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Konjunktur lässt Insolvenzen in Deutschland sinken

22.06.2017 – Insolvenz_Fotolia_85804789In Deutschland ist die Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2017 deutlich gesunken. Demnach zählte die Wirtschaftsauskunftei Creditrefom in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 58.900 Insolvenzen. Dies entspreche einem Rückgang von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (62.060 Insolvenzen). Zudem sanken die Unternehmensinsolvenzen um 5,9 Prozent auf 10.300.

Einen besonders deutlichen Rückgang der Insolvenzen verzeichnete die Wirtschaftsauskunftei demnach im Baugewerbe mit einem Rückgang von 9,9 Prozent auf 1.540 Insolvenzen (Vorjahr: 1.710). Eher gering sei der Rückgang im Handel mit einem Minus 3,9 Prozent)auf insgesamt 2.190 insolvente Unternehmen zählte. 760 Insolvenzen (Vorjahr: 830) verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe. Das Dienstleistungsgewerbe bildete mit 5.810 Insolvenzen bzw. 56,4 Prozent aller Fälle erneut den Schwerpunkt des Insolvenzgeschehens.

Weniger Pleiten bei Jungunternehmern

Darüber hinaus verzeichnete Creditreform auch bei den Jungunternehmern einen Rückgang der Firmenpleiten. Demnach waren im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 2.690 der insolventen Unternehmen noch nicht einmal fünf Jahre am Markt. Im Vorjahreszeitraum waren es in dieser Kategorie noch 3.260 Insolvenzen. Gleichzeitig stieg die der Insolvenzen von etablierten Unternehmen, die mehr als zehn Jahre am Markt agieren. Hier zählte die Wirtschaftsauskunftei in den ersten sechs Monaten des Jahres 4.490 Firmenpleiten (Vorjahr: 4.460). Das waren 43,6 Prozent aller Insolvenzen.

Zudem zeigten sich die Unternehmen im Süden der Bundesrepublik deutlich stabiler als in anderen Regionen Deutschlands. Die wenigstens Insolvenzen verzeichnete nach Angaben von Creditreform das Land Baden-Württemberg mit 41 Insolvenzfällen je 10.000 Unternehme, gefolgt von Bayern mit 42 Insolvenzen und Thüringen mit 43 Unternehmenspleiten. Spitzenreiter im bundesweiten Vergleich war Berlin mit 101 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 90 Insolvenzen und Hamburg mit 89 Unternehmenspleiten.

Schadenssumme sinkt gerinfügig

Leicht gesunken sei hingegen das Schadensniveau bei den Unternehmensinsolvenzen. Nach Angaben von Creditreform müssen die Insolvenzgläubiger demnach mit Ausfällen von schätzungsweise 13,0 Mrd. Euro rechnen (Vorjahr: 16,3 Mrd. Euro). Im Durchschnitt seien daher für jeden Insolvenzfall Schäden in Höhe von 1,26 Mio. Euro zu erwarten. Geringer als im Vorjahr waren die Arbeitsplatzverluste. Von der Insolvenz des Arbeitgebers waren rund 99.000 Beschäftigte betroffen (Vorjahr: 109.000). Zu den bedeutendsten Insolvenzfällen im ersteb Halbjahr 2017 zählten die Pleiten der SolarWorld AG und der Hamburger Großreederei Rickmers.

Einen wesentlichen Ausschlag für die sinkende Zahl der Insolvenzen sieht Creditreform denmach in den günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie einer guten Konjunkturentwicklung in Deutschland. Zudem sorge die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) für entsprechende Liquität. Zudem profitierten die Verbraucher vor allem von der niedrigen Arbeitslosigkeit und steigenden Realeinkommen, so die Experten. Demnach sank die Zahl der Privatinsolvenzen deutlich um 7,5 Prozent auf 36.300. (vwh/td)

Bildquelle: Fotolia

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