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Insurtechs müssen innovativ und nachhaltig sein

20.03.2017 – CeBIT Preview 2017_Foto_CebitHeute öffnet die CeBIT in Hannover erneut die Tore. Neuigkeiten aus der Welt der Technik werden wieder Münder offen stehen und Menschen ungläubig den Kopf schütteln lassen. Doch was ist mit der Versicherungsbranche – gibt es dort nichts Neues zu bestaunen? VWheute hat zum Start der Cebit die Fintech-Spezialisten Roger Peverelli, Walter Capellmann und Reggy de Feniks um eine exklusive Einschätzung gebeten.

In den ersten Monaten eines Jahres werden auch in der Insurtech-Branche die wichtigsten Trends gesetzt. Im Fokus stehen dabei häufig die neuesten und aufregendsten Technologien und Anwendungen. Ein wirklicher Trend muss allerdings mehr als nur innovativ sein. Er muss einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden und Anbieter, in einer mehr und mehr mobilen Welt schaffen.

Innovation durch Kundeneinbindung

Letztendlich sind digitalisierte Prozesse und eine niedrigere Kostenbasis Grundvoraussetzungen. Es ist einfach nicht genug, mit dem sich rasch ändernden Kundenverhalten, neuen dynamischen Entwicklungen am Markt und dem zunehmenden Wettbewerb Schritt zu halten. Keinem Versicherer ist es je gelungen, durch hervorragende operative Abläufe einen Wettbewerbsvorteil zu erringen, der langfristig aufrechterhalten werden kann und ein wirkliches Unterscheidungsmerkmal darstellt. Immer mehr Versicherer erkennen Innovation durch Kundeneinbindung als die nächste Stufe des digitalen Wandels.

Aus Kundensicht geht es dabei nicht um Schönheitskorrekturen, sondern um grundlegende Veränderungen. Innovation durch Kundeneinbindung umfasst nicht nur Kundenerfahrung, sondern auch kundenorientierte Produkte, neue Mehrwertleistungen und neue Geschäftsmodelle. Für Insurtech-Unternehmen, die etablierten Versicherern wirkliche Neuerungen im Hinblick auf die Einbindung von Kunden anbieten können, wird 2017 ein gutes Jahr werden.

Amodo bringt Versicherer mit der neuen Generation von Kunden zusammen. Mit der vernetzten Kundenplattform dieses Unternehmens können Versicherer digitale Kanäle und vernetzte Endgeräte wie Smartphones, vernetzte Autos und sogenannte Wearables nutzen, um neue Kunden zu gewinnen und mit diesen Kontakt zu halten. Bedenkt man, dass 2020, 3.500.000.000 Navigationssysteme, HiFi-Anlagen und weitere Systeme in Fahrzeugen mit dem Internet verbunden sind, wird klar das Datenverständnis ein Schlüsselfaktor für die mobile Kommunikation und Individualisierung ist.

Amodo sammelt Daten von Smartphones und anderen vernetzten Endverbrauchergeräten, um ganzheitliche Kundenprofile zu erstellen, die einen besseren Einblick in die Risiken, denen Kunden ausgesetzt sind, und in ihre Produktanforderungen geben. Nach der Auswertung können Risikovermeidungsprogramme, eine individuelle Preisgestaltung und personalisierte, “punktgenaue” Versicherungsprodukte angeboten werden, wodurch die Kundentreue und der Ergebnisbeitrag pro Kunde erhöht werden.

Kontextbezogene Pull-Plattformen

An den Märkten vollzieht sich ein Wechsel von Push- zu Pull-Marketing. Bisher haben Versicherer ihre Strategien für die Einbindung von Kunden und die dafür erforderlichen Kapazitäten aber kaum verändert. 2017 wird es im Zuge des Übergangs zu Innovation durch Kundeneinbindung einen Wechsel zu Pull-Plattformen geben. Während bei Push-Marketing versucht wird, Kunden Produkte zu verkaufen, geht es bei Pull darum, die Bedürfnisse, die hinter einer Versicherungslösung stehen, zu begreifen und in diesem Kontext präsent zu sein.

Kunden stellen Überlegungen zu Risiken normalerweise nicht im Büro eines Versicherungsmaklers an. Versicherer sind gefordert, im täglichen Leben ihrer Kunden, in bestimmten Lebenslagen und bei bestimmten Entscheidungen präsent zu sein und zusätzlich zu traditionellen Produkten neue Dienstleistungen anzubieten. Insurtech-Unternehmen, die Plattformen bereitstellen oder Zugang zu diesen weiter gefassten Kontexten und “Ökosystemen” gewähren, helfen Versicherern, sehr viel mehr Teil des Lebens ihrer Kunden zu werden und diesen deutlich größeren Mehrwert zu bieten.

Das unter anderem von der Mayo-Klinik gegründete Unternehmen VitalHealth Software hat elektronische Gesundheitslösungen entwickelt, vor allem für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und Alzheimer. Diese Lösungen beinhalten eine ganze Reihe von Ferndienstleistungen für Patienten, Versicherer und Krankenpflegeeinrichtungen, die in Gesundheitsnetzen zusammenarbeiten, und Zugang zu Protokoll-geführter Unterstützung für das Gesundheitsmanagement.

All dies wird nahtlos mit elektronischen Gesundheitsakten integriert. VitalHealth Software wird von Versicherern genutzt, die die Patientenbetreuung verbessern und gleichzeitig Kosten senken wollen. Dazu gehören OSDE, die größte Krankenkasse Argentiniens, und Chunyu Yisheng Mobile Health, ein rasch wachsendes chinesisches Unternehmen, das zu den Pionieren im Bereich eHealth gehört. Es hat circa 100 Mio. eingetragene Anwender und unterhält enge Verbindungen zur People’s Insurance Company of China (PICC).

Weitere aktuelle Insurtech-Trends 2017 lesen Sie am kommenden Mittwoch bei VWheute.

Zu den Autoren:

Peverelli und de Feniks sind die Gründer der Digital Insurance Agenda (DIA), der ersten weltweiten Community und Konferenz, welche die Entscheider und Innovatoren der Versicherungsunternehmen und die Leitfiguren der Fintech-Branche zusammen bringt. Capellmann ist Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Capellmann Consulting.

Die Digital Insurance Agenda findet nach Abschluss der CeBIT am 10. und 11. Mai 2017 in Amsterdam statt. Dort treffen Führungskräfte von Versicherungsgesellschaften mit den Leitern von Insurtech-Unternehmen zusammen, um sich über Technologie-Trends und praktische Anwendungen in der Versicherungsbranche auszutauschen und zu diskutieren. Eine Liste der teilnehmenden Unternehmen finden Sie HIER.

Bildquelle: Cebit

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