hiscox. Ziel sei ein lückenloser Versicherungsschutz für alle Schäden aus Cyber-Angriffen an der Praxis-IT und medizinischem Gerät sowie Schäden an der Elektronik oder am Praxisinventar. Demnach biete die Cyberkomponente einen Schutz vor den Folgen aus Hacker- und Virenangriffen, Datenrechtsverletzungen sowie im Falle einer Cyber-Erpressung, so Hiscox. Zudem übernimmt der Spezialversicherer nach eigenen Angaben bei Bedarf aber auch die Krisenkommunikation und leistet Rechtsbeistand. Zusätzlich seien Schäden an medizinischen Geräten eingeschlossen, die aus einem Hackerangriff resultieren.

Die neue Police richtet sich laut Hiscox an Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und psychologische Psychotherapeuten und beinhalte sämtliche Bestandteile der Cyber-, Sach- und Elektronikversicherung. “Arztpraxen sind mit speziellem Inventar, hochwertigen medizinischen und elektronischen Geräten und teuren Arzneimitteln ausgestattet, die für den Schadenfall abgesichert werden sollten”, betont Irit Will, Product Head Commercial Property bei Hiscox Deutschland.

“Daneben sind Patientendaten ein äußerst wertvolles und schutzbedürftiges Gut”, ergänzt Ole Sieverding, Hiscox’ Product Head Cyber & Data Risks. “Die Police deckt Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Datendiebstahl, aber auch Betriebsunterbrechungsschäden, beispielsweise wenn der Arzt durch die bösartige Verschlüsselung der elektronischen Krankenakten keine Patienten mehr behandeln kann. Unsere kombinierte Cyber- und Sachversicherung bietet einen umfassenden Schutz für alle Praxiswerte und leistet darüber hinaus schnelle Hilfe bei allen Fällen von Cyber-Kriminalität und Hackerangriffen.” (vwh/td)

Bildquelle: Rudolpho Duba / pixelio.de

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