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Manager haften zunehmend für Insolvenzen

04.04.2017 – Insolvenz_Fotolia_85804789Die Geschäftsführer und Vorstände haften zunehmend auch bei Schadenersatzansprüchen aus Insolvenzen. Laut einer aktuellen Studie des D&O-Anbieters VOV GmbH glauben 57 Prozent der befragten Manager, dass die meisten D&O-Schadensfälle auf Ansprüche von Insolvenzverwaltern zurückgehen. Im Vorjahr vertraten etwa 51 Prozent der Unternehmenslenker diese Meinung.

Dennoch reagieren die befragten Unternehmen laut Studie nur unzureichend auf entsprechende Forderungen. So verfügen nur 44 Prozent über einen entsprechenden Notfahrplan. Lediglich 31 Prozent der Unternehmen verfügen über ein entsprechendes Frühwarnsystem. 26 Prozent der Befragten vertrauen vielmehr darauf, von ihrem Steuerberater rechtzeitig gewarnt zu werden 24 Prozent der befragten Manager glauben vertrauen zudem auf die eigene Bank als Sicherungsnetz.

Deutlich seltener werden laut Umfrage zudem andere Gründe für einen D&O-Schadenfalls genannt. So resultieren 44 Prozent der Fälle auf dienstvertragliche Auseinandersetzungen und 33 Prozent aus Unternehmensschäden durch Kalkulationsfehler. In 28 Prozent der Fälle kam es durch die Nichteinhaltung von Compliance-Vorschriften zu einem D&O-Schadenfall. 26 Prozent der Fälle gehen laut VOV auf Ansprüche im Zusammenhang mit Übernahmen und Fusionen zurück.

Haftung bei Pflichtverletzung bei Insolvenzen wird zur Gewohnheit

“Im Laufe der letzten Jahre ist es zur Gewohnheit geworden, bei Insolvenzen grundsätzlich eine Pflichtverletzung der Manager und damit ihre persönliche Haftung anzunehmen”, kommentiert Diederik Sutorius, Geschäftsführer der VOV GmbH, die Studie. “Unternehmen müssen sich auch darauf einstellen, dass Haftungsansprüche von Gläubigern gegen das Top-Management immer häufiger juristisch durchgesetzt werden. Gegebenenfalls auch die Haftung der Manager mit ihrem Privatvermögen.”

Zudem reiche bereits einfache Fahrlässigkeit als Verschuldensmaßstab schon aus, ergänzt VOV. Zusammen mit den sehr hohen Forderungssummen stelle das Insolvenzrisiko für die Manager und die D&O-Versicherer mittlerweile ein fast systemisches Risiko dar. Insbesondere dann, wenn die Zahl der Insolventen in Deutschland wieder zunehme, konstatiert Sutorius.

Auch wenn die Nachfrage nach D&O-Policen in den vergangenen Monaten steigt, sind diese noch lange kein Allheilmittel. Schließlich werden die D&O-Fälle immer komplexer und die Schadenansprüche höher und selbst Unternehmenspolicen lösen nicht jedes Problem, konstatierte Stefan Steinkühler, Rechtsanwalt und Beirat der Finlex GmbH in Frankfurt am Main jüngst gegenüber dem Business- und Managementmagazin Versicherungswirtschaft. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

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