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Insurtechs-Messe: Wer hat Angst vor der Datenschutz-Grundverordnung?

17.05.2018 – dia-kongress_mwEine Woche vor Inkrafttreten der neuen europäischen Verordnung zum Datenschutz sind Insurtechs und Innovation Think Tanks der Versicherer weiterhin optimistisch, dass digitale Technologie die Zukunft der Versicherungsbranche bestimmten. Denn der Schutz persönlicher Daten bedeute nicht nur erhöhte technische Anforderungen, sondern sei auch eine Chance für neue Produkte, wie Daniel Söderberg, CEO von EyeOnID, und Richard Hector, Chief Sales Officer von Element, am Beispiel von Identitätsdiebstahl erklären.

Diebstahl und Missbrauch persönlicher Daten sei der weltweit am stärksten zunehmende Straftatbestand, so Söderberg. Mit Login, Passwörtern und anderen digitalen Zugangsdaten könnten beispielweise Zahlungen angewiesen und komplexerer Betrug inszeniert werden. Verschärfend komme hinzu, dass viele User bei Zugängen gleiche oder ähnliche Passwörter verwendeten, sodass Ausspähen einer Quelle die Tür zu einer Vielzahl von persönlichen Accounts öffne. Statt schwer verkäufliche Cyber-Insurance anzubieten sei proaktives Risikomanagement angezeigt. EyeOnID unterstütze daher User durch Suche nach Personen-bezogenen Daten an der falschen Stelle im Internet.

Richard Hector, Chief Sales Officer von Element, Bafin-lizenzierter Versicherer in Berlin, hält die Kombination aus präventiver Vorsorge und Versicherungslösung für das verbleibende Restrisiko für optimal. “Finanzielle Risiken aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche sind enorm gestiegen. Im Darknet sind persönliche Zugangsdaten käuflich, die aus Datenleaks verschiedenster Herkunft stammen”, erklärt Hector. Leicht erratbare Passwörter erleichterten es Betrügern zusätzlich, sich Zugang zu persönlichen Accounts zu verschaffen. Ein entsprechdes Angebot mit einem präventiven Check im Netz von Partner CPP und Element als Risikoträger wurde vor zwei Wochen angekündigt.

Wesentliche Einschränkungen aus der neuen Verordnung befürchtet Hector für die Insurtech Branche nicht. Zwar müssten unter anderem personalisierte Rohdaten, die Insurtechs verarbeiten, schneller gelöscht werden, aber die eigentlich interessante Daten seien anonymisierte statistische Auswertungen. Um Datenschutz zu gewährleisten, würden Insurtechs auch “differential privacy” anwenden. Das bedeute Daten so zu verändern, dass auch indirekt mit Hilfe anderer Datensätze keine Rückschlüsse mehr auf die Identität der erfassten Personen möglich sei, erklärt Hector. Trotzdem würde dabei die Aussagekraft der Daten erhalten bleiben.

Unter den zahllosen Startup-Konferenzen hat sich die Digital Insurance Agenda als weltweite Leitmesse für Insurtechs etabliert. Nach München im Oktober 2017 ist die DIA an den letztjährigen Austragungsort Amsterdam zurückgekehrt. Laut Veranstalter treffen sich über 1.000 Besucher am 16. und 17. Mai im Gashouder, einem alten Gasometer, in der niederländischen Grachtenstadt. (mw)

Bildquelle: mw

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