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Insurtechs: Die neue Macht am Vertriebshorizont?

08.03.2017 – Vermittler_Petra Bork_pixelioDer Vertrieb von Versicherungspolicen ist einem zunehmenden Konkurrenzkampf ausgesetzt. Dabei geht es nicht mehr nur um die Frage, welcher Vermittler oder Makler seine Angebote am überzeugendsten an den Mann oder die Frau bringen kann. Auch die Insurtechs mischen den Markt mittlerweile gehörig auf. Auf dem heutigen Stuttgarter Versicherungstag geht es um die Frage, wie die etablierten Player auf die digitale Konkurrenz reagieren sollen.

“Insurtechs – Partner oder Rivalen?” lautet die allentscheidende Frage in der Branche. Während die bisherigen Granden um ihre Marktanteile fürchten, treffen die digitalen Herausforderer längst den Zeitgeist junger urbaner Kunden. Dabei sind die Trends in Richtung digitale Konkurrenz längst vorgezeichnet. So ist nicht nur die Digitalisierung bestehender Prozesse für die Optimierung des operativen Geschäftes und zur Kostensenkung unverzichtbar. Auch dem sich verändernden Kundenverhalten müssen die Versicherer Rechnung tragen.

Denn die Kunden selbst stellen ihre “Überlegungen zu Risiken normalerweise nicht im Büro eines Versicherungsmaklers an”, konstatieren Walter Capellmann, Inhaber der Unternehmensberatung capconsult, sowie Roger Peverelli und Reggy de Feniks von der VODW Strategieberatung in den Niederlanden. Demnach seien die Versicherer gefordert, im täglichen Leben ihrer Kunde, in bestimmten Lebenslagen, sowie bei “bestimmten Entscheidungen präsent zu seien”.

Zudem müssen sich die Versicherer darauf einstellen, zusätzlich neben den traditionellen Produkten auch neue Dienstleistungen anzubieten, betonen die Experten. Dabei können die Plattformen der Insurtechs den etablierten Playern durchaus helfen, “viel mehr Teil des Lebens ihrer Kunden zu werden und diesen deutlich größeren Mehrwert zu bieten”.

Viele Versicherer haben diesen Trend zumindest schon erkannt: Laut einer aktuellen Statistik des Münchener Fintechs Finanzchef24 flossen allein 2016 auf dem digitalen Versicherungsmarkt in Deutschland mehr als 82,4 Mio. US-Dollar in die Gründerszene – mehr als doppelt soviel wie im Jahr zuvor. “2016 hat die Insurtech-Branche endgültig gezeigt, dass sie mehr ist als nur ein temporärer Hype”, betont Felix Schollmeier, Mitgründer und Geschäftsführer der Finanzchef24 GmbH. “Das Investitionsvolumen bestätigt das globale Interesse daran, den Versicherungssektor an moderne Technologien anzupassen.”

Streitpunkt bleibt die Bestandsübertragung

Ein Streitpunkt zwischen den Parteien ist nach wie vor jedoch die Frage der Bestandsübertragung. Bereits im Januar unterzeichneten 26 Insurtech-Unternehmen “Berliner Digital-Erklärung”. Ganz oben auf der Forderungsliste: Die Bestandsübertragung an die neuen Player soll beschleunigt werden. Verständlich, schließlich sind die meisten Start-ups reine Online-Makler.

Dabei klingt die “Berliner Digital-Erklärung” wie ein verzweifelter Versuch, sich am Markt Gehör zu verschaffen und das Geschäftsmodell zu retten. “Die Versicherer sollen den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur beschleunigen, um letztlich die Bearbeitungszeiten von datenbezogenen Dienstleistungen zu reduzieren”, heißt es in dem Papier.

Dennoch unterzeichnen immer mehr Insurtechs die “Erklärung”. Mittlerweile haben nach Angaben der Betreiber bereits 35 Unternehmen die Erklärung unterzeichnet. “Mittlerweile hat sich nahezu jedes bedeutende InsurTech der Initiative angeschlossen”, konstatiert Michael Stock, einer der Initiatoren der Erklärung: “Was uns jedoch noch mehr freut, sind die ersten konkreten Erfolge. Von Beginn an haben wir sehr bewusst darauf gesetzt vorhandenen Engagements der Branche den Rücken zu stärken, damit wir auf das aufbauen können, was schon da ist.” (vwh/td)

Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de

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