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Lloyd’s nimmt mehr Prämien ein

31.03.2017 – Inga Beale_LloydsDer Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 deutlich mehr Prämien eingenommen. Demnach stiegen die gebuchten Beiträge auf 29,9 Mrd. Pfund (2015: 26,7 Mrd.). Der Gewinn vor Steuern blieb hingegen mit 2,1 Mrd. Pfund stabil auf Vorjahresniveau. Entscheidend ist jedoch der Anstieg der Combined Ratio von 90,0 Prozent in 2015 auf 97,9 Prozent.

Dies ist der Wert nach dem positiven Abwicklungsergebnis der Vorjahre von 7,9 Prozent in 2015 sowie 5,1 Prozent in 2016. Die Schaden-Kosten-Quote ohne Abwicklungsergebnis (pure year basis) stellt sich also bereits bei erheblich über 100 Prozent ein (103,0 Prozent). Einen wesentlichen Einfluss hatte die Änderung der staatlich dekretierten Diskontierung von Rentenreserven für Haftpflicht-Personenschäden, die Lloyd’s insgesamt zwischen 450 und 500 Mio. Pfund kostete, wobei einzelne Syndikate die Änderung der Ogden tables bereits antizipiert hatten. Das Bilanzergebnis wurde aber auch durch den recht hohen Großschadenaufwand von 2,1 Mrd. Pfund (insbesondere Hurricane Matthew und die Waldbrände im kanadischen Fort McMurray) beeinflusst.

Dementsprechend bezeichnete Lloyd’s-Chefin Inga Beale die Underwriting-Margen im laufenden Geschäft als “nicht zufriedenstellend”. Sorge bereitet ihr insbesondere, dass der traditionell bedeutende Abstand zwischen den Lloyd’s Zahlen und denen der wichtigen Wettbewerber auf nur noch 0,4 Prozent gesunken ist. Beale zweifelt ob es überhaupt noch einen Marktzyklus gibt. “Zuviel habe sich dank großem Aufwand für Risikomanagement und Modellierung sowie aufgrund des Zuwachses von alternativem Risikokapital verändert. Allenfalls können wir noch von Mini-Zyklen im Rahmen einzelner Geschäftsfelder sprechen. Derzeit warten wir auf eine den Markt verändernde Serie von Großschadenereignissen um die Phase unzureichender Margen zu beenden.”

Lloyd’s will 2019 in Brüssel an den Start gehen

Zudem bestätigte Lloyd’s entsprechende Medienberichte, wonach der Versicherungsmarkt sein EU-Hauptquartier künftig in Brüssel angesiedelt sein soll. “Es ist wichtig, dass wir dem Markt und den Kunden eine effiziente Lösung bieten, damit das Geschäft ohne Unterbrechung weiterlaufen kann, wenn Großbritannien die EU verlässt”, betonte Beale. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der EU-Hauptstadt waren wohl verschiedene Faktoren.

Neben der dank Eurostar guten Verkehrsverbindung zwischen London und Brüssel zählt unter anderem auch die größere Nähe zu den EU-Institutionen sowie ein robuster regulatorischer Rahmen als entscheidender Standortvorteil. Laut Lloyd’s soll die neue europäische Versicherungsgesellschaft ihr Geschäft mit der Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2019 aufnehmen. (cpt)

Bildquelle: Inga Beale (Quelle: Lloyd’s)

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