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IBM plant die Versicherungsrevolution

17.07.2017 – IBMCognitiveVisualInspection_IBMAlle Versicherer sollten heute den Blick gen Süden richten: IBM stellt in München eine neue Generation des nach Eigenaussage weltweit leistungsstärksten Großrechners “IBM Z” vor: “z14″ – VWheute hat mit dem IBM Bereichsverantwortlichen Andreas Thomasch gesprochen. Wenn das System die Vorankündigungen halten kann, stehen der Versicherungswirtschaft ungeahnte Möglichkeiten ins Haus.

IBM zielt in München mit “z14″ besonders auf das Thema Sicherheit, das durch End-to-End-Verschlüsselung mehr Vertrauen in digitale Geschäftsmodelle bringen soll und die Anbindung neuer Anwendungen.

Die Sicherheit

Seit dem Jahr 2013 gingen über Cyberattacken weltweit neun Mrd. Datensätze verloren oder wurden gestohlen, lediglich vier Prozent dieser Daten waren verschlüsselt. Für einen Versicherer wäre ein Datendiebstahl verheerend, denn das Versicherungsgeschäft basiert auf einem Vertrauensverhältnis. “Fehlendes Vertrauen ist ein Existenzrisiko für Versicherer, genau hier haben wir angesetzt und verbessern das System im Dialog mit unseren Kunden stetig weiter”, erklärt Thomasch.

Das neue Großrechnersystem “z14″ verschlüsselt alle von ihm verarbeiteten Daten im Unternehmen, unabhängig, ob diese gerade genutzt werden oder ruhen. Es werden daher keine speziellen Kapazitäten mehr benötigt, um kritische Daten manuell zu identifizieren und zu verschlüsseln, die bei Verlust besonders heikel wären.

Bei der Masse von Daten, mit denen ein Versicherer arbeitet, wird ein starkes System benötigt. “IBM Z”- Großrechner können mehr als zwölf Mrd. verschlüsselter Transaktionen am Tag durchführen. Das entspricht in etwa dem hundertfachen Volumen aller Transaktionen am Cyber-Monday, dem Start des millionenfachen Weihnachtsverkaufs von Online-Shops wie Amazon.

Das alles soll laut IBM im Hintergrund der eigentlichen Geschäftsprozesse ablaufen, bei einem nur minimalen technischen Zusatzaufwand.

EU-Norm für Datenschutz

Eine verbesserte Sicherheit wird für die Branche immer wichtiger, denn im nächsten Jahr tritt die die Datenschutzverordnung DSGVO/GDPR in Kraft. Diese Richtlinie fordert von Organisationen, Datenverletzungen in einem Zeitraum von 72 Stunden der Aufsichtsbehörde und betroffenen Personen zu melden. Die Geldstrafen bei Verstoß bewegen sich zwischen 20 Mio. Euro oder bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes, je nachdem welche Summe höher ist. Um dem zu entgehen, müssen Unternehmen nachweisen, dass Daten verschlüsselt wurden und die Schlüssel geschützt wurden.

Bei “z14″ schützen sich die Schlüssel quasi selbst. Bei einem Manipulationsversuche von innen oder außen zerstören sie sich selbst und können dann nur von berechtigten Personen, unabhängig voneinander, wieder eingepflegt werden. IBM spricht von “manipulationssensibler Hardware”. Selbst der System-Administrator hat keinen Zugriff auf die Schlüssel, sodass selbst ein Insider wie Edward Snowden dem Unternehmen keinen Schaden zufügen könnte. Auch IBM besitzt keinen Notfallgeneralschlüssel, so dass ein Angriff von Hackern auf den Computerkonzern selbst oder eine behördliche Anordnung seitens der Regierung die Sicherheit des Wirtschaftsunternehmens nicht gefährdet.

Blockchain und Machine Learning

Die Verschlüsselung soll auch die Blockchain-Technologie noch sicherer machen. Bei der Technologie stehen allen Teilnehmern dieselben, unveränderbaren Datensätze in einer Rechnerkette zur Verfügung, die aber zusätzlich noch einmal gegen Angriffe von außen geschützt sind. Auch ein Administrator kann die in einer Blockchain Instanz enthaltenen Daten nicht einsehen.

So gesichert soll Blockchain zur führenden Technik in der Wirtschaftswelt aufsteigen. IBM wird heute die Eröffnung von IBM Cloud Blockchain-Rechenzentren in New York, London, Frankfurt, Sao Paolo, Tokio und Toronto bekannt gegeben. Die Zentren werden mit “IBM Z”- Kryptographie-Technologie gesichert, “die IBM in ein Hochsicherheits-Business-Netzwerk für Organisationen rund um den Globus integriert”. Dabei halten nur Kunden die nötigen Schlüssel in der Hand und IBM hat – auch bei Aufforderungen von Behörden – keinen Zugriff auf die Daten, erklärt Thomasch.

Mit Machine Learning können Versicherungssysteme verbessert werden, besipielsweise die KFZ-Prämienberechnung. An die Stelle eines statischen Systems, ein Versicherungsmathematiker definiert ein festes Modell der Beiträge zu bestimmten Zeitpunkten, tritt ein dynamisches, selbst-lernendes Modell. Verschiedene Daten wie Unfallhäufigkeit, Schadenhöhe, Häufigkeiten etc. werden in das System in nahezu Echtzeit eingespeist, zum Beispiel bei der Bearbeitung von Schadenfällen, und verbessern so im Hintergrund die Prämienberechnung. Das Ziel sind laut Thomasch kurze Rückkopplungsschleifen. Es gilt: je mehr Daten umso genauer das Ergebnis und damit umso risikoärmer die Prämie.

Neue Anwendungen

“IBM Z”-Großrechner in Form der aktuellen Modellreihe “z14″, die in sehr großen Teilen dem deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen entstammt, hilft auch bei der Implementierung neuer Techniken. Der amerikanische Versicherer Nationwide hat nach Informationen von IBM innerhalb weniger Tage das Bezahlsystem Appel Pay implementiert. Dieses System basiert auf einer Cloud-Anwendung, die aber ebenfalls von der Verschlüsselung abgedeckt und gesichert wird. Thomasch erklärt, dass sowohl „Daten, Netzwerke, externe Geräte oder ganze Anwendungen inklusive Cloud-Dienste verschlüsselt werden.“ (vwh/mv)

Bild und Quelle: IBM Cognitive Visual Inspection

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