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Kompositgeschäft: Gewinnbringer für Vermittler

02.10.2017 – andreas_vollmer_epoKompositversicherungen haben im Vergleich zu Lebensversicherungen für den Umsatz im Versicherungsvertrieb an Bedeutung gewonnen. Damit versuchen Vermittler die sinkenden Erlöse aus Lebens- und Krankenversicherungen zu kompensieren, konstatiert der Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), Andreas Vollmer.

“Die Schaden- und Unfallversicherung ist sowohl für Vermittler als auch für Unternehmen immer wichtiger”, erklärte Vollmer. “Unfall, Hausrat und Haftpflicht erzielen weiter gute Gewinne.” Nach Berechnungen der Rating-Agentur Assekurata entstand 2016 in diesem Bereich ein Ertrag von 2,3 Mrd. Euro. 2015 waren es sogar 2,5 Mrd. Euro.

Die Versicherer würden von stabilen Beiträgen profitieren: Die Schaden-Kosten-Quote lag im letzten Jahr laut GDV (vorläufige Zahlen) bei 78 Prozent in Unfall, 81 Prozent in Hausrat und 94 Prozent in Haftpflicht. “Die Branche erzielt hier also versicherungstechnische Gewinne zwischen 22 und sechs Cent pro Beitrags-Euro”, fügt er hinzu.

Kraftfahrt und Wohngebäude noch im Minus

Kraftfahrt hingegen kämpfe mit steigenden Kosten, die in Form höherer Prämien an die Kunden weitergegeben würden. Telematik-Tarife könnten die hochpreisigen Prämien gerade für junge Leute etwas abmildern, weil hier in Echtzeit das tatsächliche Fahrverhalten abgebildet würde. Dennoch befinden sich sowohl die Kraftfahrt- als auch die verbundene Wohngebäudeversicherung noch nicht substantiell in der Gewinnzone, obwohl auch 2016 in beiden Zweigen abermals Beitragsanpassungen durchgesetzt wurden.

Für Vermittler bilden die Kompositversicherungen inzwischen den größten Anteil am Umsatz. “Das ist nicht nur ein Trend beim BVK, sondern im Gesamtmarkt”, betonte Vollmer. Zunehmend sei der Bereich auch Gewinnbringer. Erfreulich für den Vertrieb sei, dass eine völlig neue Versicherungsart – die Cyber-Versicherungen – aktiv vom Kunden nachgefragt werde.

“Das kennen wir so gar nicht”, erklärte er. Vor allem mittelständische Firmenkunden würden ihre Risiken genau kennen und gezielt nach passenden Produkten fragen. Oft hätten sie schon Krisen erlebt und erwarten neben guten Versicherungs-Lösungen auch praktische Unterstützung im Fall etwa von Hackerangriffen.

Zu wenige Produkte und zu kompliziert

Zwar hätten die in diesem Jahr herausgegebenen neuen Musterbedingungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für Cyber-Policen zu mehr Klarheit geführt. Dennoch komme die Produktion entsprechender Policen zu langsam in Gang. Und wenn, dann seien sie im Moment noch sehr kompliziert.

“Insgesamt ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot”, kritisierte der BVK-Vize. “Die Versicherer müssen ein höheres Risiko eingehen und auf Fragen verzichten, die das Verständnis und die Beratung der Produkte unnötig erschweren.”

Die Beratung von Cyber-Risiken sei ohnehin anspruchsvoll, da man nicht oder nicht nur mit dem Firmenchef auf Augenhöhe verhandele, sondern vor allem mit dem IT-Chef der Firma und dessen speziellen Problemen. Im Privatbereich, aus dem ebenfalls eine erhöhte Nachfrage komme, sieht Vollmer in naher Zukunft die Cyber-Versicherung als Baustein der Hausrat-Police. (epo)

Bild: Andreas Vollmer, Vizepräsident des BVK. (Quelle: epo)

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