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Lebensversicherer fordern flexiblere Garantien

01.09.2017 – michael_fauser_lieDa Garantien bekanntlich Geld kosten, fordern die Lebensversicherer vom Gesetzgeber eine Flexibilisierung der Garantieanforderungen bei Riesterprodukten sowie in der betrieblichen Altersvorsorge. Dass der Gesetzgeber hingegen bei der neuen Zielrente Garantien explizit verbieten, passe nicht zu den übrigen gesetzlichen Rahmenbedingungen, sagt Michael Fauser, Chef der Ergo Lebensversicherung, auf dem Strategiemeeting der Lebensversicherer in Köln.

“Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers für jedes Produkt Garantieanforderungen vorzuschreiben”, so Fauser auf der Euroforum-Konferenz “Strategiemeeting Lebensversicherungswirtschaft”. Zum Jahresende werde sein Haus die “Ergo Rente Balance” einführen, bei der der Kunde jederzeit das Vertragsguthaben neu zwischen Fondsanlage und klassischer Anlage plus Indexbeteiligung aufteilen könne. Die Branche solle sich nicht nur auf ihr “USP” der Versicherung von Langlebigkeit beschränken, sondern auch auf die Vorteile des kollektiven Sparprozesses, sagte Guido Baader, Vorstandsmitglied der Stuttgarter Lebensversicherung.

Würden Puffer, wie man sie mit der Rückstellung für Beitragsrückerstattung habe, weiterentwickelt, könne man letztlich wieder “ein richtig gutes Produkt” haben. Er zeigte anhand einiger Rechenbeispiele für unterschiedliche Produktkategorien, dass bei einem Garantiezins von nur 0,9 Prozent eine Absenkung der Bruttobeitragsgarantie auf 80 Prozent Rendite und Logik der Produkte erhalten könne. Mit Kostensenkungen allein lasse sich eine vollständige Bruttobeitragsgarantie bei so niedrigen Höchstrechnungszinsen kaum bewerkstelligen.

“Die Reaktions- und Entwicklungsgeschwindigkeit der Lebensversicherer sind so hoch und schnell wie noch nie. Sie haben massivst aufgerüstet, um Dinge umsetzen zu können”, beobachtet Joachim Geiberger, Inhaber und CEO von Morgen & Morgen. Es gebe viele neue Garantiekonzepte. Die Produkte würden drastisch modularer mit vielen Bausteinen und Optionen. “Das ist eine schönen Sache. Aber zusammen mit den Garantien stellt sich das Problem, wie erkläre ich es meinem Kinde bzw. Kunden”, so Geiberger. Beratungsleistung und Dokumentation seien bei diesen neuen Produkten eine “ganz zentrale Herausforderung” für die Branche. Bewältige sie diese nicht, komme dies als Bumerang zurück.

Mehr Transparenz bei den neuen Produkten hatte auch der oberste Versicherungsaufseher Frank Grund angemahnt. Die Aufsicht begrüße die Innovationen, beobachte aber, dass die zunehmende Produktdifferenzierung Vergleich für den Verbraucher schwierig mache. “Die Unternehmen müssen stark auf Transparenz achten und darauf, dass Kunden ausreichend über Chancen und Risiken eines Produktes informiert werden.” (lie)

Bild: Michael Fauser, Vorstandsvorsitzender der Ergo Lebensversicherung. (Quelle: lie)

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