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Kapitalanlage: Versierte Verwahrstellen bieten Mehrwert

14.07.2017 – Anja_Schlick_Hauck AufhaeuserVerwahrstellen bieten bei (Alternativen-) Investmentfonds eine Vielzahl von Dienstleistungen. Doch sie können auch Versicherern helfen, und zwar unter anderem in den Bereichen Reporting, Analyse und Beratung. Wie das funktioniert, erklärt Anja Schlick, Leiterin Asset Servicing / Financial Assets, Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, in ihrem Gastbeitrag für VWheute:

Ein anspruchsvolles Marktumfeld und die regulatorischen Rahmenbedingungen bleiben für viele Versicherungen eine Herausforderung. Erfahrene Anbieter von Verwahrstellendienstleistungen bieten Entlastung, Beratung und partnerschaftlichen Service.

Die Regulierung ist und bleibt eines der beherrschenden Themen für alle Finanzmarktakteure, so auch für die Versicherungswirtschaft. Neben Niedrigzinsumfeld und dem Trend zur Digitalisierung dürfte die stetige Erweiterung von Vorgaben der europäischen Behörden und des deutschen Gesetzgebers zu den größten Herausforderungen für die gesamte Branche zählen.

Auf Vertriebsseite sieht sie sich derzeit mit der Umsetzung der EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb Insurance Distribution Directive (IDD) konfrontiert, die Ende Juni den Bundestag passiert hat. Das entsprechende Gesetz, das mit Beginn 2018 in Kraft treten wird, betrifft zwar in erster Linie die Intermediäre, indirekt sind jedoch auch die Produktgeber betroffen. Schließlich müssen sie Vermittlern einen dem Regelwerk entsprechenden Umgang mit ihren Produkten ermöglichen.

Noch direkter wirken sich indessen die Bestimmungen aus, die dem Bereich der Kapitalanlage und des Meldewesens zuzurechnen sind – etwa Solvency II und Versicherungsaufsichtsgesetz. Die hier und in etlichen weiteren Richtlinien, Gesetzen und nachgeordneten Detailvorschriften festgelegten Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass Versicherungen genau wie andere institutionelle Investoren immer häufiger auf die Dienstleistungen externer Partner zurückgreifen.

Versierte Verwahrstellen bieten sich hier als gleichermaßen kompetenter wie verlässlicher Dienstleister an. Schließlich haben sie schon aufgrund ihrer gesetzlich vorgegebenen Aufgaben den umfassendsten Überblick über die in unterschiedlichen Vehikeln gehaltenen Assets und Portfoliotransaktionen. So fungierten die früher als Depotbanken bezeichneten Verwahrstellen neben den Investoren und den Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) schon immer als wichtige Instanz im sogenannten Investmentdreieck. Das darin beschriebene Beziehungsgeflecht der drei beteiligten Parteien soll einen höchstmöglichen Anlegerschutz sicherstellen. Dafür obliegen der Verwahrstelle neben der Verwahrung der Vermögensgegenstände und der operativen Abwicklung aller Transaktionen auch eine Reihe von Kontrollfunktionen.

Die Bedeutung der Verwahrstelle als Kontrollinstanz wurde dabei durch regulatorische Vorgaben auf mehreren Ebenen in jüngerer Vergangenheit nochmals konkretisiert und weiter gestärkt. Zu nennen sind hier insbesondere die UCITS-V-Richtlinie für den Bereich klassischer offener Investmentfonds sowie das im Kapitalanlagegesetzbuch geregelte System für Alternative Investmentfonds, das maßgeblich für das Segment der Spezialfonds ist.

Beide Regelwerke definieren das Aufgabenspektrum der Verwahrstelle im Zusammenspiel mit Investoren und KVGen vergleichsweise eindeutig und umfassend. Das hat zur Folge, dass die Anbieter von Verwahrstellen-Dienstleitungen auf den ersten Blick mit ähnlichen Leistungsversprechen auftreten. Bei einer detaillierteren Betrachtung offenbaren sich aber durchaus Unterschiede. So bieten sich aus dem Blickwinkel der Verwahrstelle Differenzierungschancen, die sich aus den unterschiedlichen Anforderungen unterschiedlicher Kundengruppen ergeben; daraus wiederum resultieren aus Investorensicht Unterschiede im Leistungsspektrum, die es bei der Auswahl einer Verwahrstelle zu beachten gilt.

Klar ist, dass ein souveräner Umgang mit den für den jeweiligen Kunden relevanten regulatorischen Rahmenbedingungen notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist. Entsprechende Erfahrungen und eine fortlaufende intensive Beschäftigung mit den jeweils einschlägigen Vorschriften durch gut ausgebildetes Fachpersonal seitens der Verwahrstelle sind hier unabdingbar. Das gilt naturgemäß auch für den Umgang mit den jeweils eingesetzten oder einzusetzenden Investment-Vehikeln und -Strukturen.

Versicherungen und anderen institutionellen Investoren in Regulierungsfragen kompetent zur Seite zu stehen und regulierungskonforme Reportings zu liefern ist mit Sicherheit ein Kernbereich, in dem sich Verwahrstellen gezielt positionieren und Leistungen anbieten können, die über einen standardisierten Service hinausreichen. Von zunehmender Bedeutung sind allerdings auch weitere Dienstleistungen. So stoßen etwa Analysefunktionen wie beispielsweise Performanceattributions-Analysen, Transaktionskostenkontrollen, Risikomessungen und individualisierbare Stresstests auf eine wachsende Nachfrage seitens der Investoren. Sind derartige Tools an die Bedürfnisse und Strukturen des jeweiligen Kunden angepasst, kann dieser seine Asset-Management-Prozesse optimieren.

Immer häufiger ist auch eine Beratung gefragt, wenn es darum geht, neue Asset-Klassen abzudecken. Verwahrstellen mit einschlägigen Erfahrungen und entsprechendem Track Record können Investoren, die über eine Ausweitung ihrer Kapitalanlagen auf Alternative Assets nachdenken, hier maßgeblich unterstützen. Zu den Services zählt beispielsweise die Identifizierung geeigneter Vehikel für geplante Infrastruktur- oder Private-Equity-Engagements. Weitere Zusatzdienstleistungen, die gerade auch angesichts der weiterhin angespannten Ertragssituation für viele Versicherungen an Bedeutung gewinnen, sind ein zuverlässiges Management hinterlegter Sicherheiten (Collateral Management), die Wertpapierleihe sowie Overlay- und Währungsmanagement. Auch ein etabliertes Trading Desk sowie ein solides Lagerstellennetz können für viele Verwahrstellen-Kunden wichtige Auswahlkriterien darstellen.

Nicht jede Versicherung wird Bedarf in allen genannten Bereichen haben; je nach Größe, Organisation der Anlageprozesse sowie genutzten Anlageklassen und -vehikeln werden sich die Anforderungen an die Verwahrstelle unterscheiden. Sicher ist dabei, dass eine ausschließlich kostenorientierte Auswahl nicht in jedem Fall zum besten Ergebnis führt. Vielmehr kommt es verstärkt darauf an, einen verlässlichen Partner auszuwählen, der nicht nur regulierungskonforme Standardservices bietet, sondern darüber hinaus mit einer ganzheitlichen Betreuung punkten kann, die auf fundierter investmentrechtlicher wie kapitalmarktseitiger Sachkenntnis fußt und die individuellen Anforderungen ihrer Kunden umfassend berücksichtigt. (vwh)

Bild: Anja Schlick (Quelle: Hauck & Aufhäuser)

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