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Kfz-Versicherung: Das Allianz-Imperium schlägt zurück

20.09.2017 – allianz_autotag_akNach den Verlusten von Marktanteilen im Bereich der Kfz-Versicherung geht die Allianz Versicherungs-AG nun zur Gegenoffensive über: Im Rahmen des diesjährigen Allianz Autotages stellte jetzt Vorstandschef Joachim Müller die “Neue Allianz Autoversicherung” vor. Start des neuen Produkts ist für Oktober 2017 geplant. Die Reaktionen von Mitarbeitern und Agenturen sei sehr positiv berichtet der Vorstand.

Überschattet wurde die Veranstaltung vom Rückzug von Allianz-Deutschland Chef Manfred Knof zum Ende des Jahres. “Gesundheitliche Gründe” sind laut Allianz-Kommunikation die Motive für den Rückzug des 52-J ährigen vom Chef-Sessel der Allianz Deutschland AG. Insider spekulieren jedoch über ein Zerwürfnis zwischen dem Chef der Allianz SE, Oliver Bäte, und seinem Statthalter für das Deutschlandgeschäft, welches immerhin mehr als 25 Prozent zum Gesamtergebnis des Mutterkonzerns von 7,4 Mrd. Euro beigetragen hat (siehe SCHLAGLICHT).

Doch der Gefechtslärm von der Kommandobrücke soll aber nicht die Produktionsgeräusche aus der Werkstatt übertönen: “Tag und Nacht gearbeitet” hätten die Produktentwickler in den letzten 18 Monaten, so Allianz-Vorstand Frank Sommerfeld bei der Präsentation der neuen Kfz-Versicherung in München Ismaning, dem Standort des Allianz Zentrum für Technik (AZT). “Dabei haben wir bei der Produktentwicklung kein Stein auf dem anderen gelassen”, so Sommerfeld weiter.

Ab Oktober gilt nun: Bereits die Basisdeckung enthält alle wichtigen Leistungen, Eigenschäden sind bis zu 100.000 Euro versichert und im Premium Schutzbrief gilt das Versprechen, spätestens in einer Stunde ab erlittener Panne wieder mobil gemacht zu werden, auch vor der Haustür. Versichert ohne Kompromisse nennt dies die Allianz. Im Interview mit VWheuteTV erläutert der Manager den neuen Ansatz des Unternehmens im Segment Kfz.

Der Allianz Auto Tag 2017 stand dabei selbst ganz im Zeichen der Elektromobilität. Zahlreiche Fragen würden sich hier der Branche neu stellen, wie Joachim Müller in seiner Key-Note zum Thema auslotete. Wie schlägt sich eine gebrauchte Batterie nach einem Unfall auf den Restwert des Fahrzeuges nieder? Wieso verursachten deren Fahrer zwar 25 Prozent weniger Unfälle als die Piloten von Verbrennungsmaschinen, produzierten dabei aber 25 Prozent höhere Reparaturkosten als die Vergleichsgruppe?

Beim Thema Batterie sei mehr Transparenz der Hersteller gefordert um der Versicherungswirtschaft verlässliche Daten zur Kalkulation zu überlassen. Mit Blick auf die berichteten Fahrzeugbrände gehe von den E-Autos aber keine größere Gefahr aus, so Müller weiter. Um diesen Bereich noch mehr zu fördern können sich Kunden nun über einen 20-prozentigen Nachlass der Prämie freuen, Diebstahlversicherung des Ladekabels inklusive. Antworten und Ausblicke auf die gestellten Frage gab der Vorstand gleich selbst, wie hier im Video zu sehen ist:

Begleitet wird die Einführung der neuen Produktlinie, welche überraschenderweise kein eigenes Label erhält ausser “Neue Allianz Autoversicherung”, mit tatkräftiger Unterstützung vom “Flinken Freddy”. Der so bezeichnete Gabelstapler älterer Bauart ist der legendären Pixar-Kinoserie Cars entliehen, im klassischen Allianz-Blau lackiert und soll, laut Joachim Müller, das Service- und Produktversprechen des Kfz-Versicherers transportieren. Entwickelt wurden Freddy und die Spots von den Pixar Animation Studios in Kalifornien.

Mutterkonzern wird “multinational” in der Schaden- und Unfallsparte

Neuerungen plant der Mutterkonzern Allianz SE auch in der Schaden- und Unfallsparte. Unter dem Namen “Allianz Multinational” will der Konzern nach eigenen Angaben künftig die Expertise ihrer Risikoberatungseinheiten der Schaden- und Unfallversicherung in einem internationalen Verbund bündeln. Demnach sollen grenzüberschreitend tätige Unternehmen jeder Größe aus zentraler Hand eine Versicherungslösung für unterschiedliche Märkte erhalten können, heißt es bei der Allianz. Zudem sollen dabei “die speziellen Marktbedingungen und Risiken in den Einzelmärkten berücksichtigt werden”.

Allerdings soll es sich dabei “nicht um eine neue Gesellschaft handeln, sondern einen Produktnamen unter dem alle Experten für internationale Versicherungslösungen im Allianz-Verbund künftig gemeinsam auftreten und zusammenarbeiten”, betonte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage von VWheute. Vielnehr sollen sich die Unternehmen “an die jeweilig zuständige Allianz-Landesgesellschaft in ihrem Heimatmarkt” wenden.

“Sie konzipiert die internationale Versicherungslösung für den Kunden und koordiniert die Umsetzung in den lokalen Einzelmärkten: Die lokalen Policen werden von den Allianz-Landeseinheiten (bzw. von ausgewählten Servicepartnern) ausgestellt. Für den Kunden ist vorteilhaft, dass er sich an nur einen Hauptansprechpartner in der federführenden Gesellschaft an seinem Hauptsitz wenden kann. Dieser Allianz-Ansprechpartner stellt die erforderliche Homogenität des Versicherungsschutzes über alle Landesgrenzen hinweg sicher. So reduzieren sich für einen Kunden bilaterale Diskussionen mit unterschiedlichen Versicherern in den jeweiligen Ländern”, erläutert die Allianz-Sprecherin gegenüber VWheute.

Eine Konkurrenz für die einzelnen Landesgesellschaften soll “Allianz Multinational” jedoch nicht darstellen. “Die Landesgesellschaften bleiben weiterhin voll für ihre Kunden verantwortlich. Die Expertise kann durch Allianz Multinational konzernweit besser gesammelt und geteilt werden – in der Folge profitieren alle Property and Casualty-Gesellschaften von dem neuen Verbund. Sollte ein Kunde Auslandsstandorte in Ländern haben, in denen die Allianz nicht mit eigenen Gesellschaften ansässig ist, werden Policen und Service über ausgewählte Partner bereitgestellt”, ergänzt die Konzernsprecherin. (vwh/ak)

Bild: Joachim Müller (links), Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG und Allianz-Vorstand Frank Sommerfeld bei der Vorstellung des neuen Produktes im Allianz Zentrum für Technik (AZT) in München Ismaning. (Quelle: Alexander Kaspar)

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