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Immobilien: Comeback von Core und Co.

05.07.2017 – Gewerbeimmobilie_Rainer Sturm_pixelio.deImmobilien als Anlageklasse von Versicherungen – das hat Tradition. Wobei sich die Anteile und die Schwerpunkte über die Jahre zum Teil drastisch geändert haben. Aktuell gilt: Die Assekuranz steuert mit ihren Immobilieninvestments auf ein Zehn-Jahres-Hoch zu. Ein Gastbeitrag von Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate.

Ende 2017 könnte eine Rekordquote von 10,7 Prozent an der Kapitalanlage erreichen werden. Dies zeigt das jährliche Trendbarometer Assekuranz von EY Real Estate, für das 35 Unternehmen der Versicherungswirtschaft Auskunft über ihre Pläne gaben.

Mehr Immobilien – obwohl die Preise steigen

Die Entwicklung ist durchaus bemerkenswert – Immobilieninvestments zählen trotz steigender Preise weiterhin zu den Anlageklassen, die in der Assekuranz am stärksten ausgebaut werden. Trotz Renditedrucks scheint der Return ausreichend attraktiv, dass Immobilien als höherrentierliche und dennoch vergleichsweise sichere Anlageklasse im Fokus stehen. Vor allem auch, um die Garantiezinsversprechen gegenüber den Versicherten einhalten zu können.

Sicherheit im Fokus
Fast alle Befragten (96%) setzen auf Immobilien innerhalb Deutschlands – eine Steigerung um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Nordamerika (38%) und Asien (27%) haben in ähnlichem Umfang an Attraktivität gewonnen, bleiben aber in ihrer Bedeutung hinter Deutschland sowie den europäischen Kernregionen auf Rang drei und vier. Die Studie zeigt: Fast überall stehen die etablierten Märkte im Fokus. Es ist eine gewisse Rückbesinnung auf mehr Sicherheit zu beobachten. Dabei gilt: Mehr Risiko, wie es in den Vorjahren noch etwas häufiger zu sehen war, hat in den meisten Fällen ohnehin nur als Ergänzung fungiert.

Core und Core-Plus an der Spitze

Entsprechend werden der Studie zufolge B- und C-Lagen heute weniger nachgefragt, außerdem stehen Projektentwicklungen etwas seltener auf dem Wunschzettel. Dafür sind voll vermietete Core-Immobilien in guten Lagen in der Gunst der Assekuranz gestiegen: Neun von zehn Befragten (88%) wollen hier investieren. Im Vorjahr waren es nur 63 Prozent. Ebenso beliebt ist das immer noch vergleichsweise sichere Core-Plus-Segment (88%).

Handel stationär und online

Im Vergleich der Nutzungsarten gilt: Die Einzelhandelsimmobilie, die im vergangenen Jahr ihren Spitzenplatz eingebüßt hatte, hat das Bürosegment nun wieder eingeholt. Beide werden aktuell von jeweils 72 Prozent der Befragten favorisiert. Im Einzelhandelssegment sehen die Befragten zwar weiterhin einen gewissen Druck durch den E-Commerce. Aber: Inzwischen haben sich viele Händler gewandelt und gut auf den Wettbewerb eingestellt.

Wohnimmobilie trotz Mietpreisbremse

Die Wohnimmobilie ist trotz Sorge vor einer noch schärferen Mietpreisbremse mit 68 Prozent kaum weniger attraktiv als das Einzelhandels- und Bürosegment. Auf Rang vier der Nutzungsarten folgt die Logistikimmobilie. Sie steht bei 48 Prozent der Versicherungen auf der Agenda. Im Vorjahr waren es noch acht Prozentpunkte weniger. Logistikimmobilien profitieren vom E-Commerce: Die Assekuranz glaubt offensichtlich sowohl an den stationären Handel als auch an den Online-Shop.

Treiber und getrieben: Digitalisierung

Nicht nur der Einzelhandel, auch die übrigen Nutzungsarten verändern sich unter dem Druck des digitalen Fortschritts. Der Anspruch an Zuschnitt, Flexibilität und Zukunftsfähigkeit der Flächen wird weiter steigen, meinen 84 Prozent der Befragten. Über die Immobilienqualität hinaus gilt: Auch die Investitionsprozesse der Versicherungen wandeln sich infolge neuer digitaler Technologien. Jede zweite Befragte (52 Prozente) erwartet dies. Die Unternehmen rechnen mit mehr Effizienz zum Beispiel bei der Diversifikation ihrer Immobilien. Stichworte sind hier Big Data und eine bessere Informationsgrundlage.

Zur Studie

Das aktuelle Trendbarometer Immobilienanlagen der Assekuranz ist die zehnte Ausgabe der jährlich durchgeführten Studie. An der Befragung teilgenommen haben 35 führende Versicherungsunternehmen aus Deutschland. Die teilnehmenden Unternehmen stellen einen repräsentativen Querschnitt der Assekuranz dar. Jedes befragte Unternehmen hält im Durchschnitt ein Immobilienvermögen von rund 3,6 Mrd. Euro.

Bild: Gewerbeimmobilie (Quelle: Rainer Sturm / PIXELIO / www.pixelio.de)

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