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Machen Pflegeberufe krank?

06.07.2017 – Krankenschwester_JMG_pixelio.deDer BKK Gesundheitsatlas 2017 zeigt ein besorgniserregendes Erkrankungsgeschehen bei Pflegeberufen. Viele Pflegekräfte hätten aufgrund der Arbeitsbedingungen einen kritischen Gesundheitszustand. Hinzu komme, dass jeder Dritte in der Altenpflege (32,9 Prozent) lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis habe. Im Schnitt aller Berufstätigen sind es dagegen 14,6 Prozent.

Mehr als jeder zehnte Beschäftigte in Deutschland hat einen Gesundheitsberuf. Von diesen 3,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet wiederum nahezu die Hälfte in pflegerischen Berufen, davon rund eine Million als Krankenpfleger/-innen und 500.000 als Altenpfleger/-innen. Die Datenanalysen der BKK belegen nun, dass Arbeiten in der Pflege zu signifikant längerer Krankheit und mehr psychischen Leiden führen. Bei den mehrheitlich weiblichen Beschäftigten fällt auf, dass – im Vergleich zu allen anderen Beschäftigten, die im Schnitt 16 Tage krank waren – es deutlich längere Ausfallzeiten gibt. Rund 24 Tage sind es bei denjenigen, die in Pflege- oder Altenheimen arbeiten. Spitzenreiter hinsichtlich Erkrankungen an psychischen Störungen sind weibliche Beschäftigte in Pflegeheimen. Sie sind doppelt so lange seelisch krank wie der Durchschnitt aller Arbeitnehmer (4,6 Krankentage in Pflegeheimen gegenüber 2,3 Tage bei den Beschäftigten aller Branchen).

Mehr Männer psychisch krank

Auch körperlicher Verschleiß macht den in Pflegeberufen Arbeitenden zu schaffen. Aufgrund von Muskel- und Skelettkrankheiten fallen Altenpflegerinnen doppelt so lange aus wie die weiblichen Beschäftigten insgesamt (7,0 versus 3,7 Krankentage). Bei der Analyse der Krankenhaustage fiel bei Pflegeberufen auf, dass weitaus mehr Männer (15 Prozent mehr als weibliche Beschäftigte) sich wegen psychischer Störungen stationär behandeln lassen mussten. Dabei liegen alle Menschen, die in der Pflege arbeiten, ohnehin
schon jeweils mehr als 55 Prozent über dem Schnitt der Krankenhaustage aller Berufstätigen, die aufgrund psychischer Diagnosen im Krankenhaus waren. Bei der stationären Versorgung sind es nicht nur die Beschäftigten der Heime mit den meisten Krankenhaustagen. Auch die regionalen Unterschiede sind hier am größten. Besonders viele Krankenhaustage gab es im Saarland, rund ein Drittel weniger waren es in Sachsen.

Mehr Gesundheitsförderung

Daher sei die Betriebliche Gesundheitsförderung wichtig und wirksam, aber noch ausbaufähig, sagt die BKK-Studie. Neun von zehn Befragten sehen die Förderung von Gesundheit an ihrem Arbeitsplatz als wichtig oder sehr wichtig an. Allerdings geben weniger als der Hälfte an, dass es überhaupt solche Maßnahmen in ihrem Unternehmen gibt. Dass sich Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt und auch Fehlzeiten reduziert, konnte in zahlreichen Studien bewiesen werden. Durchschnittlich werden für jeden dort investierten Euro allein durch die Reduktion von Fehlzeiten 2,70 Euro eingespart.

Im BKK Gesundheitsatlas 2017 sind nicht nur die Daten von knapp einer halben Million Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen detailliert analysiert und sach- und fachgerecht aufbereitet, sondern darüber hinaus auch Beiträge namhafter Gastautoren aus Wissenschaft, Politik und Praxis zu finden. (vwh/wo)

Bild: Krankenschwester (Quelle: JMG / PIXELIO/ www.pixelio.de)

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