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Kfz-Versicherungen von Autoherstellern sind viel teurer

27.11.2017 – Auto - dgGehen sie bei der KFZ-Versicherung zum Experten. Wer seine Versicherung im Autohaus erwirbt, zahlt oft ein Viertel mehr als bei vergleichbaren Angeboten, muss aber oft auf Leistung verzichten, zeigt eine Studie. Das überrascht, arbeiten doch die Autohäuser mit Versicherern zusammen.

Die Allianz kooperiert beispielsweise mit VW und Audi sowie mit Opel und Volvo, die HDI-Versicherung mit Mercedes und Porsche. Normalerweise ist das KFZ-Geschäft preisgesteuert, was zu Problemen führen kann, wie VWheute am Freitag analysierte. Bei den Versicherungen im Autohaus stehen dagegen oft die Leistungen im Mittelpunkt, laut dem Untersucher Finanztip nicht immer zum Nutzen der Kunden.

“Manches davon ist im Hinblick auf einen guten Versicherungsschutz übertrieben, treibt aber den Preis nach oben”, erklärt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip und ergänzt: “In unserem Test waren die Versicherungen der Autohersteller im Schnitt 27 Prozent teurer als vergleichbare gute Angebote.”

Wichtiges wird vermisst

Kurioserweise sind trotz der Werbung über die Leistungen wichtige Bestandteileeiner KFZ-Versicherung oftmals nicht im Angebot enthalten. “Kunden haben mit einer Versicherung vom Hersteller oft keine Wahl, in welcher Werkstatt sie ihren Wagen reparieren lassen. Sie werden auf die Werkstätten der Hersteller verwiesen”, erklärt Kursawe.

Zudem seien die Selbstbeteiligungen oft zu hoch, gerade bei Pauschalangeboten. Die sogenannte Mallorca-Police ist oftmals ebenfalls nicht enthalten. Diese Klausel bezeichnet eine Leistung, die die Deckungssumme einer Kfz-Haftpflichtversicherung für einen Leihwagen im Ausland erweitert.

Nicht alles schlecht

Für geleaste oder finanzierte Fahrzeuge können sich die Tarife aus dem Autohaus im Einzelfall lohnen, erklärt Finanztip. Der Vorteil sei, dass Autokäufer damit sicher sein könnten, das Fahrzeug wieder ohne Probleme an den Händler zurückgeben zu können. “Dafür nehmen Kunden aber oft auch höhere Prämien für die Werkstattbindung oder den Einbau von teureren Originalteilen in Kauf.”

“Autokäufer sollten mit dem Kaufvertrag nicht gleich auch den Versicherungsvertrag unterschreiben, sondern diesen unbedingt vorher prüfen”, rät Kursawe. Dazu rät sie zur Nutzung von Vergleichsportalen und dem Einholen eines Angebots von einem Direktversicherer.

Sicherlich ein gut gemeinter Rat, doch haben die Vergleichsportale derzeit so ihre eigenen Probleme, sind aber auch nach wie vor sehr beliebt. Alternativ kann sich ein Kunde auch an einen Experten wenden, der Versicherungen vermittelt und vor dem Abschluss eine Beratung anbietet. (vwh/mv)

Bildquelle: David Gorr

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